Tour de France

10. Juli 2018 18:28; Akt: 10.07.2018 20:44 Print

Zweiter Etappensieg für Sprint-Ass Gaviria

Der Kolumbianer ist in der Bretagne überragend zu seinem zweiten Sieg an der 105. Tour de France gesprintet.

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Der kolumbianische Sprintspezialist Fernando Gaviria feierte in Sarzeau bereits seinen zweiten Etappensieg an der diesjährigen Tour. (Bild: Keystone/Sebastien Nogier)

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er erst 23 Jahre alte Tour-Debütant Fernando Gaviria sorgt dafür, dass die Radfans in seiner Heimat nun auch die Sprint-Etappen mit Spannung verfolgen. Neben Fussball geniesst in Kolumbien auch der Radsport in der Bevölkerung einen besonders hohen Stellenwert. Allerdings war der Andenstaat bis zuletzt nicht unbedingt als Sprinter-Nation bekannt. Die Südamerikaner brachten in der Vergangenheit immer wieder starke Radfahrer wie Luis Herrera, Fabio Parra oder den noch aktiven Nairo Quintana hervor, alle hatten sie aber ihre Stärken in den Bergen.

Dies hat sich nun mit Fernando Gaviria schlagartig geändert. Als er im Vorjahr am Giro d'Italia zu seiner ersten dreiwöchigen Rundfahrt antrat, sorgte Gaviria mit vier Etappensiegen und dem Gewinn des Punktetrikots sogleich für Furore. Nun schlug Gaviria auch bei seiner ersten Teilnahme an der Tour de France voll ein. Am Samstag gewann der bärtige Südamerikaner zum Auftakt in der Vendée als erster Kolumbianer überhaupt einen Massensprint im Rahmen der Frankreich-Rundfahrt. Als Belohnung durfte er sich als erster Kolumbianer seit Victor Hugo Pena im Jahr 2003 ins gelbe Leadertrikot einkleiden lassen.

Nachdem er in der 2. Etappe vom Sonntag nach einem Massensturz im Finale ausgebremst worden war und nicht mehr um den Sieg hatte spurten können, nutzte Gaviria in der flachen 4. Etappe auf der leicht ansteigenden Zielgeraden seine Möglichkeit zu seinem zweiten Sieg. Weltmeister Peter Sagan (9 Tour-Etappensiege) und dem deutschen Routinier André Greipel (11) blieben nur die Ehrenplätze. «Greipel hat uns etwas überrascht, weil er so früh losgesprintet ist. Aber ich konnte ihn zum Glück noch einholen», sagte Gaviria im Ziel in der Gemeinde Sarzeau, deren Bürgermeister einen prominenten Namen trägt: David Lappartient, seit letztem Herbst Präsident des Radsport-Weltverbandes UCI.

Mit seinem neuesten Streich hat der erfolgsverwöhnte Gaviria aus dem belgischen Team QuickStep Floors in dreieinhalb Profijahren nun bereits 34 Siege auf seinem Konto. Nicht ausgeschlossen, dass in den nächsten zweieinhalb Tour-Wochen weitere dazu kommen.

Ausreisser schlecht belohnt

Fast wäre es in der topographisch wenig anspruchsvollen Etappe allerdings gar nicht zum erwarteten Massensprint gekommen. Passend zum Halbfinal-Duell an der Fussball-WM in Russland hatten jeweils zwei Belgier und zwei Franzosen die Ausreissergruppe des Tages gebildet. Das Quartett wurde erst 1,2 km vor dem Ziel gestellt.

Drei Kilometer zuvor hatte es im Feld einen Massensturz gegeben, dem auch der Russe Ilnur Sakarin zum Opfer fiel. Der Captain des mit einer Schweizer Lizenz fahrenden Teams Katjuscha-Alpecin, der zum erweiterten Favoritenkreis zählt, büsste im Ziel fast eine Minute auf das Feld ein.

Van Avermaet weiter in Gelb

Der vierte Tag der diesjährigen Tour de France endete erstmals ohne Leaderwechsel. Der Belgier Greg van Avermaet, der am Montag das Mannschaftszeitfahren mit dem amerikanisch-schweizerischen Team BMC gewonnen hatte, behauptete sich problemlos als Gesamtleader. Van Avermaet führt weiterhin zeitgleich vor seinem amerikanischen Teamkollegen Tejey van Garderen und drei Sekunden vor dem Waliser Geraint Thomas, dem Co-Leader von Sky.

Van Avermaet hat gute Aussichten, das Maillot jaune noch eine Zeit lang zu behalten. Das Terrain der kommenden Tagen kommt dem Strassen-Olympiasieger von Rio 2016 entgegen. Am Mittwoch folgt im Nordwesten Frankreichs die 5. Etappe, die vom Profil her den Ardennen-Klassikern gleicht und deshalb auf die Fähigkeiten Van Avermaets zugeschnitten ist. Auf der zweiten Streckenhälfte der 204,5 km von Lorient nach Quimper befinden sich nicht weniger als sechs kleine Bergwertungen. Auch der letzte Kilometer im Zielort ist ansteigend.

105. Tour de France. 4. Etappe, La Baule - Sarzeau (195 km):1. Fernando Gaviria (COL) 4:25:01. 2. Peter Sagan (SVK). 3. André Greipel (GER). 4. Dylan Groenewegen (NED). 5. Marcel Kittel (GER). 6. Andrea Pasqualon (ITA). 7. Alexander Kristoff (NOR). 8. John Degenkolb (GER). 9. Dion Smith (NZL). 10. Timothy Dupont (BEL). 11. Arnaud Démare (FRA). – Ferner: 16. Greg van Avermaet (BEL). 21. Mark Cavendish (GBR). 30. Geraint Thomas (GBR). 34. Michael Matthews (AUS). 41. Chris Froome (GBR). 42. Nairo Quintana (COL). 45. Richie Porte (AUS). 49. Tejay van Garderen (USA). 57. Mathias Frank (SUI). 58. Romain Bardet (FRA). 67. Michael Schär (SUI). 82. Stefan Küng (SUI), alle gleiche Zeit. 121. Ilnur Sakarin (RUS) 0:59 zurück. 170. Silvan Dillier (SUI) 5:53. - 174 Fahrer gestartet, 173 klassiert. - Aufgegeben u.a.: Axel Domont (FRA/Team AG2R, nach Sturz).

Gesamtklassement:1. Van Avermaet 13:33:56. 2. Van Garderen, gleiche Zeit. 3. Thomas 0:03. 4. Philippe Gilbert (BEL) 0:05. 5. Julian Alaphilippe (FRA) 0:07. 6. Bob Jungels (LUX), gleiche Zeit. 7. Tom Dumoulin (NED) 0:11. 8. Sören Kragh Andersen (DEN). 9. Matthews, beide gleiche Zeit. 10. Rigoberto Uran (COL) 0:35. – Ferner: 14. Porte 0:51. 15. Alejandro Valverde (ESP) 0:53. 16. Mikel Landa (ESP), gleiche Zeit. 17. Froome 0:55. 18. Adam Yates (GBR) 1:00. 19. Vincenzo Nibali (ITA) 1:06. 20. Bardet 1:15. 42. Sakarin 1:51. 48. Quintana 2:08. 51. Frank 2:19. 62. Küng 2:50. 63. Sagan 2:54. 91. Gaviria 4:34. 123. Schär 6:57. 162. Dillier 15:55.

Radsport

(sda)

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  • Erythropoetin zum Zmorge am 10.07.2018 19:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Top

    Guter Bericht, Danke

  • Beat Härtsch am 11.07.2018 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheit

    Angesichts der nicht unerheblichen Mengen an Chemie, welche bei Radrennen im Feld und Tross vorhanden sind, müssten solche Etappen sicherheitshalber als Gefahrenguttransporte deklariert werden , oder?

  • Do Ping am 10.07.2018 22:52 Report Diesen Beitrag melden

    Tour de Dope

    Doping Tour. Schaue ich nicht mehr. Jeder ehemalige, der sich outet sagt 'ohne Doping keine Chance vorne mitzufahren'

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Beat Härtsch am 11.07.2018 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheit

    Angesichts der nicht unerheblichen Mengen an Chemie, welche bei Radrennen im Feld und Tross vorhanden sind, müssten solche Etappen sicherheitshalber als Gefahrenguttransporte deklariert werden , oder?

  • Do Ping am 10.07.2018 22:52 Report Diesen Beitrag melden

    Tour de Dope

    Doping Tour. Schaue ich nicht mehr. Jeder ehemalige, der sich outet sagt 'ohne Doping keine Chance vorne mitzufahren'

    • Randy am 11.07.2018 10:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Do Ping

      Dann schauen sie doch sauberen Mimimi-Fussball wenn sie richtigen Sport nicht mögen!

    einklappen einklappen
  • Erythropoetin zum Zmorge am 10.07.2018 19:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Top

    Guter Bericht, Danke