Rücktritt nach 19 Jahren

19. Januar 2012 11:04; Akt: 19.01.2012 15:10 Print

«Heute ist ein emotionaler Moment»

Der Schweizer Skirennfahrer Didier Cuche hört Ende Saison auf. Dies gab der 37-jährige Neuenburger in Kitzbühel bekannt.

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Am 29. Dezember 1993 startete Didier Cuche in Bormio zu seinem ersten Rennen. Er wurde Zweitletzter. In Kitzbühel feiert der Neuenburger auf der legendären Streiff seinen ersten grossen Erfolg. Bis zu seinem nächsten Weltcupsieg sollten allerdings vier Jahre vergehen. 1998 gewann der Neuenburger an den Olympischen Winterspielen von Nagano im Super-G die Silbermedaille. 2002 gewann Didier Cuche seinen ersten Riesenslalom - ausgerechnet in Adelboden am «Chuenisbärgli». Dort zeigte er auch zum ersten Mal seinen Trick mit dem sich überschlagenden Ski. 2005 zog sich Cuche in Adelboden einen Kreuzbandriss zu. Nach einer Saison, in der er sich wieder an die Weltspitze herantastete, gewann Cuche 2007 an den Weltmeisterschaften in Are Bronze im Riesenslalom. Im selben Jahr holte er die kleine Kristallkugel in der Abfahrt. Auch 2008 gewann Cuche die kleine Kugel in der Abfahrt. An den Weltmeisterschaften 2009 in Val d'Isère gewann der mittlerweile 34-Jährige die Goldmedaille im Super-G und die Silbermedaille in der Abfahrt. 2009 gewinnt Didier Cuche die Wahl zum Sportler des Jahres vor Roger Federer. 2010 gewinnt Cuche auf der Streif in Kitzbühel sowohl den Super-G als auch die Abfahrt. Bei Olympia 2010 wollte der beste Abfahrer der letzten Jahre gross auftrumpfen. Doch die Spiele in Kanada endeten für ihn in einer einzigen grossen Enttäuschung. An den Weltmeisterschaften 2011 in Garmisch-Partenkirchen holt Cuche Silber in der Abfahrt - damit ist er der einzige Skirennläufer, der in drei verschiedenen Jahrzehnten einen Medaillengewinn an einem Grossanlass feiern durfte. Grosse Emotionen eines grossen Sportlers: Didier Cuche gewinnt im Weltcup-Finale 2011 in der Lenzerheide zum vierten Mal (nach 2007, 2008 und 2010) den Abfahrtsweltcup. Stolz präsentiert der Neuenburger die kleine Kugel. Nur einen Tag später holt sich Cuche auch die Kugel im Super-G. Das Rennen am Weltcupfinale in Lenzerheide musste wegen des schlechten Wetters abgesagt werden - Cuche ist erstmals der beste Super-G-Fahrer der Saison. Im November 2011 gewinnt der 37-jährige Neuenburger die Abfahrt in Lake Louise. Es ist sein 18. Weltcupsieg. Am 11. Dezember 2011 gewinnt Cuche zum zweiten Mal die Wahl zum Schweizer Sportler des Jahres. Didier Cuche wird am 14. Januar 2012 sogar noch zum Schweizer des Jahres gewählt. Am 19. Januar 2012 gibt der 37-jährige Neuenburger in Kitzbühel bekannt, dass er seine Karriere Ende Saison 2011/12 beendet. Drei Tage nach seiner Rücktrittsankündigung gewinnt Cuche auf der legendären Streif zum fünften Mal die Abfahrt. Er ist damit alleiniger Rekordhalter. Auch in Garmisch stand der Neuenburger wieder zuoberst auf dem Podest. Der Triumph in der Sprintabfahrt war bereits der 20. Weltcup-Sieg seiner Karriere. In Crans-Montana, bei Cuches letztem Heimrennen, konnte der Neuenburger noch einmal Jubeln: Sieg im Super-G. Beim Saisonfinale in Schladming bedankt sich Cuche nach seinem letzten rennmässigen Einsatz im Super-G bei den Fans. Die grpsse Abschiedsshow gibt er im Riesenslalom. In der Saison 2012/13 nimmt Didier Cuche bei Swiss Ski eine beratende Funktion ein.

Die Karriere von Didier Cuche.

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Didier Cuche beendet Ende Saison seine Karriere. Dies verkündete der 37-jährige Neuenburger an einer Pressekonferenz in Kitzbühel.

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«Heute ist für mich ein sehr emotionaler Moment. Der Entscheid zurückzutreten ist nicht von gestern auf heute gefallen. Seit längerem beschäftige ich mich mit der Frage des Aufhörens und dem Übergang in eine neue Lebensphase. Ich bin überzeugt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für meinen Rücktritt vom aktiven Skirennsport ist. Ich bin fit und gesund, kann immer noch vorne mitfahren und Rennen gewinnen. Auf diesem Niveau möchte ich gerne von der Weltcup-Bühne abtreten und meine Karriere im Frühjahr beenden», begründete Cuche seinen Rücktritt. Betreffend Zukunft sei bereits vieles klar und aufgegleist, was ihn zuversichtlich stimme.

Nun will sich Cuche aber wieder voll auf den Sport konzentrieren. «Ab jetzt gilt mein Fokus den Rennen von Freitag und Samstag. Ich werde befreit von anderen Gedanken Vollgas geben. Bis im Frühjahr möchte ich noch das eine oder andere Zeichen setzen.»

Der Kreis schliesst sich

Der Ort der Rücktrittsbekanntgabe war passend gewählt. In Kitzbühel feierte Cuche 5 seiner 18 Weltcupsiege. Alleine vier Mal gewann Cuche auf der Streif die Abfahrt, womit er auf einer Höhe mit Rekordsieger Franz Klammer steht. Einmal triumphierte er zudem im Super-G. Am Freitag und am Samstag bietet sich dem Romand demnach ein letztes Mal die Chance, auf der weltweit wohl anforderungsreichsten Piste, an «seinem» Berg, zu brillieren. Kitzbühel ist auch der Ort, an dem er erstmals aufs Podium eines Weltcuprennens steigen durfte. Er tat dies gleich als Sieger: Am 23. Januar 1998 gewann er eine Sprint-Abfahrt in zwei Läufen.

Mit dem Alter immer besser

Erfolgreich war Cuche vor allem in den letzten Jahren. Seit 2008 gewann er drei der letzten vier Abfahrten am Hahnenkamm. Mit ihm tritt Ende des Winters die grosse Figur der Sparte Downhill ab. Seit 2007 holte er sich viermal die kleine Kristallkugel, mit welcher der beste Abfahrer einer Saison ausgezeichnet wird. Mit ihm tritt zudem auch der Sportler des Jahres und - diese Ehrung erhielt er vergangenes Wochenende - sogar der Schweizer des Jahres ab. Das sind Zeichen der grossen Wertschätzung, die der kahlköpfige Neuenburger in der Schweizer Bevölkerung geniesst.

Eines blieb Cuche allerdings immer vorenthalten. In der Abfahrt, die er in der letzten Saison beherrschte, blieb ihm Gold an Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften stets versagt. Zweimal (2009 und 2011) musste er sich mit WM-Silber begnügen. Im Super-G jedoch sicherte er sich 2009 den WM-Titel, und 1998 in Nagano mit Silber auch seine einzige Olympia-Medaille. Cuche wird aber als grosser Kämpfer in Erinnerung bleiben, der sich auch durch Verletzungen und Rückschläge nicht unterkriegen liess. In den 90er Jahren zog er sich mehrere Knochenbrüche zu, im Januar 2005 musste er nach einem Kreuzbandriss längere Zeit pausieren.

(heg/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ab am 19.01.2012 17:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sehr schade

    aber du bist und bleibst der beste skifahrer der schweiz!!!

  • Ich am 19.01.2012 18:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Helden leben lange, Legenden sterben nie!!

    Danke Didier! Du bist und bleibst eine Legende im Skisport!!!! Viel viel glück fürs Wochenende

  • didi fan nicole am 19.01.2012 14:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Didier du bist der grõsste!

    schade aber doch auch verständlich!!! Didier du bist der grösste!!!!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hugo Lüthi, Interlaken am 19.01.2012 22:00 Report Diesen Beitrag melden

    Lauberhorn 2013

    Danke für die vielen tollen Rennen, die wir mit Dir verfolgen durften. Aber einen Wünsch hatte ich (oder wir alle?): Fahr' das Lauberhorn noch einmal im 2013; und wenn nicht offiziell zugelassen, dann als Vorfahrer (mit Zeitnahme). Wär toll, wenn der Didier das Lauberhorn Rennen als Vorfahrer gewinnen würde. :-)

  • J. Fleury am 19.01.2012 20:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles Gute für die Zukunft

    Schade! Wünsche Didier für die Zukunft alles Gute und den gleichen Erfolg.

  • Kranz Elsi am 19.01.2012 19:02 Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Alles hat seine Zeit in einem Menschenleben!! Jetzt ist es bei Didie Zeit für etwas Neues! Alles Gut. Didie hat dem Schweizer Skisport viel geopfert und gebracht. Danke. Geniesse die Zeit die kommt und das Neue was kommt.

  • Ich am 19.01.2012 18:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Helden leben lange, Legenden sterben nie!!

    Danke Didier! Du bist und bleibst eine Legende im Skisport!!!! Viel viel glück fürs Wochenende

  • Nils Z. am 19.01.2012 17:50 Report Diesen Beitrag melden

    Richtiger Zeitpunkt- schwer verkraftbar

    Er hat den richtigen Zeitpunkt erwist um seine Skier an den Nagel zu hängen. Jedoch ist es als Fan nur schwer verkraftbar, einen so starken und sympatischen Typen wie Didier zu "verlieren"!!!