Interview mit Ski-Star

29. November 2018 06:46; Akt: 29.11.2018 07:45 Print

«Ich bin nicht mehr Lara Gut»

Beziehung, Heirat, Rückzug aus den sozialen Medien und Doppelname: Lara Gut-Behrami hat ihr Leben umgekrempelt. Im Interview erklärt sie die Gründe.

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Mit diesem Foto verkünden Valon Behrami und Lara Gut auf Instagram, dass sie am 11. Juli in Lugano geheiratet haben. Hier haben die beiden mit ihrer kleinen Festgemeinde gefeiert: Im Ristorante Vetta auf dem Monte Brè. Dutzende Hochzeiten haben hier mit Blick auf Lugano bereits stattgefunden. Für Valara soll das Restaurant in den Farben Weiss und Blau dekoriert worden sein. Die Innenräume des Restaurants seien wie ein «Wohnzimmer» gestaltet worden – mit Sofas, Sesseln und Teppichen. Am 27. Mai hatte Valon Behrami auf Instagram eine Liebesbotschaft und das erste gemeinsame Foto mit Lara Gut aus den Ferien im Oman gepostet. Er schrieb dazu: «Wenn man seinem Herzen folgt, verliert man manchmal seinen Verstand.» Zu sehen sind die beiden in Badeklamotten und eingewickelt in Handtücher. Die beiden sind offiziell seit dem 18. März ein Paar. Seit Bekanntwerden der Beziehung sass Lara stets im Stadion, wenn Valon ein Fussballspiel hatte. «Geh, wohin dein Herz dich trägt», schreibt Lara zu diesem Foto, das sie Mitte Juni nach dem Schweizer WM-Auftakt-Spiel gegen Brasilien auf Instagram teilte. Vor einem Monat besuchten die beiden gemeinsam das Formel-E-Rennen in Zürich. Es war der erste Auftritt des Paares, seit sie im März ihre Liebe bekannt gegeben hatten. Die Skirennfahrerin war von Audi eingeladen und hatte am Nachmittag noch einen Auftritt. Den letzten Tag mit ihrem Liebsten Valon, bevor er einen Tag später für die Fussball-Weltmeisterschaft nach Russland fliegt, hielt die Tessinerin mit einem Instagram-Selfie fest. Es ist das erste Pärchen-Foto, das Gut auf ihrem Account teilte. Süss: Beide tragen eine silberne Kette mit einem Schneeflocken-Anhänger um den Hals. Das gleiche Motiv ... ... liess sich Behrami erst kürzlich auf die Innenseite seines Oberarms tätowieren. Daneben ist Behrami mit seinen beiden Töchtern vor einem Schloss abgebildet. Das Schmuckstück trug Lara Gut bereits beim Nati-Testspiel in Lugano, als sie mit Behramis Schwester Valentina das Nati-Spiel gegen Japan von der Tribüne aus verfolgte.

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Lara Gut-Behrami, vor einem Jahr gaben Sie in Lake Louise Ihr Comeback nach dem Kreuzbandriss im linken Knie und blickten auf eine schwierige Zeit zurück. Seither hat sich viel getan in Ihrem Leben. Warum ist es Ihnen wichtig, im Weltcup nun mit Lara Gut-Behrami angesprochen zu werden?
Mir wurde bewusst, dass sonst etwas fehlt. Ich bin nicht mehr Lara Gut. Ich bin die Tochter meiner Eltern und gleichzeitig stolz auf die Heirat. Und darum will ich so, mit dem Doppelnamen, am Start stehen.

Sie sagen, früher habe sich bei Ihnen alles ums Gewinnen gedreht. Wie ist es gelungen, sich aus diesem Hamsterrad zu befreien?
Erstens hat mich die Verletzung daraus herausgerissen, und zweitens habe ich in Valon jemanden gefunden, der mir zeigte, dass es noch anderes gibt. Er hat mir geholfen, mich zu verändern, mich weiterzuentwickeln und mich auch besser zu verstehen. Dank ihm wurde mir bewusst, dass ich das Skifahren zwar liebe, dass es aber viel mehr gibt als das. Durch ihn merkte ich, dass ich mich selbst eingeschränkt habe und meine Zufriedenheit nur vom Siegen abhing.

Ihnen fehlte der Ausgleich?
Rückblickend realisiere ich, dass ich mich in einem Tunnel befunden habe. Ich war einzig auf den Erfolg fokussiert. In alles andere wollte ich keine Energie investieren, dabei hätte mir das geholfen. Irgendwann reicht es nicht mehr, im Sport gut zu sein, um als Mensch glücklich zu sein. Je erwachsener ich wurde, desto grösser wurde das Bedürfnis nach anderem. Auch als Athlet geht es dir dann gut, wenn es dir als Mensch gut geht.

Brauchte es diesen Sturz beim Einfahren zur WM-Kombination in St. Moritz Anfang 2017, um das zu realisieren?
Wahrscheinlich schon. Ich war so fokussiert, dass ich es nicht merkte. Die Verletzung stellte sich als Chance heraus, dank ihr machte ich menschlich einen riesigen Schritt vorwärts. Nun kann ich ein schlechtes Rennen leichter abhaken. Das merkte ich auch in den beiden Riesenslaloms dieser Saison, die nicht nach Wunsch liefen. Ich brauche jetzt weniger Zeit, um mir bewusst zu machen, was für ein Glück ich habe mit meinem Leben. Auch weiss ich, dass Leidenschaft und Arbeit mich wieder zum Erfolg führen werden.

Waren Sie zu verbissen?
Ab und zu schon. Es fehlte mir die Lockerheit. Ich erkannte nicht, dass es okay ist zu scheitern, solange ich alles versucht habe. Jetzt denke ich: Ein Sieg weniger ist mir lieber, wenn ich dafür meine Karriere geniessen und mein Leben mit der Familie und dem Ehemann teilen kann. Es gibt Wichtigeres als Siege. Heute geht es mir bedeutend besser als vor einem Jahr. Damals kam ich aus einer schwierigen Zeit nach Lake Louise, speziell in den Monaten bis zur Verletzung hatte ich zu kämpfen. Ich freue mich richtig, dass sich vieles in meinem Leben zum Guten entwickelt hat und dass ich Skifahren darf. Ich empfinde meine aktuelle Situation als grosses Glück.

Als Skirennfahrerin muss man Risiken eingehen. Wie beeinflusst die neue Sichtweise Ihre Risikobereitschaft?
Überhaupt nicht. Ich will immer noch gewinnen, bin erfahren und kenne die Strecken. Ich habe einfach mehr Freude und will die Momente noch intensiver ausleben.

Wie hat sich Ihr Leben verändert, seit Sie mit Valon Behrami zusammen sind?
Völlig, zum Glück. Wir sind jetzt zu zweit, und Valon hat zwei Töchter (Isabel, 9, und Sofia, 2 – Red.), für die wir beide das Beste wollen. Sie kamen für mich aus dem Nichts, aber es fühlt sich wie meine eigene Familie an. In Valon fand ich einen Menschen, der viel Ähnliches erlebt hat wie ich. Einen, der mich spürt und der mir die Kraft gibt, mich zu wehren. Er sagt mir: «Sag, was du fühlst, ohne dieses Wenn und Aber. Hau wenn nötig die Faust auf den Tisch.» Früher wollte ich es allen recht machen. Dabei plagte mich ständig das Gefühl, es doch nicht zu schaffen. Wenn jemand rot hören wollte, getraute ich mich nicht weiss zu sagen, und wenn jemand weiss hören wollte, hatte ich das Gefühl, ich dürfe nicht schwarz sagen.

Und heute?
Wenn meine innere Stimme jetzt weiss sagt, dann sage ich weiss. Die, die anders denken, müssen meine Meinung akzeptieren. Diese Herangehensweise macht es mir viel leichter. Die Dinge beschäftigen mich nicht mehr über Tage hinweg. Dass ich nicht happy bin, wenn ich Zweite bin, ist klar. Jeder gewinnt lieber.

Konnten Sie die bisherigen Rennen der Saison mehr geniessen als früher?
Ganz anders war es nicht. Ich spürte einfach, dass ich wieder mehr Freude hatte, dass ich glücklich bin, auch wenn es nicht nach Wunsch lief. Letzte Saison war der Riesenslalom ein einziger Kampf. Die Ergebnisse stimmten nicht. Aus der Krise kommst du nur, wenn du die Situation akzeptierst und hart arbeitest. Ich weiss, dass ich es nicht verlernt habe und eine neue Chance erhalte.

Was brachte sie dazu, sich aus den sozialen Medien zurückzuziehen?
Ich sprach viel mit Valon darüber. Dabei reifte die Erkenntnis, dass zu viel im Leben online stattfand. Ich war ständig auf der Suche nach Sachen, die ich dort noch tun konnte, sass zu oft am Handy. Dabei vergass ich zu schätzen, was ich im richtigen Leben habe: einen Mann, den ich unendlich liebe und eine unglaubliche Familie. Ich will die Zeit nutzen, das zu geniessen. Mir hatten zuvor schon viele gesagt, dass es Blödsinn ist, so viel online zu sein, und ich wusste es auch selbst. Aber ich war lange zu stur. Jetzt bin ich endlich konsequent.

Wintersport

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heiri Müller am 29.11.2018 07:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schon GUT

    Schon GUT und was soll nun das Tam Tam?

  • Schnee Weiss am 29.11.2018 07:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Also

    wäre das nicht einfach auch gegangen ohne eine riesen Geschichte daraus zu machen? Man hätte es im Fernsehen ja dann eh gesehen.

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  • Hugo Meyer am 29.11.2018 07:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Realität

    So ist es wenn der Himmel voller Geigen hängt und die Realität auf dem Boden stattfindet viel Glück.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rolf am 29.11.2018 18:34 Report Diesen Beitrag melden

    Habt ihr auch noch was Spannendes....

    zB. über Tamynique oder so....

  • Realo am 29.11.2018 18:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja das ist so

    Lara Gut könnte Skifahrern, was Frau Behrami kann wird sich zeigen.

  • Dani am 29.11.2018 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und in ein paar Monaten...

    ...heisst sie dann wieder Lara Gut...

    • Nebees am 29.11.2018 19:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dani und andere

      was für bünzlige Miesmacher!!!!

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  • ENU am 29.11.2018 17:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wichtig

    sondern Larhami, Gurhami, etc. Wichtig sind die Resultate, alles Andere ist Nebensache und nicht interessant.

  • jenny am 29.11.2018 17:29 Report Diesen Beitrag melden

    Wäre ein guter Bachelor

    Hoffe nur, Behrami meldet sich nicht aus Versehen als Bachelor Kandidat an auf 3+.