Hans Grugger

18. März 2011 11:13; Akt: 18.03.2011 14:35 Print

«Ich kann mich zum Glück an nichts erinnern»

Zwei Monate nach seinem schlimmen Trainingssturz in Kitzbühel sprach der Österreicher Hans Grugger zum ersten Mal in der Öffentlichkeit und machte einen erstaunlich fitten Eindruck.

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Hans Grugger kann sich vorstellen, wieder in den Ski-Zirkus zurückzukehren. (Bild: ORF)

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Am 20. Januar stürzte Hans Grugger beim Training auf der Streif schwer: Vor der Mausefalle beging der Österreicher einen Fahrfehler und knallte kopfvoran mit voller Wucht auf die eisige Piste. Der 29-Jährige erlitt dabei schwere Kopfverletzungen und musste ins künstliche Koma versetzt werden.

Seither hat sich Grugger gut erholt, die Ärzte sprechen von einem mediznischen Wunder. Noch wirkt Grugger etwas angeschlagen - die lange Narbe am Hinterkopf ist gut sichtbar. Doch der Österreicher spricht klar und macht einen sehr guten Eindruck. «Mir geht's eigentlich sehr gut», sagt Grugger bei seinem ersten Medienauftritt am Tag, an dem er das Spital 57 Tage nach seinem Unfall verlassen darf. «Ich spüre aber schon Nachwirkungen vom Sturz. Der rechte Fuss ist noch taub und auch sonst läuft's nicht ganz rund.»

Keine Erinnerungen an den Sturz

Grugger kämpft ähnlich wie Daniel Albrecht, der vor zwei Jahren ebenfalls in Kitzbühel schwer verunfallte und ein Schädel-Hirn-Trauma erlitt, mit Gedächtnislücken. Vom Unfall weiss der Österreicher nichts mehr. «Ich erinnere mich zum Glück an gar nichts. Auch an Wengen eine Woche zuvor habe ich keine Erinnerungen», erklärt der vierfache Weltcupsieger. «Das Letzte, was ich noch weiss, ist, als wir in Wengen mit dem Hubschrauber ausgeflogen wurden.»

Als Grugger wieder aus dem künstlichen Koma geholt wurde, wusste er nicht, wo er war. «Ich dachte, was tue ich hier überhaupt, ich bin ja fit. Ich wollte gleich wieder gehen und alles allein machen. Die Ärzte mussten mich dann bremsen und sagten mir, dass ich bleiben muss.» Immer wieder schlichen sich bei ihm Gedächtnislücken ein. «Dass meine Freundin da war, ist eigentlich das Einzige, was ich von damals noch weiss. Sonst ist es schwierig für mich.» Vor allem das Kurzzeitgedächtnis lässt Grugger immer wieder im Stich. Es könne gut sein, dass er sich später nicht mehr genau an dieses Gespräch erinnern könne, sagte er dem ORF-Reporter.

Rückkehr nicht ausgeschlossen

Einmal hat Grugger seinen Sturz bislang im Video gesehen. «Das war vor fünf oder sechs Wochen. Damals war ich noch nicht ganz bei mir. Ich glaube aber schon, dass ich ihn noch einmal sehen will.» Grugger macht weiterhin beachtliche Fortschritte in der Therapie. «Es ist schön zu sehen, dass es Woche für Woche weitergeht.» Ob er wieder in den Skizirkus zurückkehren wird, kann Grugger noch nicht sagen. «Dafür ist es noch zu früh. Zuerst will ich wieder richtig fit werden. Dann werde ich in Ruhe und bei klarem Kopf alles analysieren. Ich schliesse aber nichts aus.» Nun freut er sich erstmals auf zu Hause, vor allem auf seine Freundin, die Familie und endlich wieder im eigenen Bett schlafen zu können.

(pre)