Disput Cuche/Hujara

12. März 2011 22:00; Akt: 12.03.2011 16:34 Print

«Jetzt bin ich das einzige A... am Berg»

Didier Cuche wirkte in Kvitfjell aufgewühlt und unruhig. Das hat nicht nur mit der nahenden Entscheidung im Weltcup zu tun. Er kündigte zudem seinen Rücktritt aus der Athleten-Kommission an.

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Didier Cuche fühlt sich falsch verstanden.

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5000 Franken Busse und eine schriftliche Verwarnung hatte sich Cuche im Zuge seiner Forderung eingehandelt, auf der Olympia-Piste von 1994 nach dem einzigen Training einen Sprung zu entschärfen. Die Rennjury sprach die Sanktionen nicht wegen dem Inhalt des Einwands aus, sondern wegen der Art und Weise, wie der Romand bei Hujara vorstellig geworden war.

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Cuche hatte sich in der Wortwahl vergriffen. «Wenn du den Sprung nicht abtragen lässt, und irgend etwas passiert an dieser Stelle, werde ich nicht zögern, dich in der Öffentlichkeit zu attackieren», war gemäss dem Renndirektor Cuches Aussage. Eine Drohung, die im schlimmsten Fall ein gerichtliches Nachspiel hätte haben können.

Rücktritt aus dem «Speed-Fahrer-Komitees»

Tags darauf versuchte Cuche seine Aussage zu relativieren. Als Mitglied des «Speed-Fahrer-Komitees» müsse er sich mit der Sicherheit beschäftigen. «Das ist meine Einstellung und meine Aufgabe. Ich habe Günter (Hujara) nur gesagt, dass ich mir Sorgen mache, dass wir Fahrer bei besagtem Sprung zu weit fliegen würden, und er veranlassen solle, Korrekturen vorzunehmen.» Das geschah dann auch. Nach der Besichtigung vor der ersten Abfahrt am Freitag wurden an der kritischen Stelle fünf Zentimeter Schnee abgetragen.

«Offenbar haben wir uns falsch verstanden», führte Cuche weiter aus. «Wenn dem so ist, dann tut es mir leid und entschuldige ich mich für den Riesenrummel, der wegen einer so kleinen Sache entstanden ist. Die Konsequenzen werde ich schlucken müssen. Ich werde auch aus dieser Athleten-Kommission zurücktreten.» Im Nachhinein sei er enttäuscht von sich selber. «Ich hätte mich besser nicht um die Sache im Sinne der Sicherheit kümmern sollen. Dafür, dass ich mich eingesetzt habe, bin ich jetzt das einzige A... am Berg.»

Kostet der Disput Cuche die kleine Kristallkugel?

Cuche wirkte am Samstag aufgewühlt, unruhig. Seine Verfassung nahm Einfluss auf die Leistung in der zweiten Abfahrt. «Links und rechts von mir gab es heftige Diskussionen. Das hat mich Nerven gekostet.» Die Geschehnisse rund um seine Kritik würden ihn mehr schmerzen als die verloren gegangene Führung in der Abfahrts-Wertung. «Es geht um mein Image und meinen Ruf. Es kann nicht sein, dass ich mich die ganze Saison über für die Sicherheit einsetze und dann ein solcher Rummel veranstaltet wird.» Er hoffe, sich bei Hujara erklären zu können.

Auch Hujara versuchte sich in Abschwächung. «Für mich ist das Ganze nicht ein so grosses Dilemma, wies jetzt ausschaut.» Er werde Cuche und seine Meinung immer ernst nehmen. «Das positive Bild des Didier Cuche leidet unter dieser Affäre in keiner Weise.» Die Angelegenheit könnte indessen auf sportlicher Seite Folgen haben und den Neuenburger den vierten Sieg im Abfahrts-Weltcup kosten.

(sda)