WM-Springen Normalschanze

25. Februar 2011 16:30; Akt: 26.02.2011 17:23 Print

«Leder» für Ammann

Das Pech von Garmisch-Partenkirchen klebt auch im ersten WM-Springen am Osloer Holmenkollen an den Füssen der Swiss-Ski-Delegation. Simon Amman wird Vierter, der Österreicher Thomas Morgenstern siegt.

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Zwei Ränge oder 3,4 Punkte hätte Simon Ammann im zweiten Durchgang des WM-Springens von der Normalschanze gutmachen müssen, um seine vierte Medaille an nordischen Ski-Weltmeisterschaften zu gewinnen. Doch Ammann verbesserte sich lediglich in den 4. Rang. Auf dem Podest standen die beiden Österreicher Thomas Morgenstern und Andreas Kofler sowie der Pole Adam Malysz.

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Ammann gelang vor allem der erste Versuch nicht wunschgemäss. Er war beim Absprung zu spät und legte auch keine saubere Landung hin. Die Noten fielen mit dreimal 17,5 und zweimal 17 allerdings etwas gar tief aus. Der Angriff aufs Podest war dann nicht von Erfolg gekrönt. Anssi Koivuranta, der ehemalige Kombinierer und Überraschungsmann des ersten Durchgangs, hielt dem Druck zwar nicht stand. Doch Morgenstern, Kofler und Malysz, alles erfahrene Hasen, verteidigten ihre Positionen souverän. Morgenstern war der hochverdiente Sieger, der Kärntner sprang in beiden Durchgängen Bestweite. Gregor Schlierenzauer musste sich mit Rang 8 bescheiden.

Küttel im Final

Ammann mochte sich über das Verdikt nicht beklagen, obwohl er etwas mit den schlechten äusseren Bedingungen (Wind und Schneefall) haderte. Zu oft schon war für ihn in entscheidenden Momenten alles aufgegangen. Dieses Mal fehlten letztlich 4,6 Punkte zu einem Podestplatz. Damit ging für die Schweiz eine schöne Serie zu Ende. Seit der Nullnummer an den Olympischen Spielen 2006 in Turin stand in jedem Einzelspringen an einem Grossanlass ein Schweizer auf dem Podest: fünfmal Simon Ammann, einmal Andreas Küttel.

Für Küttel verlief der zweitletzte Einzel-Wettkampf seiner Karriere positiv. Der Einsiedler schaffte erstmals in diesem Winter die Qualifikation für einen Final. Als 30. rutschte Küttel gerade noch rein, im zweiten Durchgang verbesserte er sich mit einem Sprung auf 93 m noch um eine Position. Pascal Egloff (43.) und Marco Grigoli (45.) sprangen beide 86,5 m weit und waren damit chancenlos.

Thomas Morgenstern verschaffte sich mit seinem ersten WM-Einzeltitel Zugang zu einem ganz exklusiven Zirkel. Nach dem Einzel-Olympiasieg in Turin (auch vor Kofler), den Weltcup-Gesamtsiegen 2007/2008 und 2010/2011 sowie dem Gewinn der Vierschanzentournee 2010/2011 schloss er nun eine der letzten Lücken in seinem Palmares. Diesen "Grand Slam" haben vor Morgenstern erst Matti Nykänen, Jens Weissflog und Espen Bredesen erreicht. An Skiflug- und nordischen Weltmeisterschaften sowie Olympischen Spielen hat Morgenstern nun schon zehn Goldmedaillen gewonnen, acht davon mit der Mannschaft. Was ihm noch fehlt, ist der Titel des Skiflug-Weltmeisters.

Oslo. WM. Springen von der Normalchance.
1. Thomas Morgenstern (Ö) 269,2.
2. Andreas Kofler (Ö) 260,1.
3. Adam Malysz (Pol) 252,2.
4. Simon Ammann (Sz) 247,6. Ferner: 8. Gregor Schlierenzauer (Ö) 235,2. 29. Andreas Küttel (Sz) 211,4 (91,5/93,5).
Nicht im Final der besten 30: 43. Pascal Egloff (Sz) 87,8 (86,5). 45. Marco Grigoli (Sz) 87,3 (86,5).

(sda)