Alpin-Chef Thomas Stauffer

12. Januar 2015 07:16; Akt: 12.01.2015 07:16 Print

«Warum soll das eine Krise sein?»

von A. Hunziker, Adelboden - Am Chuenisbärgli bleiben für die Schweizer nur ein 21. (Riesen) und ein 19. (Slalom) Platz als Bestmarke stehen. Cheftrainer Thomas Stauffer nimmt Stellung.

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Thomas Stauffer, wie fällt Ihre Bilanz nach dem Wochenende in Adelboden aus?
Thomas Stauffer: Der Samstag war enttäuschend und auch am Sonntag haben wir nicht das gezeigt, was wir sonst zeigen. Daniel Yule fuhr vorher stark und fiel hier aus. Aber das war anzunehmen, dass er nicht zehn Rennen so durchziehen kann.

Warum liegt den Schweizern das Chuenisbärgli nicht?
Das weiss ich auch nicht (lacht). Für den Sonntag kann ich sagen, dass es nach Startnummer 30 bei diesen Bedingungen und diesen Temperaturen fast unmöglich war, noch in den zweiten Lauf zu fahren, das hat man gesehen. Wäre die Piste pickelhart, würde das anders aussehen, das hat man in Zagreb gesehen. Wir müssen schauen, dass wir mit tieferen Startnummern bessere Ausgangslagen bekommen. Aber das war am Anfang der Saison bereits klar, dass wir damit zu beissen haben werden.

Kann man von einer Krise in den technischen Disziplinen sprechen?

Warum soll das eine Krise sein? Man kann nicht erwarten, dass man dreimal Zehnter wird und dann nach Adelboden kommt, um auf das Podest zu fahren. Yule fährt konstant gut und am Sonntag fällt er halt einmal aus. Aber wenn die Jungen mit der Nummer 60 starten, ist das einfach extrem zäh. Im Slalom haben wir eine brutal junge Truppe. Yule, Aerni, und Niederberger sind alle 21, Murisier ist 22. Die brauchen noch Zeit. Es kommt schon was nach, man muss einfach tagtäglich schauen, dass es mit ihnen vorwärts geht.

Was sagen Sie zur Sorgendisziplin Riesen?
Dass der Riesen die Sorgendisziplin ist, hat man auch vor Beginn der Saison gewusst. Die Leistungen vom Samstag sind dort, wo wir etwa stehen, wenn wir schlecht fahren. Dann klassieren wir uns um Platz 20 herum.

Inwiefern schauen Sie denn im Riesen optimistisch in die Zukunft?
Da sind wir im Vergleich zum Slalom etwas weiter weg, das stimmt. Aber wir haben ja noch Manuel Pleisch und Elia Zurbriggen, die auch schon achtbare Resultate erzielten. Wir müssen nun einfach schauen, dass die ihre Startnummer verbessern können. Auf der anderen Seite sind die etwas älter. Aber da ist auch Amaury Genoud, der bei seinem ersten Weltcuprennen im Riesen am Samstag im ersten Lauf mit der Startnummer 60 auf den 37. Rang gefahren ist. Das ist nicht so schlecht.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kusi am 12.01.2015 07:38 Report Diesen Beitrag melden

    Realitätsfremd

    Dieses Interview zeigt einmal mehr, dass die Verantwortlichen von Swiss Ski die Realität nicht erkennen wollen. Der Schweizer Skisport befindet sich in einer Kreise und das schon seit Jahren und nicht erst seit dieser Saison.

  • gery am 12.01.2015 08:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Schlafwandler

    Das kann ich unterstützen.Die Spitze des Verbandes befindet sich in einem Doenröschenschlaf.

  • Müller am 12.01.2015 08:45 Report Diesen Beitrag melden

    Vergangenheit

    Thomas Stauffer ist wohl der, welcher für die aktuelle Situation am wenigsten verantwortlich gemacht werden kann. Leider ist es so, dass sich eine normale Familie Skifahren heutzutage nur noch leisten kann wenn diese sich sonst gross einschränkt. Vielleicht sollte sich der Bundesrat einmal gedanken machen wie er die Gelder verteilt. Würden die Kinder wieder vermehrt lernen Ski zu fahren, so hätten wir auch ein breiteres JO-Kader. So wie die Situation heute ist gibt es halt nur noch sehr wenige und aus diesen dann eine Elite zu formen. Zukünftig werden wir nicht mehr zu den TopNationen gehören.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • E. C. am 13.01.2015 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    Enttäuschung pur - TV abschalten!

    Ich bin seit den achziger Jahren ein grosser Skifan! Jahrelang konnte man sich auf die Rennen aus schweizer Sicht so richtig freuen. Leider ist das vorbei, und niemand scheint sich für den Ernst der Lage zu interessieren. Ich will unsere Athleten auf dem Podest, um einen vordersten Platz kämpfen sehen. Aber solange alle mit Top 20-30 Plätzen ganz zufrieden sind und Leute wie Marc Berthod im A-Kader mitfahren wird sich dieser Wunsch leider nicht mehr erfüllen. Reihenweise fahren uns die Österreicher, Deutschen, Norweger, Franzosen, Italiener... um die Ohren. Wir haben nichts mehr zu melden.

  • Ruedi Berner am 12.01.2015 21:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwitz- Ski

    Krise? Nein, solange das Geld kommt, hat der Verband doch keine Krise... Und Sie kommen ja alle unten an. Ja, fast alle. Also mind. die Mehrheit. War ja immer so oder?

  • Born am 12.01.2015 19:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja warum auch?

    Nein, das ist nicht wirklich keine Krise. Wir sind schon lange keine Skination mehr!

  • Jürg am 12.01.2015 15:23 Report Diesen Beitrag melden

    Skination Schweiz

    Carlo Janka's Einstellung ist entäuschend. Wenn ein Hirscher einen auf Understatement macht ist es was anderes. Carlo Janka hat sich vor dem Start aufgegeben, leider

  • Klaus Wanner am 12.01.2015 15:07 Report Diesen Beitrag melden

    Wie unser Bundesrat

    Der muss so reden, sonst wird er von Lehmann sofort freigestellt. Stauffer vertritt nur die Meinung von Swiss Ski, wie ein Bundesrat den Käse der anderen mittragen muss. Das Gremium gleicht sich, sowohl in der Vorgehensweise als auch in der Kompetenzfrage.