Schuldspruch

23. Juli 2019 14:35; Akt: 23.07.2019 15:22 Print

Österreichisches Doping-Duo vier Jahre gesperrt

Die Langläufer Max Hauke und Dominik Baldauf dürfen lange keine Wettkämpfe mehr bestreiten. Damit sind weitere bei der «Operation Aderlass» überführte Athleten verurteilt worden.

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Während der nordischen Ski-WM in Seefeld sind Max Hauke und Dominik Baldauf Ende Februar inflagranti beim Blutdoping erwischt worden. Nun hat die Österreichische Anti-Doping-Rechtskommission (ÖADR) die beiden Langläufer verurteilt. Sie sperrt die zwei Doping-Sünder für jeweils vier Jahre. Da sie bereits seit 1. März 2019 suspendiert sind, dürfen die ÖSV-Athleten bis Ende Februar 2023 nicht mehr an offiziellen Wettkämpfen starten.

Zudem werden alle Ergebnisse anulliert, die der 26-jährige Hauke und sein vier Monate älterer Nationalteam-Kollege Baldauf (27) ab dem 1. April 2016 erzielt haben. Sämtliche in dieser Zeitspanne erlangten Titel sowie Preis- und Startgelder werden ihnen aberkannt. Und die beiden des Dopingmissbrauchs überführten Sportler müssen die Verfahrenskosten tragen.

Rechtskräftig ist das Urteil gegen die Österreicher noch nicht. Hauke und Baldauf können innerhalb der nächsten vier Wochen rechtliche Schritte zur Berufung einlegen. Sie hatten sich allerdings bereits kurz nach ihrer Verhaftung mit den Konsequenzen abgefunden. Gegenüber der «Kronen-Zeitung» sagte Hauke Anfang März in einem gemeinsamen Interview mit Baldauf: «Das Kapitel Leistungssport ist für uns beide beendet. In unserem Leben hat ein Cut stattgefunden, wir müssen völlig neu beginnen.»

Die nächsten zwei

Die beiden wurden als erste Wintersportler von mindestens 21 Athleten aus fünf Sportarten verurteilt, die im Zusammenhang mit der «Operation Aderlass» entweder beim Dopingmissbrauch erwischt wurden oder unter Verdacht stehen, verbotene Substanzen zur Leistungssteigerung zu sich genommen zu haben. Während der von österreichischen und auch deutschen Ermittlern durchgeführten Razzia wurde ein ganzer Blutdoping-Ring rund um den deutschen Arzt Mark S. ausgehoben.

Von 15 Athleten, deren Namen publik gemacht worden waren, zeigte sich ein Grossteil geständig. Neben Hauke und Baldauf zählen auch ihr Landsmann Johannes Dürr, der zuerst als Kronzeuge figurierte, die beiden Esten Andreas Veerpalu und Karel Tammjärv sowie Alexey Poltoranin aus Kasachstan zu jenen, die Dopingmissbrauch eingestanden. Bereits Ende Juni wurden die österreichischen Radprofis Stefan Denifl und Georg Preidler im Zuge derselben Operation mit jeweils vierjährigen Sperren sanktioniert.

Wintersport

(ddu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rs am 23.07.2019 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lebenslang

    Man sollte alle Dopingsünder lebenslang sperren nur so kann endlich das Dopen vielleicht stoppen

  • Herr Max Bünzli am 23.07.2019 15:33 Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch klar

    Ich bin ein loses Tier.

  • Bes Amer am 23.07.2019 23:43 Report Diesen Beitrag melden

    Gedanken

    Nur, weil Viele etwas tun, ist das noch lange nicht gut... Eine Freigabe würde doch de Facto bedeuten, dass jeder dopen muss, will er mit der Spitze mithalten. Und dann: was soll freigegeben werden? Alle Dopingmittel, auch die schwer gesundheitsschädigenden? Wenn es weiterhin eine Verbotsliste gäbe, wäre das Problem ja nicht gelöst. Ebenso nicht mit zwei Kategorien gedopt und ungedopt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Arnold Hofer am 25.07.2019 08:25 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist mit all den Asthmatiker ?

    Wann wird endlich gegen alle Asthma-Kranken vorgegangen. Findet man in Norwegen noch Asthma-Spray in den Apotheken?

  • Karl am 24.07.2019 15:23 Report Diesen Beitrag melden

    ich muss immer schmunzeln...

    Wenn Max Hauke hardcore Doping gemacht hat, und immer so um den 20igsten Platz ins Ziel gelaufen ist. Man stelle sich mal vor, was all die vor ihm erst nehmen. Aber nein, wahrscheinlich sind die anderen einfach Naturtalente und sind ohne Doping so viel schneller :-) Das Ganze ist nur noch ein verkommener Dopinghaufen...

  • Berner Bär am 24.07.2019 08:33 Report Diesen Beitrag melden

    Und die ÖSV-Alpinen?

    Schon interessant, dass es nur immer die ÖSV-Nordischen erwischt (Amok-Trainer in Turin 2006!) ... Wer sich an die unglaubliche Dominanz der ÖSV-Alpinen während der 90er Jahre erinnert, welche auch völlig jeglichem Biorythmus der Athleten widersprach, kriegt ein sehr, sehr mulmiges Gefühl - auch wenn nie jemand (offiziell) erwischt wurde!

  • Bes Amer am 23.07.2019 23:43 Report Diesen Beitrag melden

    Gedanken

    Nur, weil Viele etwas tun, ist das noch lange nicht gut... Eine Freigabe würde doch de Facto bedeuten, dass jeder dopen muss, will er mit der Spitze mithalten. Und dann: was soll freigegeben werden? Alle Dopingmittel, auch die schwer gesundheitsschädigenden? Wenn es weiterhin eine Verbotsliste gäbe, wäre das Problem ja nicht gelöst. Ebenso nicht mit zwei Kategorien gedopt und ungedopt.

  • Greg F. am 23.07.2019 23:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Graben

    In Oesterreich sollte man noch etwas tiefer graben, aber nicht nur dort... Dopingsumpf und braune Sosse

    • @.caro am 24.07.2019 09:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Greg F.

      Typisch Schweiz!!! Eigene Dopingfälle vergessen!!! Und mit den Ansichten des braunen Sumpfes sieht es hier nicht anders aus!! Immer zuerst vor der eigenen Türe kehren!!

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