Beim Slalom in Lienz

29. Dezember 2011 17:06; Akt: 29.12.2011 17:09 Print

Abschied mit Minirock und Sohnemann

Die Amerikanerin Sarah Schleper kehrt dem Skizirkus per sofort den Rücken. Ihr letztes Rennen bestritt sie in gewohnt unorthodoxer Manier: Im ultrakurzen Outfit und mit Söhnchen Lasse im Arm.

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Noch einmal brüllte Sarah Schleper im Starthaus, was ihre Stimmbänder hergaben - eben so, wie es sich im Verlaufe ihrer eineinhalb Jahrzehnte dauernden Karriere irgendwann ritualisiert hatte. Und noch einmal umkurvte Sarah Schleper die Slalomstangen mit ihrem unvergleichlich angriffigen Fahrstil - notabene im kurzen Kleidchen bei Minustemperaturen.

Bis sie auf halber Strecke plötzlich ihre Latten querstellte, sich ihrer Skistöcke entledigte und mit Sohnemann Lasse (3) im Arm in den Zielhang einbog. Nebst viel Applaus von langjährigen Konkurrentinnen und deren Trainern gabs im Zielraum Küsschen und Blumen von den US-Weggefährtinnen Lindsey Vonn und Julia Mancuso.

Von Grünigen mit Holzskiern

Dass sich abtretende Athleten im Skizirkus in spezieller Montur verabschieden, kommt regelmässig vor. Der Schweizer Riesenslalom-Spezialist Michael von Grüningen etwa bestritt 2003 sein letztes Rennen im Anzug seines Vaters, mit Holzskiern unter den Füssen und einem alten Militär-Tornister auf dem Rücken. Ebenfalls im Anzug stürzte sich der Liechtensteiner Marco Büchel 2010 die Kandaharpiste in Garmisch-Partenkirchen hinunter - im Gegensatz zu von Grüningen allerdings in kurzen Hosen. Im Zielraum wurde er nach seiner letzten Fahrt mit einem grossen Bier empfangen.

Sarah Schlepers Abschiedsfahrt (Video: SF)

(tat)