Erster Weltcupsieg

11. März 2011 13:35; Akt: 11.03.2011 14:22 Print

Beat Feuz schockt die Abfahrts-Cracks

Die Abfahrt der Männer in Kvitfjell endet aus Schweizer Sicht mit einer tollen Überraschung: Beat Feuz gewinnt das erste Weltcup-Rennen seiner Karriere.

Die Abfahrt in Kvitfjell.

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Alle sprachen vom Duell der «Dinosaurier» Didier Cuche und Michael Walchhofer, dem Schweizer Leader im Abfahrts-Weltcup und seinem Verfolger aus Österreich. Doch dann stahl den Routiniers ein junger Emmentaler die Show, der im Vergleich zu ihnen noch als Greenhorn bezeichnet werden darf. Beat Feuz, die Frohnatur mit der abgeschlossenen Maurer-Lehre, feierte am Olympiabakken seinen ersten Weltcupsieg. Damit hatte nun wirklich niemand gerechnet.

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Vorjahressieger Cuche belegte auf der Olympia-Strecke von 1994 den 5. Platz. Walchhofer, der Hauptrivale im Kampf um die kleine Kristallkugel für den besten Abfahrer des Winters, wurde hinter Feuz und Weltmeister Erik Guay Dritter. Damit reduzierte der Österreicher seinen Rückstand im Disziplinen-Weltcup um 15 auf 50 Punkte. Am Samstag steht in Kvitfjell eine weitere Abfahrt auf dem Programm, bevor die Wertung am Mittwoch auf der Lenzerheide entschieden wird.

Beat Feuz war im Weltcup noch nie besser als Siebter (Ende Januar in der Abfahrt von Chamonix) und klassierte sich erst dreimal unter den Top Ten. Nun schlug seine grosse Stunde. Der 24-Jährige aus Schangnau nutzte seine tiefe Startnummer 5 und zeigte eine nahezu perfekte Fahrt. An der WM in Garmisch hatte Feuz noch zu den Pechvögeln gehört. In der Super-Kombination hätte er eine Medaille gewinnen können, wenn er im Slalom nicht eingefädelt hätte. In der Spezialabfahrt hatte Feuz als Neunter überzeugt.

Erfolg dank harter Arbeit

Nach dem Gewinn von drei Goldmedaillen an der Junioren-WM 2007 war Feuz immer wieder von zum Teil schweren Verletzungen zurückgeworfen worden. An seinem aussergewöhnlichen Talent bestanden aber nie Zweifel. Bis Feuz begriffen hatte, dass für den Aufstieg an die Weltspitze auch harte Trainingsarbeit abseits der Pisten gefragt ist, dauerte es allerdings seine Zeit.

Nun wurde Feuz erstmals so richtig für seinen gesteigerten Aufwand und das Verletzungspech entschädigt. Für einmal war das Glück auf seiner Seite. Fünf Hundertstel betrug Feuz' Vorsprung auf Guay, elf auf Walchhofer, 18 auf Romed Baumann, 24 auf Cuche. Als drittbester Schweizer klassierte sich Patrick Küng im 8. Rang. Carlo Janka wurde Elfter, Silvan Zurbriggen 14. Für das Schweizer Team ergab sich also ein sehr erfreuliches Gesamtbild.


Kvitfjell (No). Weltcup-Abfahrt der Männer. Schlussklassement:
1. Beat Feuz (Sz) 1:47,39.
2. Erik Guay (Ka) 0,05 zurück.
3. Michael Walchhofer (Ö) 0,11
4. Romed Baumann (Ö) 0,18
5. Didier Cuche (Sz) 0,24
6. Guillermo Fayed (Fr) 0,39
7. Klaus Kröll (Ö) 0,46
8. Patrick Küng (Sz) 0,56
9. Andrej Jerman (Sln) 0,61
10. Jan Hudec (Ka) 0,76
11. Carlo Janka (Sz) 0,78
12. Andrej Sporn (Sln) 0,83
13. Johan Clarey (Fr) 0,91
14. Silvan Zurbriggen (Sz) 1,05
15. Joachim Puchner (Ö) 1,12
16. Yannick Bertrand (Fr) 1,18.
17. Ondrej Bank (Tsch) 1,28.
18. Benjamin Thomsen (Ka) und Adrien Théaux (Fr) 1,35.
20. Marc Gisin (Sz) 1,36.
Ferner: 22. Tobias Grünenfelder (Sz) 1,47. 24. Ivica Kostelic (Kro) 1,50. 26. Christof Innerhofer (It) 1,60. 28. Aksel Lund Svindal (No) 1,66. 29. Ambrosi Hoffmann (Sz) 1,67. 30. Hannes Reichelt (Ö) 1,69. 31. Peter Fill (It) 1,74. 37. Werner Heel (It) 2,03. 54. Cornel Züger (Sz) 4,10.
Ausgeschieden u.a.: Dominik Paris (It), Vitus Lüönd (Sz).

(fox/sda)