Tour de Ski

02. Januar 2016 13:31; Akt: 02.01.2016 19:25 Print

Cologna läuft auf Rang 12 – Sundby unwiderstehlich

Dario Cologna muss sich über die 30 km im klassischen Stil geschlagen geben und verliert viel Zeit. Nicht zu bremsen ist Martin Johnsrud Sundby.

Bildstrecke im Grossformat »
Martin Johnsrud Sundby gewinnt die Tour de Ski zum dritten Mal in Serie. Der Norweger entscheidet das Mehretappenrennen vor seinem Landsmann Finn Haagen Krogh. Dritter wird der Russe Sergej Ustjugow. Nachdem Teamleader Dario Cologna vor der Schlussetappe aufgab, klassieren sich drei Schweizer in den Weltcup-Punkterängen. Jonas Baumann (20.), Toni Livers (23./Bild) und Curdin Perl (30.). Bei den Frauen gibt es einen norwegischen Dreifachtriumph. Therese Johaug (m.) gewinnt vor Ingvild Flugstad Östberg (l.) und Heidi Weng. Die Schweizerin Nathalie von Siebenthal belegt den 15. Schlussrang. Es fällt langsam schwer, weitere Superlative für Martin Johnsrud Sundby zu finden. Der Norweger gewinnt auch die 15 km klassisch von Val di Fiemme und kann es am Sonntag die Alpe Cermis fast schon gemütlich nehmen. Dario Cologna hingegen, hier noch an zweiter Stelle laufend, musste einen herben Dämpfer hinnehmen. Der Schweizer (m.) zog sich eine höhergradige Zerrung im tiefen Wadenmuskel zu, fiel weit zurück und wird zum Finale am Sonntag nicht mehr antreten. Cologna muss nun drei Wochen pausieren. Dario Cologna macht Boden gut im Gesamtklassement: Der Bündner läuft in der 6. Etappe über 10 km auf Rang 7. An Unterstützung mangelt es dem Schweizer nicht. Das war ganz knapp, Dario Cologna verpasst den Sieg in der fünften Etappe um Millimeter. Im Foto-Finish unterliegt der Bündner dem Kasachen Alexej Poltoranin. Trotzdem ein gutes Gefühl, wieder einmal auf dem Podest zu stehen. Nach einem Ruhetag geht es in Oberstdorf mit der 4. Etappe weiter. Es steht ein Sprint in der klassischen Technik auf dem Programm. Cologna bekundet Mühe, erreicht als 29. nur knapp die Viertelfinals. Dort scheitert er und verpasst den Halbfinal klar. Der Tagessieg geht überraschend an den Norweger Emil Iversen, der erstmals auf Weltcup-Stufe triumphiert. Der überragende Martin Johnsrud Sundy baut seinen Vorsprung in der Gesamtwertung als Vierter leicht aus. Bei den Frauen steht keine Schweizerin in den K.-o.-Runden. Nathalie von Siebenthal verpasst die Top 30 als 45. klar. Dario Colgona versucht alles, kommt nach dem Verfolgungsrennen über 10 km im Skating-Stil Leader Martin Johnsrud Sundby aber nicht wirklich näher. Immerhin verbessert sich der Bündner vom 10. auf den 8. Gesamtrang. Martin Johnsrud Sundby fährt weiter stark und muss aktuell keinen Kontrahenten fürchten. Der Norweger gewinnt auch die dritte Etappe. Die Taktik von Dario Cologna, von Beginn weg vorne mitzulaufen, ging nicht ganz auf. Der Schweizer wird über die 30 km im klassischen Stil 12. Eine Klasse für sich war Martin Johnsrud Sundby. Der Norweger lief der Konkurrenz davon und holte sich den Sieg. In Angriff genommen wurde das Rennen mit einem Massenstart. Schade! Dario Cologna stürzt im Final des Skating-Sprints in Lenzerheide und verpasst damit einen Podestplatz zum Auftakt. Trotzdem darf der 29-Jährige zufrieden sein mit dem ersten Wettkampf. Cologna, der die Halbfinals als Ziel ausgegeben hatte, holt wichtige Bonussekunden für den weiteren Verlauf der Tour de Ski. Und die Form stimmt auch: «Ich bin sehr zufrieden. Ich hatte schon vor dem Start der Tour de Ski ein gutes Gefühl und habe nun die Bestätigung dafür gekriegt. Es ist ein gutes Zeichen, wenn ich im Sprint bis in den Final vorstossen kann.» Cologna war der einzige Schweizer im Final. Für Jovian Hediger, Roman Schaad, Jöri Kindschi und Roman Furger war in den Viertelfinals Schluss. So weit kam Curdin Perl (Bild) nicht. Er blieb in der Qualifikation hängen. Der grosse Favorit auf den Gesamtsieg, Martin Johnsrud Sundby, verpasst den Sieg zum Auftakt. Den Sieg holt sich der Italiener Federico Pellegrino. Bei den Damen erreicht keine Schweizerin den Final. Laurien van der Graaff stiess in die Halbfinals vor. In der Vorschlussrunde musste sich die Schweizerin mit Rang 6 begnügen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Während Martin Johnsrud Sundby in der Tour de Ski bereits in der zweiten Etappe für eine Vorentscheidung sorgt, verliert Dario Cologna als Zwölfter über 30 km gut eineinhalb Minuten.

In der zweiten Etappe der Tour de Ski, einem 30-km-Rennen im klassischen Stil mit Massenstart, holte Martin Johnsrud Sundby in Lenzerheide zur grossen Machtdemonstration aus. Der Weltcupleader und Sieger der letzten beiden Tour-de-Ski-Austragungen gewann mit dem deutlichen Vorsprung von 34,6 respektive 35,1 Sekunden auf seine norwegischen Landsleute Petter Northug und Didrik Tönseth. Ab Rennhälfte zog er unwiderstehlich davon und holte sich als Solo-Spitzenläufer auch die letzten drei von vier Sprints um jeweils 15 Bonussekunden.

Cologna mit viel Mühe bei Tempoverschärfungen

Der Tempoverschärfung zollte auch Dario Cologna Tribut. Er handelte sich zwischen Kilometer 15 und 20 einen Rückstand von fast 30 Sekunden ein. Bis ins Ziel, das Cologna als Zwölfter erreichte, summierte sich die Differenz auf 1:36 Minute. Inklusive Bonussekunden liegt der Schweizer als Zehnter in der Gesamtwertung bereits 2:48 Minuten hinter dem überragenden Sundby zurück.

Cologna rätselte über seinen grossen Rückstand. «Auf den langen Distanzen läuft es in diesem Jahr noch nicht so», bedauerte der dreifache Olympiasieger. Er habe schon früh, nach etwa fünf Kilometern, gemerkt, dass ihm ein sehr beschwerliches Rennen bevorstehen würde. «Wenn man einmal den Anschluss verloren hat, geht es schnell. Leider habe ich es nicht geschafft, mich in der ersten Verfolgergruppe halten zu können», gab der von 9000 Zuschauern lautstark unterstütze Lokalmatador gefasst zu Protokoll. Wenn jeweils die Bonussprints bevorstanden und an der Spitze dergestalt eine Tempoverschärfung einsetzte, bekundete Cologna teils erhebliche Mühe.

Er werde aber weiterhin versuchen, Plätze gutzumachen und sich allenfalls noch Richtung Podest zu verbessern. Selbstverständlich würde er Sundby das Langlauf-Leben gerne so schwer wie möglich machen, unumwunden gab Cologna jedoch zu: «Momentan ist er eine Klasse besser.» Man habe schon vor der Tour gewusst, dass der 31-Jährige aus Oslo über acht Etappen nicht zu bezwingen sein werde, wenn dieser weiterhin in einer derart tollen Verfassung laufen würde.

Baumann in den Punkten

Colognas Saison wiederum ist geprägt von Leistungsschwankungen. Erklären kann sich diese im Schweizer Betreuerteam niemand so richtig. Christian Flury, der Teammanager, wiederholte in Lenzerheide vom Disziplinenchef Hippolyt Kempf schon früher getätigte Aussagen, wonach die Saisonvorbereitung grundsätzlich optimal verlaufen sei. «Wir würden alles nochmals so machen», beteuerte Flury. Derweil die Schweizer einen Schritt nach vorne gemacht hätten, seien es bei den Norwegern dem Anschein nach jedoch deren drei gewesen. «Nicht nur wir haben in den klassischen Langdistanzrennen zu beissen, sondern alle anderen Nationen auch.»

Sundby startet mit grossem Vorsprung, bereits 1:18 Minute auf den zweitplatzierten Northug, in die dritte Etappe am Sonntag, einem Verfolgungsrennen über 10 km im freien Stil. Der Norweger verriet, dass er sich zu Beginn nicht gut gefühlt habe und die Strapazen des Sprints vom Vortag gespürt habe. Danach sei es aber immer besser gelaufen.

Von den übrigen Schweizern lief auch Jonas Baumann als 25. mit einem Rückstand von 2:24 in die Punkte.


(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nachdenkender am 02.01.2016 16:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fan

    Da stimmt einiges nicht. Sundby ist dermassen überlegen, da ist man gezwungen an Lance zu denken. Und Dario ist ein Schatten seiner selbst......was ist da los?

    einklappen einklappen
  • Huri Gettland am 02.01.2016 17:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was war bleibt!

    Aus irgend welchen Gründen trennte sich Swiss Ski von der Erfolgstrainerin Hettland. Es kam ein neuer Trainer und neue Trainingsmethoden. Fakt ist Cologna hat seitdem nicht mehr den gewünschten Erfolg. Die TdS und den Gesamtweltcup kann er abschreiben. Was bleibt die grossen Erfolge der Vergangenheit kann ihm niemand mehr nehmen. Die Frage die bleibt ist nur ob noch neue dazu kommen?

    einklappen einklappen
  • Blau&Wiss am 02.01.2016 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trainer

    Die Schweizer machen irgendwas falsch mit den Trainern: Erfolgstrainerin Hettland wird ersetzt und Cologna kann nicht mehr die gleiche Leistung wie zuvor zeigen. Warum hat man sie gehen lassen? Auch in der Fussball Nati, Alpin Ski Team, Eishockey?, Skispringen... Sind die Trainer spürbar schlechter als ihre Vorgänger.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • simon am 02.01.2016 22:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trainer

    Menschen sind nun mal keine Robotter und unterliegen ganz vielen Elementen! Die besten Trainer können den Atleten nicht immer so optimieren wie es Verbände Reporter Komentatoren gerne hätten! Sonst sollen diese selbst einmal Mitmachen, Kritisieren etc. ist viel einfacher. Siehe bei Simon Ammann hat die FIS neue Regeln gesetzt und keiner dieser Herren hätte den Mut mit Sprungski hinuter zu fahren! Nein es sind Schreibtisch Täter...die Leistungen sind Super.....

  • Blau&Wiss am 02.01.2016 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trainer

    Die Schweizer machen irgendwas falsch mit den Trainern: Erfolgstrainerin Hettland wird ersetzt und Cologna kann nicht mehr die gleiche Leistung wie zuvor zeigen. Warum hat man sie gehen lassen? Auch in der Fussball Nati, Alpin Ski Team, Eishockey?, Skispringen... Sind die Trainer spürbar schlechter als ihre Vorgänger.

    • Nachdenker am 02.01.2016 18:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Blau&Wiss

      Übrigens, beim Skispringer Team gab es auch bemerkenswerte Trainerwechsel.....

    • nalanz am 03.01.2016 09:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Blau&Wiss

      Leider war es auch Darios ausdrücklicher Wunsch sich von Trainerin Hettland zu trennen, um neue Impulse im Training zu setzen. Aber es gilt halt immer noch: "Never change a winning team". Trotzdem kann ein Formtief sehr viele Gründe haben und mit Rang 12 ist er immer noch weltklasse!

    einklappen einklappen
  • Vera am 02.01.2016 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sundby

    Also diesen Sundby sollte man wirklich mal testen... Nach so einem Rennen und der schnauft noch nicht mal.

    • Sverige_77 am 02.01.2016 18:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Vera

      Der Mann trainiert mehr als 1200 Stunden pro Jahr und somit massiv mehr als seine Konkurrenten, diese Erfolge sind Belohnungen fürs harte Training

    einklappen einklappen
  • Huri Gettland am 02.01.2016 17:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was war bleibt!

    Aus irgend welchen Gründen trennte sich Swiss Ski von der Erfolgstrainerin Hettland. Es kam ein neuer Trainer und neue Trainingsmethoden. Fakt ist Cologna hat seitdem nicht mehr den gewünschten Erfolg. Die TdS und den Gesamtweltcup kann er abschreiben. Was bleibt die grossen Erfolge der Vergangenheit kann ihm niemand mehr nehmen. Die Frage die bleibt ist nur ob noch neue dazu kommen?

    • Nachdenkender am 02.01.2016 17:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Huri Gettland

      Kann ich nur unterschreiben, da haben wir mit Dario den Jahrhundertlangläufer .....aber beim Verband bringt man sehr wenig auf die Reihe. Schade

    • clclcl am 02.01.2016 17:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nachdenkender

      Warum nur engagiert die Schweiz immer die falschen Trainer (alpin und nordisch)?

    • Jean-Pierre Grossenbacher am 02.01.2016 17:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Huri Gettland

      Bin gleicher Meinung. Erfolgstrainerin weg....und schon das grosse Jammern. Selber verantwortlich für diesen Trainerwechsel. Schampe

    • Nachdenker am 02.01.2016 18:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @clclcl

      Deine Frage ist berechtigt, kann sie aber nicht beantworten. Nur soviel, bekanntlich stinkt der Fisch ......

    einklappen einklappen
  • FritzE am 02.01.2016 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Dario kommt schon noch!

    Natürlich ist Sundby wie bei den Damen Johaug unfassbar überlegen (jeder darf sich seinen Teil denken - schreiben ist nicht unbedingt nötig... Unschuldsvermutung gilt im Zweifelsfall). Aber Dario hat für seine Verhältnisse ein schwaches Rennen gehabt und dennoch sind die TOP10 sehr realistisch und die TOP5 in der Tour weiterhin gut möglich. Heute haben mir die Damen Boner und vSiebenthal gut gefallen. Die lauern auch um die Plätze 20 herum auf Gelegenheiten nach vorne zu stossen.