Tour de Ski

05. Januar 2016 15:20; Akt: 05.01.2016 17:03 Print

Cologna verliert Podest aus den Augen

Dario Cologna qualifiziert sich in Oberstdorf beim Klassik-Sprint als einziger Schweizer für die Viertelfinals. Zu mehr reicht es ihm jedoch nicht.

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Martin Johnsrud Sundby gewinnt die Tour de Ski zum dritten Mal in Serie. Der Norweger entscheidet das Mehretappenrennen vor seinem Landsmann Finn Haagen Krogh. Dritter wird der Russe Sergej Ustjugow. Nachdem Teamleader Dario Cologna vor der Schlussetappe aufgab, klassieren sich drei Schweizer in den Weltcup-Punkterängen. Jonas Baumann (20.), Toni Livers (23./Bild) und Curdin Perl (30.). Bei den Frauen gibt es einen norwegischen Dreifachtriumph. Therese Johaug (m.) gewinnt vor Ingvild Flugstad Östberg (l.) und Heidi Weng. Die Schweizerin Nathalie von Siebenthal belegt den 15. Schlussrang. Es fällt langsam schwer, weitere Superlative für Martin Johnsrud Sundby zu finden. Der Norweger gewinnt auch die 15 km klassisch von Val di Fiemme und kann es am Sonntag die Alpe Cermis fast schon gemütlich nehmen. Dario Cologna hingegen, hier noch an zweiter Stelle laufend, musste einen herben Dämpfer hinnehmen. Der Schweizer (m.) zog sich eine höhergradige Zerrung im tiefen Wadenmuskel zu, fiel weit zurück und wird zum Finale am Sonntag nicht mehr antreten. Cologna muss nun drei Wochen pausieren. Dario Cologna macht Boden gut im Gesamtklassement: Der Bündner läuft in der 6. Etappe über 10 km auf Rang 7. An Unterstützung mangelt es dem Schweizer nicht. Das war ganz knapp, Dario Cologna verpasst den Sieg in der fünften Etappe um Millimeter. Im Foto-Finish unterliegt der Bündner dem Kasachen Alexej Poltoranin. Trotzdem ein gutes Gefühl, wieder einmal auf dem Podest zu stehen. Nach einem Ruhetag geht es in Oberstdorf mit der 4. Etappe weiter. Es steht ein Sprint in der klassischen Technik auf dem Programm. Cologna bekundet Mühe, erreicht als 29. nur knapp die Viertelfinals. Dort scheitert er und verpasst den Halbfinal klar. Der Tagessieg geht überraschend an den Norweger Emil Iversen, der erstmals auf Weltcup-Stufe triumphiert. Der überragende Martin Johnsrud Sundy baut seinen Vorsprung in der Gesamtwertung als Vierter leicht aus. Bei den Frauen steht keine Schweizerin in den K.-o.-Runden. Nathalie von Siebenthal verpasst die Top 30 als 45. klar. Dario Colgona versucht alles, kommt nach dem Verfolgungsrennen über 10 km im Skating-Stil Leader Martin Johnsrud Sundby aber nicht wirklich näher. Immerhin verbessert sich der Bündner vom 10. auf den 8. Gesamtrang. Martin Johnsrud Sundby fährt weiter stark und muss aktuell keinen Kontrahenten fürchten. Der Norweger gewinnt auch die dritte Etappe. Die Taktik von Dario Cologna, von Beginn weg vorne mitzulaufen, ging nicht ganz auf. Der Schweizer wird über die 30 km im klassischen Stil 12. Eine Klasse für sich war Martin Johnsrud Sundby. Der Norweger lief der Konkurrenz davon und holte sich den Sieg. In Angriff genommen wurde das Rennen mit einem Massenstart. Schade! Dario Cologna stürzt im Final des Skating-Sprints in Lenzerheide und verpasst damit einen Podestplatz zum Auftakt. Trotzdem darf der 29-Jährige zufrieden sein mit dem ersten Wettkampf. Cologna, der die Halbfinals als Ziel ausgegeben hatte, holt wichtige Bonussekunden für den weiteren Verlauf der Tour de Ski. Und die Form stimmt auch: «Ich bin sehr zufrieden. Ich hatte schon vor dem Start der Tour de Ski ein gutes Gefühl und habe nun die Bestätigung dafür gekriegt. Es ist ein gutes Zeichen, wenn ich im Sprint bis in den Final vorstossen kann.» Cologna war der einzige Schweizer im Final. Für Jovian Hediger, Roman Schaad, Jöri Kindschi und Roman Furger war in den Viertelfinals Schluss. So weit kam Curdin Perl (Bild) nicht. Er blieb in der Qualifikation hängen. Der grosse Favorit auf den Gesamtsieg, Martin Johnsrud Sundby, verpasst den Sieg zum Auftakt. Den Sieg holt sich der Italiener Federico Pellegrino. Bei den Damen erreicht keine Schweizerin den Final. Laurien van der Graaff stiess in die Halbfinals vor. In der Vorschlussrunde musste sich die Schweizerin mit Rang 6 begnügen.

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Cologna war in der ersten K.-o.-Runde anlässlich der 4. Etappe der Tour de Ski chancenlos. Der Münstertaler, dessen Ziel die Halbfinal-Qualifikation gewesen war, vermochte sich zwischen der Qualifikation und seinem Viertelfinal-Rennen, in welchem er es unter anderen mit Petter Northug zu tun bekommen hatte, ungenügend zu erholen. «Leider ist nicht mehr möglich gewesen», musste der 29-Jährige nach Platz 24 und sieben gewonnen Bonussekunden konstatieren. Die Qualifikation hatte er als 29. überstanden – mit einer Marge von 1,06 Sekunden. Die übrigen Schweizer Jonas Baumann (41.), Curdin Perl (57.) und Toni Livers (66.) verpassten in Oberstdorf den Vorstoss in die Viertelfinals deutlich.

Anders als Cologna schafften die ersten vier der Tour-Gesamtwertung allesamt den Einzug in die Halbfinals, mit Martin Johnsrud Sundby, Northug und Sergej Ustjugow nahmen drei von ihnen gar am Final teil. Der Rückstand Colognas auf den vor der 4. Etappe drittplatzierten Finn Haagen Krogh, für den nach einem Sturz die Halbfinals Endstation bedeuteten, wuchs bei der ersten Etappe in Oberstdorf um eine halbe Minute an, jener auf Platz 3 (neu Sergej Ustjugow) beträgt nun bereits mehr als anderthalb Minuten.

Sundby baut Vorsprung aus

In der Gesamtwertung baute Sundby dank Rang 4 die Führung gegenüber Northug (5.) leicht aus. Die Marge des überragenden Langläufers der Gegenwart beträgt nun 1:33 Minuten, Ustjugow liegt als Dritter 1:56 Minuten zurück. Der Tagessieg ging mit Emil Iversen überraschend an einen anderen Norweger. Für den 24-Jährigen war es der erste Triumph auf Weltcup-Stufe.

Bei den Frauen fand die K.-o.-Runde ohne Schweizer Beteiligung statt, was keiner grossen Überraschung gleichkam. Nathalie von Siebenthal hat erst einmal in ihrer Karriere die Viertelfinals in einem Sprint erreicht (am Neujahrstag in Lenzerheide), überdies behagt ihr die freie Technik deutlich besser als die klassische. Am Ende resultierte für die 22-jährige Berner Oberländerin Rang 45.

Zwei Tage nach ihrem Triumph in Lenzerheide klassierte sich die Tour-de-Ski-Leaderin Ingvild Flugstad Östberg im 3. Rang. Der Tagessieg ging überraschend an die 25-jährige Amerikanerin Sophie Caldwell, die wie Iversen erstmals im Weltcup triumphierte. Zweite wurde die Norwegerin Heidi Weng, deren Landsfrau Therese Johaug erreichte Platz 5. In der Gesamtwertung liegt Östberg nun rund eine halbe Minute vor Johaug. Letztere durfte sich ebenfalls als Gewinnerin fühlen, erreichte sie doch erstmals überhaupt in ihrer Karriere den Final bei einem Klassisch-Sprint.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • R.H. am 05.01.2016 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber mal machen

    Was da manche wissen oder meinen es zu wissen!!! Unglaublich da fehlen mir die Worte!! Dario und den anderen Schweizer wünsche ich noch viel Glück für den Rest der Tour de Ski!!! Und der Beste soll gewinnen!!! Und sage nur, es kommen wieder andere Zeiten!!

  • Kosmopolit am 05.01.2016 18:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Müesli!?!?

    Sundby ist zu dominant! Das kann einfach nicht nur vom Müesli kommen auch die restlichen Norweger und Russen etc sind leider chancenlos!

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  • Salvador am 06.01.2016 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Trainerproblem

    Leider hat Cologna keinen norwegischen Trainer mehr. Deshalb läuft es nicht bei ihm.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Salvador am 06.01.2016 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Trainerproblem

    Leider hat Cologna keinen norwegischen Trainer mehr. Deshalb läuft es nicht bei ihm.

  • R.H. am 05.01.2016 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber mal machen

    Was da manche wissen oder meinen es zu wissen!!! Unglaublich da fehlen mir die Worte!! Dario und den anderen Schweizer wünsche ich noch viel Glück für den Rest der Tour de Ski!!! Und der Beste soll gewinnen!!! Und sage nur, es kommen wieder andere Zeiten!!

  • Cavi33 am 05.01.2016 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch im Spitzensport CH

    Mal ehrlich er hat das Podest gar nie sehen können. Anscheinend ist die Motivation schon verloren gegangen, also sollten die Sponsoren den Gürtel enger schnallen aber eben für Cologna.

  • Kosmopolit am 05.01.2016 18:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Müesli!?!?

    Sundby ist zu dominant! Das kann einfach nicht nur vom Müesli kommen auch die restlichen Norweger und Russen etc sind leider chancenlos!

    • Norsker am 05.01.2016 19:08 Report Diesen Beitrag melden

      Der Neid ist wohl grenzenlos?

      Warum bekommt nur Sundby Spezial-Müsli und die anderen Norweger nicht? Hat Cologna, damals als er noch schnell war, auch Spezial-Müsli genommen? Er war weiter weg von allen anderen Schweizern als Sundby jetzt seinen Landsleuten voraus ist. War es überhaupt möglich, als Schweizer schneller als die Norweger zu sein, ohne Spezial-Müsli? Diese Fragen haben aber die fairen Norweger nie gestellt. Sie haben gemacht was Cologna auch machen müsste: Besser trainiert.

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