Ungewissheit im Ziel

23. Februar 2019 10:13; Akt: 23.02.2019 13:31 Print

Crans-Montanas Blamage mit der Zeitmessung

Ausgerechnet bei vier Schweizerinnen versagt die Uhr in Crans-Montana. SRF-Experte Michael Bont ist nicht zufrieden.

Ankunft im Ziel ohne Plan, wie schnell sie war: Joana Hählen. Video: SRF
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«Das kann es nicht sein», sagt SRF-Experte Michael Bont, beinahe schon verzweifelt. Gerade ist Joana Hählen bei der Abfahrt von Crans-Montana ins Ziel gefahren. Nur weiss niemand, wie schnell die Frau aus Lenk im Simmental war, auch sie selbst ist ratlos. Der Grund: die Zeitmessung.

Diese funktioniert an diesem Samstagmorgen nämlich gar nicht, anstatt eines roten oder grünen Aufleuchtens läuft die Uhr einfach weiter. Hählen ist die sechste Fahrerin, nach ihrer Ankunft muss das Rennen zum dritten Mal unterbrochen werden. «Es war sehr komisch. Ich war verwirrt, ich habe die Zeit gesucht und nicht gefunden», sagt Hählen danach im SRF.

Auch bei Gut-Behrami streikt die Zeit

Die vierte Unterbrechung folgt kurz später. Jetzt ist es Lara Gut-Behrami, mit der Nummer 12 gestartet. Die Tessinerin ist zufrieden mit ihrer Fahrt, ballt die Faust, sie spürt, dass sie da vieles richtig gemacht hat. Eine Zeit sieht aber auch sie nicht. Bont sagt nun: «Ich würde mich verkriechen, wenn ich der Zeitmesser wäre.» Das sei ein «fertiger Witz». Und es kommt zu der Seltenheit im Skisport, dass das Publikum zu pfeifen beginnt.

Lara Gut-Behrami zu ihrer Zieleinfahrt ohne Zeitmessung. Video: SRF

Fünf Minuten später weiss Gut-Behrami, dass sie neun Hundertstel hinter Hählen zurückliegt. Auch die Tessinerin spricht danach von einem komischen Gefühl. «Es wäre schon besser, wenn beim nächsten Rennen alles wieder passt», sagt Gut-Behrami. Und Sofia Goggia, die nach Gut-Behrami am Start stand, sagt: «Es war schrecklich.»

Kein gutes Bewerbungsschreiben

Zum ersten Mal wird das Rennen nach dem Sturz von Ilka Stuhec unterbrochen. Die Weltmeisterin verliert nach einem Sprung die Kontrolle und landet in den Fangnetzen. Dann ist Jasmine Flury dran. Sie kommt ins Ziel, doch wie Hählen und Gut-Behrami nach ihr, sieht auch sie keine Zeit. Erst nach der Fahrt von Federica Brignone (Nummer 4) bekommt sie die Gewissheit, dass es nicht für die Spitzenposition gereicht hat. «Es ist schon speziell, wenn man warten muss und nichts einschätzen kann», wie das war, sagt Flury danach.

Crans-Montana will sehr gerne die Ski-WM 2025 ausrichten. Die Vorstellung vom Samstag war kein sehr gutes Bewerbungsschreiben dafür.

Wintersport

(mro)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Max Blatter am 23.02.2019 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    firma?

    Welche Firma ist für die Zeitmessung zuständig? Warum wird der Name nicht genannt?

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  • Donat Crameri am 23.02.2019 10:25 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht einfach für Crans-Montana

    Das ist eine Blamage - in erster Linie für die Zeitmessung! Im Uhrenland Schweiz! Mit dem Finger wird dann auf Crans-Montana gezeigt. Es ist gerade nicht einfach für das Walliser Bergdorf...

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  • Flurin am 23.02.2019 10:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Niete x1000

    Das ist eine absolute Frechheit, was sitzt da für eine Niete hinter der Zeitmessung?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Berner Bär am 25.02.2019 09:28 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht so laut ÖSV!

    Ziemlich peinlich für Crans-Montana ... Doch die Oesterreicher sollten sich nicht allzu laut echauffieren. Man erinnere sich zurück: 1976 in Innsbruck war es auch - wie später eingestanden wurde - ein "schusseliger Zeitnehmer, der unglücklich die Zeit auslöste", als Franz Klammer ins Ziel fuhr. Doch Klammer siegte somit nicht in einem x-beliebigen Rennen, sondern bei der Olympia-Abfahrt ...

  • Bianco am 24.02.2019 10:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Amateure

    Passt zum Wallis! Amateurhaft! Hoffentlich bekommen sie die WM nicht. Die Schweiz hat dich durch die Walliser lachhaft gemacht

  • K.Ritisch am 24.02.2019 04:32 Report Diesen Beitrag melden

    Warum Gold nach Italien?

    An der letzten Ski-WM im Crans Montana hatte man doch beinahe alle Medaillen nur an SchweizerInnen vergeben. Warum vergab man gestern ausgerechnet die Golmedaille nach Italien?? :)). - Crans Montana ist auch nicht mehr, was es mal war....

    • Maler50 am 26.02.2019 12:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @K.Ritisch

      Es war kein WM-Rennen! Die WM war in Schweden y ist schon vorbei.

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  • Robert Donisa am 24.02.2019 00:31 Report Diesen Beitrag melden

    Longines, top premium

    Allgemein Bravo. Schweizerische Precision, stolz.

  • René Schmid am 23.02.2019 21:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zeitmessungschaos Erklärung von der FIS?

    Nun hat man die Ursache für das Chaos bei der Zeitnahme an der Frauenabfahrt versucht zu erklären, Verbindungsprobleme verursacht durch eine nicht gerade Ziellinie oder ein Pistenfahrzeug ??? So eine Erklärung kann auch nur eine unprofessionelle FIS abgeben, weil in der Abfahrt gibt es immer zwei Trainingsabfahrten mit Zeitnahme und da hat es anscheinend geklappt.