Düstere Bilanz

17. März 2011 15:28; Akt: 17.03.2011 15:41 Print

Cuche lässt Ösi-Herren alt aussehen

von Herbie Egli - Grosse Schlappe für die österreichischen Skifahrer. Nach der Absage des Super-G holen die östlichen Nachbarn erstmals seit 15 Jahren keine Kristallkugel.

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(r.) war im zweiten Jahr des Ski-Weltcups 1968 der erste Schweizer Kugel-Gewinner. Er holte sich die Slalom-Wertung. sicherte sich in den Jahren 1971 und 1972 die Abfahrtswertung. schaffte das gleiche Kunststück in der Königsdisziplin in den Jahren 1973 und 1974. (r.) war die erste Frau, welche für die Schweiz eine Kristallkugel holte. In der Saison 1974/75 wars im Slalom soweit. Morerod sicherte sich insgesamt fünf Kugeln - darunter die erste im Gesamtweltcup der Frauen für die Schweiz: - Eine im Slalom (1975) - Drei im Riesenslalom (1976, 1977, 1978) - Eine im Gesamtweltcup (1977) Die Kombinations-Wertung wurde in der Saison 1975/76 erstmals eingeführt. Der Premierensieger: 1977 sicherte sich die erste Riesenslalom-Kugel für die Schweiz. Es war auch die erste Wertung der Geschichte, welche zwei Sieger kannte. Neben Hemmi stand auch Ingemar Stenmark zu oberst. Den ersten Schweizer Gesamtweltcupsieg konnte man 1979 dank feiern. sicherte sich in den Jahren 1979, 1980 und 1982 (gemeinsam mit dem Kanadier Steve Podborski) den Abfahrtsweltcup. holte 1980 und 1981 die Abfahrtskugel und 1981 zudem den Gesamtweltcup und die Kombinationswertung. - hier mit Pirmin Zurbriggen - holte insgesamt neun Kristallkugeln: - Zweimal im Gesamtweltcup (1982 und 1984) - Einmal im Riesenslalom (1984) - Fünfmal im Slalom (1981, 1982, 1983, 1985, 1986) - Einmal in der Kombination (1984) 1983 sicherte sich die Abfahrtswertung. war der beste Abfahrer der Saison 1983/84. Der grosse räumte von 1984 bis 1990 mächtig ab. Seine total 14 Kugeln kommen von: - Dreimal Gesamtweltcupsieger (1987, 1988, 1990) - Zweimal Abfahrtssieger (1987, 1988) - Viermal Super-G-Sieger (1987, 1988, 1989, 1990) - Zweimal Riesenslalomsieger (1987, 1989) - Dreimal Kombinationssieger (1986, 1987, 1990) gewann acht Kugeln: - Zweimal Gesamtweltcup (1982, 1988) - Viermal Abfahrt (1985, 1987, 1988, 1989) - Einmal Super-G (1988) - Einmal Riesenslalom (1985) (2.v.l.) holte 1986 den Riesenslalom-Weltcup. war in der Kombination fast unschlagbar. Sie holte sich die Disziplinenwertung 1985, 1987, 1988 und 1989. glänzte ebenfalls mit 14 Kugeln: - Dreimal Gesamtweltcup (1989, 1994, 1995) - Fünfmal Riesenslalom (1986, 1987, 1989, 1991, 1995) - Sechsmal Slalom (1989, 1990, 1992, 1993, 1994, 1995) 1987 sicherte sich den Slalomweltcup. (Mitte) gewann 1991 den Abfahrtsweltcup. sicherte sich drei Kugeln: - Gesamtweltcup 1992 - Super-G 1992 - Kombination 1992 holte sich den Abfahrtsweltcup von 1991, 1992 und 1993 und war im Super-G 1991 der beste. war 1996 erstmals der beste Riesenslalomfahrer. 1997 doppelte in der gleichen Disziplin nach. Und auch 1999 holte die Riesenslalom-Kugel. 2001 beendete die sechsjährige Kugel-Durststrecke der Frauen: Sie holte den Riesenslalomweltcup. Ein Jahr später doppelte in ihrer Paradedisziplin nach. Der letzte Coup : Die Riesenslalomgesamtwertung von 2003. holte sich den Abfahrtsweltcup erstmals 2007. 2008 doppelte der Neuenburger nach. Auch 2009 gabs eine Kugel für Es war diejenige im Riesenslalom. Die erste Kristallkugel sicherte sich in der Kombination 2009. holt sich den dritten Abfahrtstitel 2010. gewinnt als vierter Schweizer 2010 den Gesamtweltcup. 2011 war nochmals das Jahr von : Er sicherte sich den Abfahrtsweltcup ... ... und «Speedier» war auch im Super-G der Beste während der gesamten Saison.

Alle Schweizer Kristallkugeln-Gewinner im Ski-Weltcup.

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Didier Cuche hat den Österreichern in den letzten beiden Tagen gleich zwei Niederlagen zugefügt. Eine auf sportlicher Ebene und eine quasi am grünen Tisch. Dank dem vierten Platz in der Abfahrt überflügelte er Michael Walchhofer in der Disziplinenwertung und schnappte ihm die kleine Kristallkugel weg. Österreich ging leer aus. Mit der Absage des Super-G gewann Cuche die nächste Kugel – Österreich schaute wieder in die Röhre. Der Neuenburger hatte in dieser Disziplin dank dem Sieg in Kvitfjell die Führung in der Wertung vor dem letzten Rennen übernommen und gewann die Auszeichnung ohne nochmals fahren zu müssen.

Mit Michael Walchhofer und Hannes Reichelt waren noch zwei Ösis im Rennen um die Super-G-Kugel. Allerdings hätten beide auf einen groben Ausrutscher von Cuche hoffen müssen, weil sie 77 beziehungsweise 84 Punkte hinter dem Schweizer lagen. Zum Kampf auf der Piste kam es aus dem bekannten Grund der wetterbedingten Absage nicht mehr.

Damit ist klar, dass die Österreicher erstmals seit 1996 keine Kristallkugel gewinnen werden. In den noch zwei ausstehenden Rennen, dem Riesenslalom und Slalom, spielen die Rot-Weiss-Roten Athleten keine Rolle mehr. Letzte Saison mussten die Ösi-Herren schon die harte Niederlage verdauen, dass sie erstmals seit 18 Jahren in keinem Abfahrtsrennen des Winters den Sieger stellen konnten.

Schild rettet Ehre

Zum Glück hat die österreichische Ski-Nation noch Marlies Schild. Die 29-Jährige war in diesem Winter die Slalom-Überfliegerin. Von acht Rennen gewann sie deren sechs und sicherte sich den Disziplinensieg am letzten Wochenende mit ihrem Erfolg in Spindlermühle vorzeitig. In den übrigen Disziplinen sieht es aber auch bei den Ösi-Frauen düster aus. Keine konnte um die kleine Kristallkugel mitfahren und musste der Dominatorin Lindsey Vonn den Vortritt lassen. Die Amerikanerin entschied bereits die Abfahrt-, Super-G- und Kombinationswertung für sich. Im Rennen um den Gesamtweltcup liegt Vonn zwei Rennen vor Schluss 27 Punkte vor der Deutschen Maria Riesch und kämpft auch noch um die grosse Kugel.

Die Entschädigung der WM-Medaillen

Im Gegensatz zur schlechten Kugel-Ausbeute haben die Österreicher dafür bei der WM in Garmisch-Partenkirchen zugeschlagen. Acht Medaillen gewannen die Rot-Weiss-Roten – so viele wie keine andere Nation. Vier davon waren golden und wurden alle durch Damen eingefahren. Elisabeth Görgl triumphierte in Abfahrt und Super-G, Anna Fenninger in der Super-Kombination und Marlies Schild im Slalom. Die österreichischen Herren sicherten sich dank Hannes Reichelt und Philipp Schörghofer zwei Medaillen, stellten aber keinen Weltmeister.