Nach Super-G-Absage

17. März 2011 13:14; Akt: 17.03.2011 17:00 Print

Cuche trinkt doch Champagner und spendet

von Herbie Egli - Didier Cuche zeigt auch im sportlichen Erfolg Grösse. Nach dem Gewinn der zweiten Kristallkugel entschied er sich, den Erdbebenopfern in Fernost zu helfen.

Didier Cuche freut sich über den erstmaligen Gewinn der Super-G-Kristallkugel. (Video: 20 Minuten Online)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Natürlich hätte Didier Cuche den Kampf um die kleine Kugel in der Super-G-Wertung lieber auf der Piste ausgetragen, doch das Wetter auf der Lenzerheide liess ein Rennen nicht zu. Kurz vor 8 Uhr am Donnerstagmorgen kam die Absage des letzten Super-G dieses Winters. Um diese Zeit lag der 36-jährige Neuenburger bereits wieder in den Federn. «Es ist speziell, die Kugel auf diese Art zu gewinnen. Gestern hatte ich noch die Hoffnung auf ein Rennen», so Cuche. «Heute beim Aufstehen dachte ich aber, dass das Rennen wegen dem Regen nicht stattfindet.»

Der Schweizer Speedkönig stand zuerst wie üblich auf und bereitete sich auf den Renntag vor. Weil aber mit einer Absage gerechnet werden musste, legte sich Cuche wieder ins Bett und wurde später durch seinen Physiotherapeuten informiert, dass das Rennen abgesagt ist. Die Entourage stand etwas später auch mit Cüplis im Zimmer, um den Disziplinensieg zu feiern. Cuche meinte dazu, dass er wohl noch nie so früh Champagner getrunken habe. Noch am Morgen teilte der Neuenburger über Facebook aber mit, dass er als Siegergetränk Rotwein bevorzuge.

Mit dem Gewinn der Super-G-Wertung darf Cuche nun sechs Kristallkugeln sein Eigen nennen. Dass er nach Abfahrt und Riesenslalom zum ersten Mal in seiner Karriere auch im Super-G die Disziplinenwertung gewann, erfüllt ihn mit Stolz. «Ich bin froh, habe ich in Kvitfjell noch ein Rennen gewonnen. Sonst wäre der Sieg nur durch Konstanz zu Stande gekommen. Das ist eine Genugtuung für die ganze Super-G-Saison und die Sachlage ist damit etwas klarer.» Den Gesamtweltcup zu gewinnen sieht Cuche aber weiterhin ausser Reichweite, weil er keine Slaloms fährt.

«Spende Abfahrts-Preisgeld für Japan»

Trotz dem versöhnlichen Saisonabschluss mit dem Gewinn der beiden Kristallkugeln hat Cuche aber nicht vergessen, dass nicht alle Leute auf der Welt so viel Glück haben wie er. Die Geschehnisse in Japan stimmen den Neuenburger sogar nachdenklich. «Die Bilder am Fernsehen berühren mich sehr. Da sieht man eine Frau inmitten von Trümmern, die ihre Familienmitglieder sucht. Da muss man helfen. Ich ziehe mit Julia Mancuso mit und spende mein ganzes Preisgeld von der gestrigen Abfahrt», sagt Cuche. Dabei handelt es sich um 8500 Schweizer Franken.

Mancuso, die gestern die letzte Damen-Abfahrt gewann, spendete die Hälfte ihres Preisgelds für die Erdbebenopfer in Japan. Sie rief bereits gestern ihre Skikollegen und -kolleginnen auf, ebenfalls zu spenden. Mit der Internetseite www.skiershelpingjapan.com entsteht eine Homepage, auf der in Kürze Spenden getätigt werden können. Darauf ist bereits ein Brief des japanischen Skifahrers Akira Sasaki aufgeschaltet. Er schreibt, dass er in den letzten Tagen sehr viel geweint habe. Aber Japan werde sich erholen.