Weltcup-Finale

16. März 2011 07:56; Akt: 16.03.2011 11:20 Print

Didier Cuche holt sich kleine Kristallkugel

Didier Cuche konnte das Duell gegen den Österreicher Michael Walchhofer für sich entschieden. Dank einem 4. Platz auf der Lenzerheide gewann der Schweizer zum vierten Mal den Abfahrts-Weltcup.

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Am 29. Dezember 1993 startete Didier Cuche in Bormio zu seinem ersten Rennen. Er wurde Zweitletzter. In Kitzbühel feiert der Neuenburger auf der legendären Streiff seinen ersten grossen Erfolg. Bis zu seinem nächsten Weltcupsieg sollten allerdings vier Jahre vergehen. 1998 gewann der Neuenburger an den Olympischen Winterspielen von Nagano im Super-G die Silbermedaille. 2002 gewann Didier Cuche seinen ersten Riesenslalom - ausgerechnet in Adelboden am «Chuenisbärgli». Dort zeigte er auch zum ersten Mal seinen Trick mit dem sich überschlagenden Ski. 2005 zog sich Cuche in Adelboden einen Kreuzbandriss zu. Nach einer Saison, in der er sich wieder an die Weltspitze herantastete, gewann Cuche 2007 an den Weltmeisterschaften in Are Bronze im Riesenslalom. Im selben Jahr holte er die kleine Kristallkugel in der Abfahrt. Auch 2008 gewann Cuche die kleine Kugel in der Abfahrt. An den Weltmeisterschaften 2009 in Val d'Isère gewann der mittlerweile 34-Jährige die Goldmedaille im Super-G und die Silbermedaille in der Abfahrt. 2009 gewinnt Didier Cuche die Wahl zum Sportler des Jahres vor Roger Federer. 2010 gewinnt Cuche auf der Streif in Kitzbühel sowohl den Super-G als auch die Abfahrt. Bei Olympia 2010 wollte der beste Abfahrer der letzten Jahre gross auftrumpfen. Doch die Spiele in Kanada endeten für ihn in einer einzigen grossen Enttäuschung. An den Weltmeisterschaften 2011 in Garmisch-Partenkirchen holt Cuche Silber in der Abfahrt - damit ist er der einzige Skirennläufer, der in drei verschiedenen Jahrzehnten einen Medaillengewinn an einem Grossanlass feiern durfte. Grosse Emotionen eines grossen Sportlers: Didier Cuche gewinnt im Weltcup-Finale 2011 in der Lenzerheide zum vierten Mal (nach 2007, 2008 und 2010) den Abfahrtsweltcup. Stolz präsentiert der Neuenburger die kleine Kugel. Nur einen Tag später holt sich Cuche auch die Kugel im Super-G. Das Rennen am Weltcupfinale in Lenzerheide musste wegen des schlechten Wetters abgesagt werden - Cuche ist erstmals der beste Super-G-Fahrer der Saison. Im November 2011 gewinnt der 37-jährige Neuenburger die Abfahrt in Lake Louise. Es ist sein 18. Weltcupsieg. Am 11. Dezember 2011 gewinnt Cuche zum zweiten Mal die Wahl zum Schweizer Sportler des Jahres. Didier Cuche wird am 14. Januar 2012 sogar noch zum Schweizer des Jahres gewählt. Am 19. Januar 2012 gibt der 37-jährige Neuenburger in Kitzbühel bekannt, dass er seine Karriere Ende Saison 2011/12 beendet. Drei Tage nach seiner Rücktrittsankündigung gewinnt Cuche auf der legendären Streif zum fünften Mal die Abfahrt. Er ist damit alleiniger Rekordhalter. Auch in Garmisch stand der Neuenburger wieder zuoberst auf dem Podest. Der Triumph in der Sprintabfahrt war bereits der 20. Weltcup-Sieg seiner Karriere. In Crans-Montana, bei Cuches letztem Heimrennen, konnte der Neuenburger noch einmal Jubeln: Sieg im Super-G. Beim Saisonfinale in Schladming bedankt sich Cuche nach seinem letzten rennmässigen Einsatz im Super-G bei den Fans. Die grpsse Abschiedsshow gibt er im Riesenslalom. In der Saison 2012/13 nimmt Didier Cuche bei Swiss Ski eine beratende Funktion ein.

Die grosse Karriere des Didier Cuche in Bildern.

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Letzter Abfahrtssieger der Saison wurde der Franzose Adrien Théaux, aber das grosse Thema war natürlich der Zweikampf um die kleine Kugel. Der Österreicher Michael Walchhofer, der vor dem abschliessenden Abfahrts-Rennen die Wertung mit 14 Punkten Vorsprung angeführt hatte, kam bei bereits sehr diffusem Licht letztlich nur auf Platz 11. Dem unmittelbar nach dem Österreicher mit Nummer 22 gestarteten Cuche hätte auch der 5. Platz noch gereicht. Letztlich holte sich der Neuenburger mit 12 Punkten Vorsprung zum vierten Mal nach 2008, 2009 und 2010 die kleine Kristallkugel für den Abfahrts-Weltcup.

Cuche gegen Walchhofer war so etwas wie das Duell der Giganten. In den sechs Saisons zuvor hatten sich diese beiden Cracks die Erfolge schön aufgeteilt: Walchhofer gewann die Wertung 2005, 2006 und 2009, Cuche in den restlichen Jahren. Mit seinen vier kleinen Kugeln ist der Westschweizer nunmehr die Nummer 2 aller Zeiten. Nur Franz Klammer steht mit fünf Siegen noch über Cuche. Aber der 36-jährige Schweizer kann diese Marke ja noch einstellen. Im Gegensatz zu Walchhofer, der sein letztes Abfahrtsrennen bestritt, wird Cuche ja noch mindestens eine Saison anhängen, wie er am Vortag bekannt gab.

Théaux reüssiert erstmals

Den Tagessieg holte sich der Franzose Adrien Théaux, der mit Nummer 8 noch bessere Sichtbedingungen vorfand als die später gestarteten Favoriten. Der 26-Jährige aus dem Val Thorens triumphierte erstmals in seiner Karriere, nachdem er es in diesem Winter schon zweimal aufs Podium geschafft hatte. Zweiter war Théaux im Super-G von Beaver Creek, Dritter in der Abfahrt von Kitzbühel. Théaux stand auch das nötige Glück zur Seite. Um eine Hundertstelsekunde setzte sich der Franzose vor den erst 23-jährigen Österreicher Joachim Puchner, der mit Nummer 3 gestartet war und nach seinem 3. Rang letztes Wochenende beim Super-G in Kvitfjell zum zweiten Mal aufs Podest stieg. Platz 3 ging an den Norweger Aksel Lund Svindal (Startnummer 11), der 2007 die bisher letzte Weltcup-Abfahrt auf der Lenzerheide gewonnen hatte.

Neben Cuche schafften es die drei anderen Schweizer Starter in die Top 10. Patrick Küng als Siebenter, Beat Feuz als Achter und Carlo Janka als Zehnter. Silvan Zurbriggen hatte kurzfristig auf einen Start verzichtet.

Weltcup-Abfahrt der Männer in Lenzerheide. Schlussklassement:
1. Adrien Théaux (Fr) 1:22,94.
2. Joachim Puchner (Ö) 0,01 zurück.
3. Aksel Lund Svindal (No) 0,16.
4. Christof Innerhofer (It) und Didier Cuche (Sz) 0,31.
6. Peter Fill (It) 0,36.
7. Patrick Küng (Sz) 0,45.
8. Beat Feuz (Sz) 0,59.
9. Yannick Bertrand (Fr) 0,62.
10. Carlo Janka (Sz) 0,68.
11. Michael Walchhofer (Ö) 0,70.

Abfahrts-Weltcup:
1. Cuche 510 Punkte.
2. Walchhofer 498.

(sda)