Ski-WM

05. Februar 2019 08:41; Akt: 05.02.2019 09:41 Print

Ist unser Quartett gut fürs Podest?

von Marcel Rohner - Im Super-G waren die Schweizerinnen bisher vorne dabei. Unter die ersten drei schaffte es aber nur eine.

Bildstrecke im Grossformat »
Schweizer Medaillengewinner an Ski-Weltmeisterschaften – Die vom 5. bis 17. Februar in Schweden stattfindenden Wettkämpfe beginnen für die Schweizer Delegation vielversprechend. Zum Auftakt fährt Corinne Suter im Super-G der Frauen aufs Podest. Die Schwyzerin Corinne Suter gewinnt im Super-G Bronze und posiert stolz neben Weltmeisterin Mikaela Shiffrin (M.) aus den USA, rechts zeigt die Italienerin Sofia Goggia ihre Silber Medaille. Die WM-Dritte kann ihr Glück kaum fassen. Zwei Hundertstelsekunden Vorsprung auf die viertplatzierte Viktoria Rebensburg und nur fünf Hundertstel Rückstand auf Siegerin Shiffrin weist sie im Ziel auf. – Wendy Holdener glänzt an der Heim-WM im Engadin mit zwei Medaillen. Insgesamt sieben davon holt die Schweizer Delegation. Lara Gut – damals noch ledig und daher ohne «Behrami» im Namen – fährt zum WM-Auftakt im Super-G auf Rang 3. Sie verliert 36 Hundertstelsekunden auf Siegerin Nicole Schmidhofer (AUT). Zweite wird die Liechtensteinerin Tina Weihrather. Am zweiten Tag ist Wendy Holdener in der Kombination eine Klasse für sich. Mit einem starken Slalomlauf verdient sie sich den Triumph. Da Michelle Gisin (l.) nur 5 Hundertstelsekunden hinter der Schwyzerin auf Platz 2 landet, können die Schweizerinnen einen Doppelsieg feiern. Acht Tage nach ihrem WM-Titel jubelt Holdener auch im Slalom. Nur die US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin ist mit 1,64 Sekunden Vorsprung deutlich schneller. Dazwischen erfreuen die Männer die Schweizer Fans. Beat Feuz macht sich einen Tag nach seinem 30. Geburtstag (11. Februar) selber ein Geschenk, indem er in der Abfahrt Gold holt. Am 13. Februar schlägt die Stunde von Luca Aerni. Der Berner lässt in der Kombination alle hinter sich. Auch Mauro Caviezel zeigt ein starkes Rennen, wobei ihm vor allem die Abfahrt gelingt. Der Österreicher Marcel Hirscher (l.) verhindert einen Schweizer Doppelsieg durch Aerni und Caviezel (r.), wobei dem Bündner lediglich 6 Hundertstel zu Silber und auf die Bestzeit fehlen. An seinem Wohnort Grosshöchstetten geniesst Kombinations-Weltmeister Aerni das Bad in der Menge. Den Teamwettbewerb gewinnen die von Julien Lizeroux, Tessa Worley und Alexis Pinturault (v.l.) angeführten Franzosen. Den Schweizern (mit Holdener, Aerni, Camille Rast und Reto Schmidiger) bleibt als Vierte ein Podestplatz knapp verwehrt. verpassen als Vierte das Podest knapp. – Patrick Küng holt seine erste und einzige WM-Medaille. Jener Samstag (7. Februar) prägt die Karriere des inzwischen zurückgetretenen Glarners. Lara Gut fällt am zweiten Tag nach der Abfahrt viel Druck von den Schultern. Der Tessinerin bleibt in der Abfahrt ein Sieg (der geht an die Slowenin Tina Maze; Anna Fenninger wird Zweite) zwar verwehrt, über Bronze kann sie sich dann aber doch freuen. So richtig im Freudentaumel sind dann Küng (r.) und Beat Feuz am Abend nach der Abfahrt. Der eine zeigt stolz seine Goldmedaille, der andere hält die bronzene Auszeichnung in der Hand. Travis Ganong (USA) verhindert einen Schweizer Doppelsieg, da er 7 Hundertstel schneller als Feuz im Ziel ist. Zurück in der Schweiz lässt sich der Abfahrts-Weltmeister per Helikopter auf den Kerenzerberg fliegen, wo er in Obstalden nicht nur von den Kleinen ganz gross gefeiert wird. Überfliegerin an der WM in den USA ist Anna Fenninger. Die Österreicherin gewinnt zweimal Gold (Super-G und Riesenslalom) und Silver in der Abfahrt. Die Österreicher dürfen sich auch nach dem Teamevent freuen, den sie – mit Kombinations-Weltmeister Hirscher (Mitte) – zum zweiten Mal nach dessen Einführung an der vorhergehenden WM für sich entscheiden. Lara Gut überwindet ihren WM-Fluch und fährt erstmals aufs Podest, nachdem sie dieses zwei Jahre zuvor mehrfach und teils äusserst knapp verpasst hatte. Sie Spezialistin der Speed-Disziplinen hätte sich zwar gerne Gold umhängen lassen, kann aber auch nach Silber im Super-G am ersten WM-Tag mit ihrer Medaille um die Wette strahlen. Tina Maze verweist Gut auf Rang 2 und posiert mit WM-Gold. Vater Pauli Gut und Mutter Gabriella sind allerdings stolz, dass ihre Tochter Vize-Weltmeisterin ist. Nach der Abfahrt traut Nadja Kamer im Ziel ihren Augen nicht, denn der Schwyzerin fehlen nur 5 Hundertstel zu Bronze. Bei den Männern schafft kein Schweizer in den fünf Einzel-Disziplinen den Sprung aufs Podest, während der US-Amerikaner Ted Ligety dreimal (im Super-G, in der Kombination und im Riesenslalom) zuoberst steht. Auch im ersten WM-Teamevent, den die Österreicher mit Hirscher (2.v.r.) gewinnen, bleibt die Schweiz (Rang 9) fernab einer Topklassierung. – An der WM in Deutschland muss Lara Gut unten durch. Sie schlittert gleich mehrfach an einer Medialle vorbei. Zum WM-Auftakt fehlen der damals 19-Jährigen im Super-G 23 Hundertestelsekunden auf Rang 3. Nach der gelungenen Abfahrt kann Gut noch lachen, doch später ist ihr zum Heulen zumute, da sie das Treppchen um 35 Hundertstel verpasst. Dominique Gisin ergeht es in der Kombination ähnlich. Sie muss die Bronzemedaille wegen 41 fehlenden Hundertstel der Schwedin Anja Paerson überlassen. Elisabeth Goergl hingegen nimmt gleich zwei goldene Auszeichnungen mit nach Österreich. Sie geht als Abfahrts- und Super-G-Weltmeisterin hervor. Neben ihr posiert Lindsey Vonn (l.) mit Abfahrts-Silber und Maria Riesch als Dritte der Abfahrt. Dank Didier Cuche können die Schweizer Fans in Deutschland immerhin einen Podestplatz bejubeln. Der Romand muss sich in der Abfahrt nur Erik Guay geschlagen geben. Es ist Cuches letzte WM-Abfahrt und er verabschiedet sich entsprechend vom Publikum. – In den französischen Alpen ist Didier Cuche nicht der einzige Schweizer, der gleich zwei Medaillen einfährt. Im Super-G brilliert der Romand, in der Abfahrt muss er den WM-Titel jedoch einem Kanadier überlassen. Denn John Kucera gewinnt seine erste und einzige WM-Medaille seiner Karriere. Neben Cuche steht mit Carlo Janka (r.) ein zweiter Schweizer auf dem Podest. Im Riesenslalom gelingt dem Bündner dann ein Exploit und er lässt alle Fahrer hinter sich. Als 22-Jähriger wird er Weltmeister, musste sich aber durchbeissen. Lara Gut holt zwei weitere Auszeichnungen für die Schweiz. Sie beendet die Kombination auf Rang 2 und das Abfahrtsrennen auf dem gleichen Platz. Es sind ihre ersten WM-Medaillen. In der Abfahrt lässt Lindsey Vonn die Tessinerin hinter sich. Die US-Amerikanerin gewinnt auch den Super-G und fährt ihre ersten Weltmeister-Titel ein. – Als die WM vor zwölf Jahren letztmals in Schweden stattfand, hat Daniel Albrecht mit zwei Podestplatzen alle überrascht. Die Wettkämpfe beginnen aus Schweizer Sicht mit Bruno Kernens Bronze im Super-G vielversprechend. Albrecht gewinnt dann die Kombination vor dem Österreicher Benjamin Raich und feiert seinen WM-Titel mit Teamkollege Marc Berthod (r.), der Dritter wird. Der Weltmeister aus dem Wallis ist auch im Riesenslalom top. Nur Aksel Svindal stellt Albrecht in den Schatten. Dritter wird Cuche. In Fiesch wird dem Walliser ein weltmeisterlicher Empfang geboten.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Im Dezember war es auch um den Super-G geschehen. Mikaela Shiffrin, die beste Technikerin im Skizirkus, überrollte ihre Gegnerinnen, gewann die letzten drei Rennen vor der Weltmeisterschaft und dominiert jetzt ihre dritte Disziplin. Wenn die WM also am Dienstagmittag mit diesem Rennen eröffnet wird, ist sie die Favoritin.

Dann kommt der Rest und mit ihm ein Schweizer Quartett. Lara Gut-Behrami, Wendy Holdener, Jasmine Flury und Corinne Suter werden den Super-G von Are bestreiten. Abgesehen von der Tessinerin eint sie alle eins: Sie waren in dieser Saison oft vorne dabei, aber nie ganz vorne.

Suter hat den Schlüssel gefunden

Die Schweiz hat drei Fahrerinnen für die Top 6, aber mit Gut-Behrami, so scheint es, nur eine für das Super-G-Podest. Die 27-Jährige hatte die Rennen in Maribor noch ausgelassen und war zuletzt in Garmisch gut in Form. Aber auch Corinne Suter scheint rechtzeitig auf die WM hin den Schlüssel gefunden zu haben und lässt sich von schlechten Resultaten nicht mehr beeinflussen. Nach dem vierten Platz in Cortina im Januar folgten am gleichen Wochenende zwei grosse Enttäuschungen.

Video: Lara Gut-Behrami verlangt mehr Respekt

«In anderen Jahren hätte ich mich davon aus dem Konzept bringen lassen», sagt Suter. Nur eine Woche später aber schaffte sie die Qualifikation für das Rennen von heute, es war die letzte Möglichkeit. «Vielleicht brauche ich diesen Druck auch», so die Schwyzerin. Doch auch ohne viel Druck klappt es bisher ganz gut in Schweden. Die 24-Jährige beendete das erste Abfahrtstraining bei viel besserem Wetter als am Vortag als Zweitschnellste. Und das, obwohl sie am Vorabend noch sagte: «Im ersten Training greife ich nie voll an.»

Wintersport

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alter Nativ am 05.02.2019 09:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer dieselbe

    Und warum wird wieder LaraGut in den Mittelpunkt gestellt? Es hst noch drei andere Athletinnen die ins Frontbild gesetzt werden können.

  • Sergio Plücker am 05.02.2019 08:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig aber wahr

    Bin nicht Skifan. Aber ich schaue weil ich einfach möchte, dass Gut Berami scheitert.

  • Chiesa Riciardinhio am 05.02.2019 08:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alle ausser Lada

    Ich weiss nicht wie es euch geht, aber wir schauen die Rennen nur aus einem Grund. Nämlich in der Hoffnung dass Lara ausscheidet!

Die neusten Leser-Kommentare

  • CH-Real. am 05.02.2019 12:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    DIE SKI-WM MIT MEDAILLEN FÜR DIE SCHWEIZ?!

    Ich hätte Wendy H. ins Frontbild gestellt; ihr ist am ehesten noch eine Medaille zuzutrauen. Lara zeigt ja schon lange keine guten Resultate mehr ( bis auf 1 Ausnahme). Die Blitz-Heirat hat sie total durcheinander gebracht. Wenn in Are Gut-B. eine Medaille holt, dann bin ich der Kaiser von China. Bei den Herren könnte Odermatt evtl. aufs Podest kommen -- oder der Berner Kugelblitz B.F. Mal gucken.

  • Maler50 am 05.02.2019 12:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    trauriges Leben

    Hier gibt's wohl einige welche ein trauriges Leben friesten,anders sind ihre Kommentare gar nicht zu erklären. Hopp Swiss-Ski Girls!

  • skimaster am 05.02.2019 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    WH machts

    Schön, wenn man von einem Quartett mit Medaillenchancen sprechen könnte. Leider gibt es nur eine die eine Siegesfahrt hinlegen wird: Wendy Holdener.

  • Pulitzerpreis am 05.02.2019 10:42 Report Diesen Beitrag melden

    Schlagzeilen auch ohne sportlichen Erfog

    Und sonst machen wir halt die zigste Homestory, oder heiraten, oder gehen - sensationell - in die Ferien!! Damit sind gewisse Damen ja fast mehr in der Presse als mit sportlichen Erfolgen. Es ist aber auch ein Kreuz, wenn man bei der Vermarktungsagentur Kundin ist, die Ringier gehört. Da ist man - rein zufälligerweise - auch dann regelmässig im BLICK, wenn es sportlich an sich nichts zu berichten gäbe. Dieses "Problem" lassen sich C-Promis aus dem "Showgeschäft" auch Geld kosten.

  • Priska am 05.02.2019 09:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hopp Schwiiz

    Ich halte allen die Daumen und hoffe auf mindestes ein Podestplatz. Hopp Schwiiz!