Nordische Ski-WM

23. Februar 2011 22:30; Akt: 23.02.2011 20:06 Print

Ein letztes Mal abheben: Küttels Abschieds-WM

Andreas Küttel, der Titelverteidiger auf der Grossschanze, fand diesen Winter nicht aus der Krise. Dies zwingt ihn an der WM 2011 in Oslo zum Abschied.

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Andreas Küttel will seine Karriere – trotz Dauerkrise in dieser Saison – an der Weltmeisterschaft würdig beenden. (Keystone)

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Zum Thema Rücktritt fand der Sieger von fünf Weltcupspringen schon seit Jahren klare Worte. «Ich stelle mir jeden Frühling drei Fragen. Erstens: Macht es noch Spass? Zweitens: Kann ich mich noch verbessern? Drittens: Sieht es finanziell noch gut aus?» Sofern er dreimal mit Ja antworten könne, mache er weiter. «Sonst habe ich die Latten Ende Saison rasch in die Ecke gestellt.» Bereits im Sommer beantwortete der 31-Jährige die ersten der drei Fragen innerlich mit «Jein». Der Spassfaktor sei kleiner geworden, dafür das Verbesserungspotenzial umso grösser, meinte er lachend.

Nun wurde der Schweizer von der Aktualität überrumpelt. Den letzten Sprung in einem internationalen Wettkampf wird er nicht wie ursprünglich vorgesehen beim Saisonfinale in Planica – dort fände er in seiner Form kaum Aufnahme im Hauptfeld – sondern in Oslo auf der Grossschanze absolvieren. Die Qualifikation steht kommenden Mittwoch an, der Wettkampf folgt einen Tag später. Illusionen gibt er sich keinen hin. «Nicht jeder kann so aufhören wie Sarah Meier», sagte er in Anspielung auf die Eiskunstläuferin, die im Januar in ihrem letzten Wettkampf Europameisterin geworden war.

Küttel orientiert sich an den Qualifikationsweiten statt an den Top-Rangierungen. Die Zügel lässt er angesichts der schwierigen Ausgangslage nicht schleifen. Zum «Ausplampen» ist er nicht an den Holmenkollen gereist. «Ich will meine Karriere mit einer runden Sache abschliessen.» Und ohne zu viel Sentimentalitäten: «Es gibt jetzt keine Tränen, Zeit für Wehmut habe ich später noch genug. Der Fokus liegt auf dem Skispringen.»

(sda)