Super-Kombination

11. Februar 2011 08:27; Akt: 11.02.2011 17:48 Print

Erneut keine Medaille für die Schweiz

Während für die Schweizer auch im dritten WM-Rennen nur der 4. Platz herausschaut, holt die Österreicherin Anna Fenninger Super-Kombinations-Gold.

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Sinnbildlich für das schlechte Abschneiden des Schweizer Ski-Teams: Silvan Zurbriggen schied aus. Auch eine Variante: Über die Stange statt neben ihr vorbei - vorgeführt vom Franzosen Steve Missilier. Hoffentlich macht ders besser: Der deutsche Hoffnungsträger Felix Neureuther schaut Teamkollege Fritz Dopfer nach seinem Ausfall zu. Den Hang vor der Linse: Der britische Fotograf Mitch Gunn im Schottenrock am Gudiberg. Marlies Schild kann ihren Gold-Triumph im Slalom kaum fassen. Disziplinen-Dominatorin Schild fand den schnellsten Weg durch den Stangenwald. Auch Wildkatzen traten zum WM-Slalom am Gudiberg an: Die Rumänin Sandra-Elena Narea. Ted Ligety: Bei der Siegerehrung noch andächtig... ...um danach seinen Triumph mit der ganzen Welt zu teilen. Stehaufmännchen: Didier Cuche war nach der ersten Enttäuschung schon bald wieder nach Lachen zumute. Tina Mazes Welt steht Kopf: Die Freude über den Riesenslalom-Titel ist gross. Federica Brignone freut sich kurz nach ihrem Lauf über die Medaille. Tessa Worley (rechts) zeigte im zweiten Lauf eine unglaubliche Aufholjagd: Von Platz 19 zu Bronze. Strahlende Sieger auf dem Podest. Sechs glückliche Franzosen geben die Marseillaise zum Besten. Beim Team-Event musste sich niemand am Skilift hinten anstellen. Anja Pärson geniesst die Fahrt nach oben. Die Kroatin kommt gewaltig ins Straucheln. Das Schreien hat sich ausbezahlt: Schweden gewinnt Bronze. Küsschen für den Kombi-Sieger: Aksel Svindal mit Freundin Julia Mancuso. Grosser Ärger hingegen bei Beat Feuz. Der Berner fädelte im Slalom ein. Er lag knapp in Führung, eine Medaille war in Reichweite. Den Schweizer Fans blieb der Jubel auf den Lippen kleben. Dafür durfte sich Christof Innerhofer über seine dritte Medaille freuen. Zusammen jubelt es sich besser. Die Piste musste intensiv präpariert werden. Elisabeth Görgl gewinnt die Frauen-Abfahrt vor Lindsey Vonn (mit den schönen Schuhen) und Maria Riesch. Lindsey Vonn ist enttäuscht, dass es nicht für einen Sieg gereicht hat. Lara Gut schreit im Ziel ihre Freude heraus. Am Schluss reicht es doch nur für Platz 4. Innige Umarmung von Vonn und Görgl: Die Amerikanerin gratuliert ihrer Konkurrentin zum Sieg. Medaillenfeier von Didier Cuche im Swiss House. Die ist echt: Didier Cuche und seine silberne Medaille von der Abfahrt bei der offiziellen Siegerzeremonie. Didier Cuche (l.) mit seiner Silbermedaille neben Sieger Erik Guay und dem drittplatzierten Christof Innerhofer. Didier Cuche gewinnt in der Abfahrt die Silbermedaille. Nach seinem schnellen Lauf, kracht Didier Cuche mit voller Wucht in die Auffang-Kissen im Zielraum. Diese erste Schweizer Medaille sorgt wohl nicht nur bei Didier Cuche für Erleichterung. Erik Guay geniesst den Moment zuoberst auf dem Podest. Keine optimale Haltung bei Christof Innerhofer - trotzdem gabs Bronze. Viele Fahrer war im Ziel völlig ausgepumpt: So zum Beispiel Natko Zrncic-Dim, ... ... Andrej Sporn oder ... ... der Italiener Werner Heel. Schweizer Fans konnten erstmals jubeln. Bode Miller enttäuschte seinen Anhang dagegen leicht. Gespenstische Stimmung vor der Super-Kombination der Frauen. Aurelie Revillet im Schneegestöber. Laurenne Ross zeigt ihre Zunge. Diese Jacke gehört einem der Exoten, nämlich ... ... Jean-Pierre Roy, der als erster Haitianer an den Start einer Ski-WM gehen wird. Er wird sich im Riesenslalom versuchen. Didier Cuche einsam und allein auf dem Sessellift. Marion Rolland knallt im Ziel in die Absperrung und muss befreit werden. Lindsey Vonn hat's da schon besser. Sie will im Abfahrtstraining keine Risiken eingehen und ist deshalb dick eingepackt. Super-G-Weltmeister Christof Innerhofer macht im Abfahrtstraining keine gute Figur. Didier, was siehst du denn da? Bode Miller kommt mit nur einem Stock ins Ziel. Wieder einmal hat der Amerikaner Pech mit dem Material. Viele Fotografen warten auf das Siegerfoto. Der frischgebackene Weltmeister spielt aber nur mit der Fernsehkamera. Trotz Rang 4: Didier Cuche zeigt seinen Special. Julia Mancuso läuft über den Laufsteg, äähh zum Podest. Bronze-Küsschen für Maria Riesch. Ga und Pa sollen im Zielraum für den einen oder anderen Lacher sorgen. Mehr Aufsehen erregt allerdings dieser Ziegen-Fan. Mit Feuerwerk werden in Garmisch-Patenkirchen die Ski-Weltmeisterschaften begrüsst. Die Zeremonie findet beim Aufsprunghügel der Olympia-Schanze in Partenkirchen statt und dauerte rund 45 Minuten. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (links) posiert mit Maria Riesch (Mitte) und Felix Neureuther. Die Schweizer Fahrer zeigen sich zuvor bei der Pressekonferenz im Schweizer Haus. Von links: Sandro Viletta, Tobias Grünenfelder, Silvan Zurbriggen, Carlo Janka und Didier Cuche. Weitere Bilder der Eröffnungsfeier.

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Die Schweizerinnen hielten am Freitag zwar streckenweise gut mit, doch in der Endabrechnung fehlten Dominique Gisin als Bester vier Zehntel zu einem Top-3-Platz und 0,67 Sekunden zu Gold. Damit wartet Swiss-Ski an den Titelkämpfen in Bayern nach drei von elf Entscheidungen weiterhin auf die erste Medaille.

Schon im ersten Teil des Pensums, der Abfahrt am Morgen, hatte Dominique Gisin überzeugen können. Die Engelbergerin zeigte sich erholt von ihrem Blackout am Dienstag, als sie kurz vor dem Ziel ein Tor verpasst hatte, und vermochte sich auch gegenüber den zwei Abfahrtstrainings deutlich zu steigern. Gisin blieb ohne gröbere Fehler, liess die Ski gut laufen und büsste als Zweite nur 26 Hundertstel auf Halbzeit-Leaderin Görgl ein. Am Nachmittag zeigte die Innerschweizer Speed-Spezialistin ihre beste Karriereleistung im Stangenwald.

Feierabend mittelmässig, Gut stürzt schwer

Denise Feierabend gelang nach sensationeller Leistung in der Abfahrt (7. Zwischenrang) in ihrer Spezialdisziplin hingegen nur eine höchst mittelmässige Fahrt, mit welcher sie sogar langsamer war als Gisin. Dabei hatte die Innerschweizerin an den Gudiberg beste Erinnerungen: Vor zwei Jahren wurde sie auf genau diesem Hang Junioren-Weltmeisterin im Slalom.

Lara Gut, der im Vorfeld vom Swiss-Ski-Quartett die grössten Chancen auf eine Spitzenplatzierung zugetraut wurden, durfte als Abfahrtsfünfte mit nur 0,71 Sekunden auf die Spitze mit einer Medaille liebäugeln. Die Tessinerin nahm im Slalom hohes Risiko und lag bei der letzten Zwischenzeit noch um 0,26 Sekunden vor der späteren Zweiten Maze. Für Gut, die einfädelte und einen Überschlag produzierte, wäre ein Exploit wie an der WM 2009 in Val d'Isère, als die damals 17-Jährige aus Comano in der Super-Kombination überraschend die Silbermedaille geholt hatte, wiederum möglich gewesen.

Gut trotzte der gelben Flagge

Am Morgen hatte es bei der Fahrt von Lara Gut einen Zwischenfall gegeben. Weil im Zielraum die Französin Marchand-Arvier gestürzt war, stand ein Streckenposten auf der Piste und schwenkte die gelbe Flagge. Diese signalisiert der Fahrerin, dass sie ihre Fahrt abbrechen soll. Doch unmittelbar bevor Gut diese Stelle erreichte, verliess der Streckenposten die Piste wieder. Gut sah nach eigener Aussage zwar die gelbe Flagge und wollte schon bremsen, ehe sie sich doch zur Weiterfahrt entschloss.

Fabienne Suter hatte in der Abfahrt mit mehr als 2,3 Sekunden Rückstand auf die Spitze (17. Zwischenrang) enttäuscht. Daraufhin gab die Schwyzerin ihren Verzicht auf den Slalom bekannt. Nur knapp schneller als Suter war die von einer fiebrigen Grippe geschwächte Deutsche Maria Riesch gewesen, die in der Folge auch am Nachmittag enttäuschte.

Maze Zweite, Pärson Dritte

Die Slowenin Tina Maze gewann mit neun Hundertsteln Rückstand Silber, Bronze ging an die Schwedin Anja Pärson. WM-Gold ist für Anna Fenninge der mit Abstand grösste Erfolg in ihrer Karriere. Im Weltcup hat die 21-jährige Salzburgerin, deren erste Gratulantin im Zielraum Lara Gut war, noch nie gewinnen können (drei Podestplätze). Fenningers nach der Abfahrt führende Landsfrau Elisabeth Görgl, drei Tage zuvor Goldmedaillen-Gewinnerin im Super-G, verbremste den Slalom-Lauf und fiel noch auf den 5. Rang zurück.

Lindsey Vonn, die nach wie vor an den Nachwirkungen der Hirnerschütterung leidet, die sie sich vor gut einer Woche bei einem Trainingssturz zugezogen hat, klassierte sich nur im 12. Zwischenrang nach der Abfahrt. Die Amerikanerin, Siegerin der einzigen Weltcup-Super-Kombination in diesem Winter, hatte allerdings schon vor ihrem Start am Morgen die Kombinationsabfahrt zu einer Trainingsfahrt herabgestuft. Erwartungsgemäss verzichtete Vonn danach auf den Slalom.

Die Österreicherin Kathrin Zettel, vor zwei Jahren in Val d'Isère Weltmeisterin in der Super-Kombination, hatte schon vor der WM ihren Verzicht auf die Titelverteidigung bekanntgegeben.

Garmisch-Partenkirchen (De). WM-Super-Kombination der Frauen:
1. Anna Fenninger (Ö) 2:43,23.
2. Tina Maze (Sln) 0,09 zurück.
3. Anja Pärson (Sd) 0,27.
4. Dominique Gisin (Sz) 0,67.
5. Elisabeth Görgl (Ö) 0,89.
6. Denise Feierabend (Sz) 1,28.
7. Julia Mancuso (USA) 1,33.
8. Johanna Schnarf (It) 1,36.
9. Marusa Ferk (Sln) 1,77.
10. Lotte Smiseth Sejersted (No) 1,79.
11. Maria Riesch (De) 1,91.
12. Nicole Hosp (Ö) 2,38.
13. Michaela Kirchgasser (Ö) 2,75.
14. Margot Bailet (Fr) 3,02.
15. Marie Marchand-Arvier (Fr) 3,08.
16. Elena Curtoni (It) 4,08.
17. Andrea Jardi (Sp) 4,40.
18. Maria Belen Simari Birkner (Arg) und Agnieszka Gasienica Daniel (Pol), je 6,56.
20. Karolina Chrapek (Pol) 8,26.
40 Fahrerinnen gestartet, 28 klassiert.

(sda)