«Eigentor geschossen»

12. Februar 2019 17:15; Akt: 15.02.2019 14:20 Print

FIS-Rennleiter teilt gegen Feuz aus

Als «unwürdig» bezeichnete Beat Feuz die WM-Abfahrt im Schnee und Nebel. «So hat er sich unsympathisch gemacht», glaubt Markus Waldner.

«Dieses Rennen war nicht WM-würdig»: So kritisierte Beat Feuz die Veranstalter nach der WM-Abfahrt in Are – nun wurde der Emmentaler vom FIS-Renndirektor dafür gerügt. (Video: SRF)
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Das Wetter spielte nicht mit, als am vergangenen Samstag in Are der neue Abfahrts-Weltmeister ermittelt wurde. Wegen Schneefalls und Nebelschwaden hatten die Organisatoren den Start zeitlich nach hinten verschoben. Als Beat Feuz seine Mission Titelverteidigung in Angriff nahm, waren die Bedingungen äusserst schlecht. Um elf Hundertstelsekunden verpasste der Emmentaler als Vierter das Podest. Im Zielraum beklagte er sich vor der SRF-Kamera: «WM-würdig war das nicht. Als nach einstündiger Verschiebung gestartet wurde, war der Schneefall genauso stark wie eine Stunde zuvor. So wurde das Ganze zur Lotterie.»

FIS-Rennleiter Markus Waldner ist diese harsche Kritik nicht entgangen. Auf Laola1.at kontert er:«Ich verstehe die emotionale Reaktion im Ziel. Es ist aber kein Wunschkonzert, es ist ein Freiluftsport.» Dass man es nicht allen recht machen könne, sei klar. Zur WM-Abfahrt sagt der Südtiroler: «Es war am Limit, teilweise vielleicht sogar ein bisschen über dem Limit, aber es war nicht gefährlich, sonst hätte ich das Rennen sofort gestoppt.»

Die Kritik des WM-Vierten weist Waldner entschieden zurück: «Wenn Beat Feuz zwei Zehntel schneller ist und aufs Podium fährt, würden die Schweizer nicht schimpfen.» Belehrend hält der 54-Jährige fest: «Dass es Skirennen auch bei Schneefall gibt, kommt vor, weil es Winter ist.»

«Da sieht man den Unterschied»

Neben Feuz hatte auch Christof Innerhofer die Durchführung der Abfahrt in Frage gestellt. Der Italiener, der auf Rang 11 gefahren war, zeigte sich frustriert. «Warum sie das durchzogen, weiss ich nicht.» Ob da Druck von aussen gekommen sei, wisse er auch nicht. Dazu sagt Waldner: «Wir hatten nicht Druck vom Veranstalter oder sonst wem. Wir hatten Druck vom Wetter, die Prognose war schlecht.»

WM-Abfahrt der Männer in Are

Der FIS-Renndirektor sieht das Problem anderswo: «Ein paar Läufer hatten einfach die Schnauze voll, weil sie nicht die Linie fahren konnten, die sie sich im Training ausgedacht hatten. Die sind alle hier, um Medaillen zu machen.» Waldner hätte sich mehr Respekt für den Doppelsieg der Norweger und insbesondere Aksel Svindal gewünscht, der «allen gezeigt hat, was möglich war». Svindal sei mit einem «Haxn'» gefahren und habe das Rennen fast gewonnen (der 36-Jährige wurde im letzten Rennen seiner erfolgreichen Karriere WM-Zweiter). «Er ist ein wahrer Sportsmann, ein Gentleman», lobt Waldner den abgetretenen Skandinavier.

«Alle, die gejammert haben, haben sich ein Eigentor geschossen und sich unsympathisch gemacht», sagt der FIS-Renndirektor an die Adresse von Feuz und Innerhofer. Und Waldner vergleicht die heutigen mit früheren Rennfahrern. «Da gab es Leute wie Benni Raich oder Mario Matt. Die haben auch gelitten, wenn es nicht gelaufen ist. Aber die haben nicht ein Mal ein negatives Wort gesagt. Das sind Stars und Sportsmänner, da sieht man dann den Unterschied.»

(ddu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Moni75 am 12.02.2019 19:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt nicht

    Werter Hr. Waldner, ja, die Durchführung war am Limit, alle hatten schlechte Bedingungen, aber bei ein paar Fahrern waren sie besonders schlecht. Zu ihnen gehört auch Beat Feuz. Bei ihm war deutlich schlechtere Sicht. An einem "normalen" Weltcup-Rennen kann man das gerade noch so hinnehmen, aber beim Saison-Highlight, der WM-Abfahrt, ist dies ganz besonders ärgerlich. Der Frust von Beat Feuz ist absolut nachvollziehbar und verständlich und ich finde es eine Frechheit dass er nun als "Nörgler" hingestellt wird. Freundliche Grüsse

  • Fight4Freedom am 12.02.2019 20:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jeder Rennläufer hat im Interview...

    ...nach der Abfahrt das selbe gesagt wie Beat Feuz.... Herr Walder...schauen Sie in den Spiel, da sehen Sie den unsympathischen und unfähigen Funktionär.

  • schacla am 12.02.2019 19:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer ist unsympathisch?

    In meinen Augen hat sich nich Feuz unsympathisch gemacht, sondern Herr Waldner. Als Rennleiter, sollte man mit Kritik umgehen können, zumal Feuz und Innhofer nicht die einzigstem waren, die es nicht verstehen konnten, dass man das rennen auf diese Art durchgeführt hat.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Altschnee am 13.02.2019 01:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die FIS ist nicht WM würdig

    Fahre haben das Recht, ihre Meinung zu äussern. Die die oben stehen sind super gefahren, keine Frage. Beat Feuz hatte auch eine super Fahrt, aber eben leider die schlechteste Sicht. Ich mag mich nicht erinnern, im Weltcup jemals eine Abfahrt in solchem Schneetreiben gesehen zu haben. Es war keine WM würdige Abfahrt, da hat die FIS total versagt und dem Skisport einen schlechten Dienst erwiesen.

  • Büxi am 12.02.2019 23:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arroganz des FIS Chefs

    Einfach nur erbärmlich der Kommentar von Mister FIS Waldner, Herr Feuz ist 100 % im Recht und hat die Unterstützung sämtlicher Spitzenfahrer. Die Funktionäre sollen ihre Arbeit machen und nicht Fahrer kritisieren, für mich gibts nur eines, absetzten und einen anderen jüngeren Mann einsetzen , aber sofort. Feuz hat mit seiner Kritik alle Spitzenfahrer vertreten, das ist keine Kritik an den Podestplätzen aber am Prinzip Zufall und Sicherheit, bei solchen Bedingungen ist das Risiko nicht abzusehen. Verschiebung war die einzige valable Möglichkeit.

  • Tinu am 12.02.2019 22:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlecht

    Ja, da hat sich Feuz wirklich ins Abseits gestellt! Auch dass ihm der vierte Platz egal sei, dies sagt kein Profi oder sonst soll er zuhause bleiben!!!

  • Fairsport am 12.02.2019 21:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wetter hin oder her FIS not the best fairplay

    Nicht die Skirennläufer haben die Schnauze voll Herr FIS Renndirektor sondern due FIS und alle Ihre Funktionäre. Es ist halt nicht so angenehm und gibt ein bischen Arbeit mehr zu machen. Nichts neues...ist ja bekannt von grossen Sportverbänden man siehe FIFA, UEFA etc. Eines das muss sich die FIS bewusst sein Ohne Skiläufer auch keine Abfahrten mehr...Wetter hin oder her Herr Waldner...

  • gilpulver am 12.02.2019 21:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    übersicht Behalten

    liebe FIS, es ist wie überall Geld regiert, Sponsoren wo das ganze finanzieren geben denn Druck an. Früher hatten wir auch Fahrer die ihre Meinung kundgeben, leider ist die FIS mit der ganzen Sache was Leistung Sport hinternach, Es fängt schon an mit dem FIS Präsidenten der soll seinen Stuhl freigeben, wir sind nicht an einer Senioren Weltmeisterschaft sonder Top trainierten Athleten, schaut man die Verletzung von fehlenden Sportler an, muss ich mich fragen was gilt es wenn ich denn Österreicher Skirennfahrer im Ziel stürzte wo fast ähnlich abgeflogen ist wie Albrecht. Sir FIS - Rennleiter. Es hat noch ander fast stürze abtragen mit einer Pistenfahrzeug und es den Sportler den Ski verzieht.