Kritik an der FIS

20. Dezember 2011 15:00; Akt: 20.12.2011 15:04 Print

Ligety lehnt sich weit aus dem Fenster

Ted Ligety wettert auf seiner Homepage gegen die FIS. Der US-Amerikaner wünscht sich, seine Riesenslaloms künftig bei Nacht zu fahren. Auch sonst hat er interessante Tipps auf Lager.

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Ted Ligety sehnt sich nach mehr Spektakel im Ski-Zirkus. (Bild: Keystone)

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«Unglücklicherweise sind diejenigen, welche den Weltcup und die Fis leiten stur, nicht risikofreudig und ahnungslos». Ted Ligety lässt auf seiner Homepage kein gutes Haar an der Führungsspitze des internationalen Skiverbands. Bereits nach den Rennen in Beaver Creak hagelte es Kritik auf FIS-Renndirektor Günter Hujara. Einzelne Wortmeldungen, unter anderen mehrere von Riesenslalom-Weltmeister Ted Ligety, haben dabei krass übers Ziel hinausgeschossen. Der Amerikaner hat die FIS der «Tyrannei» und «Diktatur» bezichtigt.

Nun äussert sich der 27-jährige Riesenslalom-Spezialist erneut zu Dingen, die ihm als Rennfahrer sauer aufstossen. Hauptaugenmerk legt er auf die Pause zwischen dem ersten und zweiten Durchgang im Slalom sowie Riesenslalom. Er könne sich nicht vorstellen, dass es eine andere erfolgreiche Sportart gäbe, in welcher eine rund dreistündige Unterbrechung eingebaut wird. «Ich kann mir nicht ausmalen wie es wäre, wenn ich an ein Basketball-Spiel gehen würde und Lebron James für eine Minute spielen sehe, dann aber drei Stunden warten müsste, um ihn dann für eine weitere Minute zu sehen», kritisiert Ligety den Ablauf eines Weltcup-Rennens. Geht es nach ihm, müssten aber nicht nur Pausen Änderungen erfahren. «Ich würde das Teilnehmerfeld auf 40 Athleten verkürzen und nur 30 bis 40 Sekunden lange Kurse setzen. Jeder bestreitet fünf Läufe und nach jedem Lauf halbiert sich das Feld», schlägt Ligety vor.

Ligety fordert höhere Sprünge

Die Ski-Fans sollen so mehr auf ihre Kosten kommen. Ligety setzt aber noch einen drauf: «Jeder Riesenslalom und Slalom sollte bei Nacht stattfinden.» So würde eine Party-Atmosphäre entstehen. Die Touristen hätten damit einen zusätzlichen Grund, um an die Rennstrecke zu kommen. Tagsüber seien diese ja schliesslich auf der Piste, meint Ligety. Als seine Änderungsvorschläge zu den technischen Disziplinen zu einem Ende kommen, ist aber noch nicht Schluss. «Abgesehen von Beaver Creek, Kitzbühel und Wengen sind die meisten Abfahrten ziemlich langweilig anzuschauen. Es wäre interessanter, wenn die Sprünge höher wären, wenn die Fahrer mehr geradeaus fahren würden und die Piste hügeliger und eisiger wäre.»

Grund für seine harsche Kritik am Verband ist ein von Ligety erfasster Eintrag auf seiner Homepage. Voller Vorfreude berichtete der US-Boy dort am Samstag vom «V Pay Alpine Rockfest» (Mix aus Skirennen und Rock-Konzert) in Paganella (It). «Ich freue mich auf dieses Rennen, es ist das Beste. Es hat ein grossartiges Format, vor allem für die Zuschauer. Es tut gut, solche Rennen ausserhalb der Eintönigkeit zu haben.» Ein Event, der am 23. Dezember im Südtirol stattfinden wird. Ted Ligety wird daran teilnehmen. Die Darbietung besteht aus einem Durchgang in der Disziplin Riesenslalom, in dem ein Sprung eingebaut wird. Der Fahrer mit der schnellsten Zeit gewinnt. Mit Cyprien Richard, Bode Miller, Jon Olsson, Aksel Lund Svindal, Kjetil Jansrud, Christof Innerhofer, Davide Simoncelli, Philipp Schörghofer und John Kucera sind noch weitere Grössen des Weltcup-Zirkus' am Start. Einziger Teilnehmer aus der Schweiz ist Marc Berthod.

(als)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chroeschu am 20.12.2011 16:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Why not?!

    So abwegig und fern der Welt sind diese Ideen von dem Herrn Ligety gar nicht!

  • Prorace am 20.12.2011 17:26 Report Diesen Beitrag melden

    Vollkomen richtig - hopp Ligety-Races

    Kann ich voll unterstützen. Rennen am Abend mit kurzen mehrfachen Durchgängen wären viel zeitgemässer und viel spannender. Wieso müssen Rennen in einem Modus gefahren werden wie er in der Vorkriegszeit aufgestellt wurde als es noch fast keine Fernseher gab. Vorschlag: Die ungeliebten Super-G abschaffen und stattdessen Ligety-Races einführen. Ich hoffe Ligety kann etwas bewirken.

  • Teddy am 20.12.2011 18:57 Report Diesen Beitrag melden

    eine frage des egos

    ja für die zuschauer ist das natürlich auch viel besser am Pistenrand bei -15 Grad zu stehen anstatt bei tag in der sonne. und bezüglich Party, schon mal in Adelboden, Wengen, Kitzbühl, oder Alta Badia gewesen. Adelboden Wengen und Kitzbühl verzeichnen jedes jahr neue zuschauerrekorde, so viele dass es schon fast nicht mehr tragbar ist und zu massiven problemen führt, sei es bei der sicherheit oder nur schon wegen platzmangel. ich glaube der gute Teddy hat ein anderes problem und zwar das seines egos. ich glaube kaum dass er diese äusserungen auch gemacht hätte als er noch nicht der beste war.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Teddy am 20.12.2011 18:57 Report Diesen Beitrag melden

    eine frage des egos

    ja für die zuschauer ist das natürlich auch viel besser am Pistenrand bei -15 Grad zu stehen anstatt bei tag in der sonne. und bezüglich Party, schon mal in Adelboden, Wengen, Kitzbühl, oder Alta Badia gewesen. Adelboden Wengen und Kitzbühl verzeichnen jedes jahr neue zuschauerrekorde, so viele dass es schon fast nicht mehr tragbar ist und zu massiven problemen führt, sei es bei der sicherheit oder nur schon wegen platzmangel. ich glaube der gute Teddy hat ein anderes problem und zwar das seines egos. ich glaube kaum dass er diese äusserungen auch gemacht hätte als er noch nicht der beste war.

  • Prorace am 20.12.2011 17:26 Report Diesen Beitrag melden

    Vollkomen richtig - hopp Ligety-Races

    Kann ich voll unterstützen. Rennen am Abend mit kurzen mehrfachen Durchgängen wären viel zeitgemässer und viel spannender. Wieso müssen Rennen in einem Modus gefahren werden wie er in der Vorkriegszeit aufgestellt wurde als es noch fast keine Fernseher gab. Vorschlag: Die ungeliebten Super-G abschaffen und stattdessen Ligety-Races einführen. Ich hoffe Ligety kann etwas bewirken.

  • Chroeschu am 20.12.2011 16:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Why not?!

    So abwegig und fern der Welt sind diese Ideen von dem Herrn Ligety gar nicht!