7. und letzte Etappe

06. Januar 2019 16:15; Akt: 06.01.2019 17:37 Print

Norwegische Dominanz bei der Tour de Ski

Johannes Klaebo löst Dario Cologna als jüngsten Sieger der Tour ab. Bei den Frauen siegt Ingvild Flugstad Östberg überlegen.

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Die Tour de Ski fand am Sonntag mit Norwegens Johannes Hösflot Klaebo und Ingvild Flugstad Östberg die vor dem Anstieg zur Alpe Cermis erwarteten Sieger.

Klaebo gewann als bislang jüngster Langläufer die Tour de Ski. Der 22-Jährige tritt also auch in dieser Statistik die Nachfolge von Dario Cologna an, der 2009 bei seinem ersten von vier Triumphen acht Monate älter gewesen war. Klaebo verteidigte am Sonntag auf der siebenten und letzten Etappe zur Alpe Cermis seinen Vorsprung in der Gesamtwertung. In dem bis zu 28 Prozent steilen Anstieg schwand sein sattes Polster allerdings bedrohlich. Der Russe Sergej Ustjugow, mit einem Handicap von 1:20 Minuten gestartet, kam bis auf 16 Sekunden heran. Klaebos Landsmann Simen Hegstad Krüger lief noch auf Platz 3 vor. Nach dem Verzicht von Cologna beendeten noch die Schweizer Toni Livers und Jonas Baumann auf den Plätzen 31 und 32 die Tour.

Östberg bei den Frauen völlig überlegen

Nach zwei 2. Plätzen steht auch Östberg erstmals zuoberst auf dem Tour-de-Ski-Podest. Die 28-Jährige feierte ihren Sieg gleich mit einem Doppelschlag. Die einstige Sprint-Spezialistin stellte auch die Tagesbestzeit auf, was wie der Overall-Triumph als Weltcupsieg gewertet wird. Östberg baute ihren Vorsprung auf die Russin Natalia Neprjajewa auf 2:42 Minuten aus - ein Rekordvorsprung in der Tour de Ski.

Einen versöhnlichen Abschluss einer wenig erfreulichen Woche erlebte Nathalie von Siebenthal. Die Berner Oberländerin büsste als Tages-Siebente 1:38 Minuten auf Östberg ein. Die 25-Jährige arbeitete sich noch vom 20. in den 15. Rang vor. In den vergangenen zwei Jahren war Von Siebenthal im Etappenrennen jeweils Achte geworden. «Jetzt nur nicht krank werden», betonte die Schweizerin, denn die Form sei ansteigend.

Aus internationaler Sicht brachte die Tour die Erkenntnis, dass sich Russland als klare Nummer-2-Nation hinter Norwegen festgesetzt hat. Bei den Männern teilten sich die beiden Länder sämtliche Top-8-Plätze, bei den Frauen stiessen drei Russinnen in die ersten sechs vor.

Wie weiter?

Die Tour de Ski 2018/19 stand nicht nur aus Schweizer Sicht unter einem schlechten Stern - Aufgabe von Cologna, Von Siebenthal ausserhalb der Top Ten. Das Etappenrennen, vor 14 Jahren massgebend vom Bündner Jürg Capol entworfen, um dem komplettesten Langläufer zu küren, hat an Ausstrahlung eingebüsst. Zuviele Sportler picken bloss die ersten Rennen heraus, um sich in Form zu laufen. Cologna und auch Martin Johnsrud Sundby hatten schon vor der Tour durchblicken lassen, dass ihnen der Mix der Etappen nicht behagt: Zu sprintlastig, zu wenig lange Rennen, zu wenig Wettkämpfe mit Einzelstarts. Klaebo beispielsweise strich 3:12 Minuten an Bonus ein. Gegen ein solches Polster lässt sich nur schwer ankommen.

Bei den Frauen trat mit Therese Johaug die Beste gar nicht an und auch bei den Männern musste, wie Capol im Gespräch mit der «Aargauer Zeitung» andeutete, hinter den Kulissen geweibelt werden, um den vorzeitigen Ausstieg von Klaebo zu verhindern. Ein Tour-Leader, der zwei Tage vor Schluss aufgibt, wäre nicht gut für den Ruf des Anlasses, der einen beträchtlichen Teil des Marketing- und Medienwerts des gesamten Langlauf-Winters ausmacht.

Mit dem vorübergehenden Ausstieg des traditionellen Etappenorts Oberstdorf wegen der nordischen Weltmeisterschaften 2021 und der verlorenen Volksabstimmung in Liechtenstein zu einem erstmaligen Besuch der Tour im Ländle, fehlt der FIS für die nächste Austragung ein Organisator. Kommenden Winter findet kein Grossanlass statt, damit steigt der Wert der Tour de Ski. «Das Produkt braucht einen Farbtupfer», forderte Capol, der Nordisch-Direktor bei der FIS Marketing AG. Der 53-Jährige denkt an eine spezielle Etappe, einen etwas verrückten Startort («Wieso nicht Moskau?») oder eine revolutionäre Wettkampfform. Bis im Frühling soll Klarheit herrschen.

Wintersport

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Damian Egli am 06.01.2019 17:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Korrektur

    3. wurde mit Krista Pärmäkoski keine Russin sondern eine Finnin, somit gehen von den 6 Podestplätzen drei an Norwegen, nur zwei an Russland und einer an Finnland...

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  • Tom P. am 07.01.2019 03:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reizhusten versus Spray

    Spricht für die sportliche Betreuung von Cologna, dass er mit Reizhusten (Belastungsasthma) verzichtet hat. Als er noch norwegische Trainer/Betreuer hatte, und fast nach Belieben siegen konnte, wäre die Entscheidung wohl anders gefallen. Dass er ohne norwegische Trainer nicht mehr so erfolgreich ist, spricht eher für eine bessere medizinische Betreuung. Wenn er dadurch weniger gewinnt, kann ich im Sinne des Sports gut damit leben. In ein paar Jahren werden wir vermutlich wieder wissen weshalb.

  • schnellläufer am 06.01.2019 23:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    norwegen?

    Norwegen dopen alle mit ihren sprays für die erkähltungen in ihren atemwegen so pumpen diese mehr luft in die lungen und können länger in hoher frequenzen laufen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tom P. am 07.01.2019 03:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reizhusten versus Spray

    Spricht für die sportliche Betreuung von Cologna, dass er mit Reizhusten (Belastungsasthma) verzichtet hat. Als er noch norwegische Trainer/Betreuer hatte, und fast nach Belieben siegen konnte, wäre die Entscheidung wohl anders gefallen. Dass er ohne norwegische Trainer nicht mehr so erfolgreich ist, spricht eher für eine bessere medizinische Betreuung. Wenn er dadurch weniger gewinnt, kann ich im Sinne des Sports gut damit leben. In ein paar Jahren werden wir vermutlich wieder wissen weshalb.

  • schnellläufer am 06.01.2019 23:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    norwegen?

    Norwegen dopen alle mit ihren sprays für die erkähltungen in ihren atemwegen so pumpen diese mehr luft in die lungen und können länger in hoher frequenzen laufen

    • Petasan am 07.01.2019 01:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @schnellläufer

      Träum weiter! Glaubst Du, die Schweizer reizen das nicht auch aus? Der ehemalige Mannschaftsarzt der Schweizer war übrigens Villiger. Lungenspezialist, na klingelts? Aber die Betreuung hapert eben andersweitig im medizinischen Umfeld.

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  • Ramon am 06.01.2019 18:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wue kommt es

    Wie kann das sein dass Plötzlich so viele Russen erfolgreich sind? Die waren vorher nie so gut.

  • Chuilo am 06.01.2019 18:19 Report Diesen Beitrag melden

    importent

    Wichtig ist, das kein Doping Russe zuoberst steht...Danke Norwegen

    • Der Pendler am 06.01.2019 18:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Chuilo

      Na ja die Nasenspray Nation ist da wohl nicht viel besser.

    • Marco am 06.01.2019 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Chuilo

      Da würde ich aber nicht zu laut sein, man hört immer wieder mal, dass auch die Norwegischen Athleten nicht ganz sauber sein sollen....

    • Margrit Aegerter am 06.01.2019 19:45 Report Diesen Beitrag melden

      Naivling

      Alle NorwegerInnen sind waren und werden clean sein im Gegensatz zu den "bösen" Russen... Vergleicht mal Bilder von AthletInnen einiger Nationen, wie die teils in Rekordzeit zu Muskelmasse kommen und sich rekordverdächtig erholen können... Da ist immer nur perfektes Training, Erholung und perfektes Material... Schade um den Sport, aber ist Realität.

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  • Damian Egli am 06.01.2019 17:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Korrektur

    3. wurde mit Krista Pärmäkoski keine Russin sondern eine Finnin, somit gehen von den 6 Podestplätzen drei an Norwegen, nur zwei an Russland und einer an Finnland...

    • fan am 06.01.2019 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Damian Egli

      es stehtnur von den männern!

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