Tour de Ski

10. Januar 2016 17:03; Akt: 10.01.2016 17:03 Print

Norwegische Gesamtsiege bei der Tour de Ski

Bei den Männern triumphiert zum dritten Mal in Serie Martin Johnsrud Sundby. Die Frauen-Gesamtwertung entscheidet Therese Johaug für sich.

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Martin Johnsrud Sundby gewinnt die Tour de Ski zum dritten Mal in Serie. Der Norweger entscheidet das Mehretappenrennen vor seinem Landsmann Finn Haagen Krogh. Dritter wird der Russe Sergej Ustjugow. Nachdem Teamleader Dario Cologna vor der Schlussetappe aufgab, klassieren sich drei Schweizer in den Weltcup-Punkterängen. Jonas Baumann (20.), Toni Livers (23./Bild) und Curdin Perl (30.). Bei den Frauen gibt es einen norwegischen Dreifachtriumph. Therese Johaug (m.) gewinnt vor Ingvild Flugstad Östberg (l.) und Heidi Weng. Die Schweizerin Nathalie von Siebenthal belegt den 15. Schlussrang. Es fällt langsam schwer, weitere Superlative für Martin Johnsrud Sundby zu finden. Der Norweger gewinnt auch die 15 km klassisch von Val di Fiemme und kann es am Sonntag die Alpe Cermis fast schon gemütlich nehmen. Dario Cologna hingegen, hier noch an zweiter Stelle laufend, musste einen herben Dämpfer hinnehmen. Der Schweizer (m.) zog sich eine höhergradige Zerrung im tiefen Wadenmuskel zu, fiel weit zurück und wird zum Finale am Sonntag nicht mehr antreten. Cologna muss nun drei Wochen pausieren. Dario Cologna macht Boden gut im Gesamtklassement: Der Bündner läuft in der 6. Etappe über 10 km auf Rang 7. An Unterstützung mangelt es dem Schweizer nicht. Das war ganz knapp, Dario Cologna verpasst den Sieg in der fünften Etappe um Millimeter. Im Foto-Finish unterliegt der Bündner dem Kasachen Alexej Poltoranin. Trotzdem ein gutes Gefühl, wieder einmal auf dem Podest zu stehen. Nach einem Ruhetag geht es in Oberstdorf mit der 4. Etappe weiter. Es steht ein Sprint in der klassischen Technik auf dem Programm. Cologna bekundet Mühe, erreicht als 29. nur knapp die Viertelfinals. Dort scheitert er und verpasst den Halbfinal klar. Der Tagessieg geht überraschend an den Norweger Emil Iversen, der erstmals auf Weltcup-Stufe triumphiert. Der überragende Martin Johnsrud Sundy baut seinen Vorsprung in der Gesamtwertung als Vierter leicht aus. Bei den Frauen steht keine Schweizerin in den K.-o.-Runden. Nathalie von Siebenthal verpasst die Top 30 als 45. klar. Dario Colgona versucht alles, kommt nach dem Verfolgungsrennen über 10 km im Skating-Stil Leader Martin Johnsrud Sundby aber nicht wirklich näher. Immerhin verbessert sich der Bündner vom 10. auf den 8. Gesamtrang. Martin Johnsrud Sundby fährt weiter stark und muss aktuell keinen Kontrahenten fürchten. Der Norweger gewinnt auch die dritte Etappe. Die Taktik von Dario Cologna, von Beginn weg vorne mitzulaufen, ging nicht ganz auf. Der Schweizer wird über die 30 km im klassischen Stil 12. Eine Klasse für sich war Martin Johnsrud Sundby. Der Norweger lief der Konkurrenz davon und holte sich den Sieg. In Angriff genommen wurde das Rennen mit einem Massenstart. Schade! Dario Cologna stürzt im Final des Skating-Sprints in Lenzerheide und verpasst damit einen Podestplatz zum Auftakt. Trotzdem darf der 29-Jährige zufrieden sein mit dem ersten Wettkampf. Cologna, der die Halbfinals als Ziel ausgegeben hatte, holt wichtige Bonussekunden für den weiteren Verlauf der Tour de Ski. Und die Form stimmt auch: «Ich bin sehr zufrieden. Ich hatte schon vor dem Start der Tour de Ski ein gutes Gefühl und habe nun die Bestätigung dafür gekriegt. Es ist ein gutes Zeichen, wenn ich im Sprint bis in den Final vorstossen kann.» Cologna war der einzige Schweizer im Final. Für Jovian Hediger, Roman Schaad, Jöri Kindschi und Roman Furger war in den Viertelfinals Schluss. So weit kam Curdin Perl (Bild) nicht. Er blieb in der Qualifikation hängen. Der grosse Favorit auf den Gesamtsieg, Martin Johnsrud Sundby, verpasst den Sieg zum Auftakt. Den Sieg holt sich der Italiener Federico Pellegrino. Bei den Damen erreicht keine Schweizerin den Final. Laurien van der Graaff stiess in die Halbfinals vor. In der Vorschlussrunde musste sich die Schweizerin mit Rang 6 begnügen.

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Martin Johnsrud Sundby gewinnt als erster Langläufer zum dritten Mal in Folge die Tour de Ski. Deutlicher als der Norweger hat noch nie jemand das prestigeträchtige Mehretappenrennen gewonnen.

Sundby baute seinen grossen Vorsprung in der Schlussetappe hinauf zur Alpe Cermis im Val di Fiemme noch einmal um 24 Sekunden aus und wies am Ende eine Marge von 3:15,7 Minuten auf den zweitplatzierten Landsmann Finn Haagen Krogh auf. Dritter wurde der vom Zürcher Oberländer Reto Burgermeister betreute Russe Sergej Ustjugow.

Colognas Marke egalisiert

Derweil Sundby bezüglich Tour-Triumphe mit Dario Cologna (2009, 2011, 2012) gleichziehen konnte, bekundete der als Zweiter gestartete Petter Northug während des bis zu 28 Prozent steilen Schlussaufstieg ein weiteres Mal mehr Mühe als die anderen Top-Langläufer und verpasste dergestalt bei seiner zehnten Tour-Teilnahme als Vierter zum vierten Mal das Podest.

Deutlicher als Sundby bei der diesjährigen zehnten Auflage hat noch nie ein Läufer die Tour de Ski gewonnen. Der bisherige Rekordvorsprung geht auf das Jahr 2008 zurück, als der Tscheche Lukas Bauer 2:47,3 Minuten vor dem Deutschen René Sommerfeldt das Ziel erreichte.

Mit Jonas Baumann (20.), Toni Livers (23.) und Curdin Perl (30.) schafften es in Abwesenheit des verletzten Dario Cologna drei Schweizer in die Weltcup-Punkteränge.

Johaug fängt Östberg ab

Therese Johaug wird ihrer Favoritenrolle am Ende der Tour de Ski auf eindrückliche Weise gerecht. Sie gewinnt die Gesamtwertung am Ende mit so grossem Vorsprung wie nie eine Langläuferin zuvor.

Johaug, die die abschliessende Bergverfolgung im Val di Fiemme über 9 km Skating mit 39 Sekunden Rückstand auf ihre norwegische Landsfrau Ingvild Flugstad Östberg in Angriff genommen hatte, übernahm bereits kurz nach Beginn des 2,6 km langen Schlussaufstiegs die Führung und liess in der Folge keinerlei Spannung mehr aufkommen. Bis ins Ziel lief die 27-Jährige einen Vorsprung von 2:20,9 Minuten heraus. Es ist dies der deutlichste Sieg bei den Frauen in der zehnjährigen Geschichte der Tour de Ski; den zuvor grössten Vorsprung hatte Marit Björgen mit 1:39,2 Minuten vor Jahresfrist herausgelaufen. Für die siebenfache Weltmeisterin Johaug ist es der zweite Tour-Triumph nach 2014.

Östberg darf sich damit trösten, Johaug im Verlauf der Tour de Ski wesentlich mehr Widerstand geleistet zu haben als von den meisten Experten erwartet. Die 25-Jährige stand nicht nur nach der Schlussetappe als Gesamtzweite auf dem Podest, sondern auch nach sämtlichen sieben Etappen zuvor. Platz 3 ging mit Heidi Weng, die am Samstag ihren ersten Weltcupsieg hatte feiern können, ebenfalls an eine Norwegerin.

von Siebenthal mit starkem Finish

Nathalie von Siebenthal zeigte in der Schlussetappe eine hervorragende Leistung und verbesserte sich vom 23. Zwischen- in den 15. Schlussrang. Die 22-jährige Berner Oberländerin, die tags zuvor im Massenstartrennen über 10 km klassisch als Elfte ihr bestes Weltcup-Ergebnis realisiert hatte, toppte ihr Vorjahresresultat damit um zwei Positionen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter am 10.01.2016 17:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dank Verbandshilfe

    Ohne die Hilfe des norwegischen Schiedrichters hätte die Norwegerin kaum gewonnen - sie wurde im Sprint trotz verbotenem Skating nicht disqualifiziert.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter am 10.01.2016 17:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dank Verbandshilfe

    Ohne die Hilfe des norwegischen Schiedrichters hätte die Norwegerin kaum gewonnen - sie wurde im Sprint trotz verbotenem Skating nicht disqualifiziert.