Parallelen zum Fall Janka

08. Februar 2011 11:57; Akt: 08.02.2011 11:57 Print

Rätselhaftes Virus macht Toni Livers sorgen

Zwei Wochen vor der Eröffnung der nordischen Ski-WM in Oslo gibt es im Lager der Schweizer Langläufer ein Sorgenkind. Toni Livers plagt sich mit den Folgen einer Virusinfektion herum.

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Toni Livers wird von einem rätselhaften Virus beeinträchtigt. (Bild: Keystone)

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Entgegen diverser Medienberichte in den letzten Tagen handelt es sich gemäss Teamarzt Patrik Noack aber nicht um das Pfeiffersche Drüsenfieber. Dass Viren den Medizinern Rätsel aufgeben und nicht immer namentlich eruiert werden (können), weiss der Skisport-Interessierte spätestens seit Carlo Janka.

Der Fall von Toni Livers ist ähnlich gelagert. Nachdem er die Tour de Ski nach halbem Pensum völlig ausser Form aufgegeben hatte, liess sich der 27-jährige Bündner von Noack untersuchen. Die Konstellation der Laborwerte war gleich wie beim Pfeifferschen Drüsenfieber. Weil Livers bereits 2008 unter diesem Virus gelitten hatte und eine Reaktivierung nur bei immunschwachen Menschen vorkommen kann, war für Noack klar, dass es sich um ein anderes Virus handeln musste.

Fieber ist am Abklingen

Eine präzisere Diagnose liegt nicht vor, was bei solchen Infektionen allerdings nichts Aussergewöhnliches ist. «Das Virus ist aber milder als das Pfeiffersche Drüsenfieber und ausserdem am Abklingen», sagt Noack. An den Schweizer Meisterschaften in Les Mosses büsste Livers am Samstag über 15 km anderthalb Minuten auf Sieger Dario Cologna ein. Auf die Doppelverfolgung tags darauf verzichtete er. Im Trainingslager in St. Moritz absolviert Livers in dieser Woche ein individuelles Programm. Wie seine Teamkollegen soll er am 19. Februar in Drammen (No) als WM-Hauptprobe das Weltcup-Rennen über 15 km bestreiten.

Derzeit ist Livers vor allem im hochtourigen Belastungsbereich und in der Regeneration eingeschränkt. Auf eine Prognose zur weiteren Entwicklung lässt sich der Teamarzt nicht ein. Die Frage ist aber weniger, ob Livers an den Weltmeisterschaften in Oslo laufen wird, sondern vielmehr, in welcher Verfassung und über welche Distanzen. Für das volle Programm (Doppelverfolgung, 15 km, Staffel, 50 km) wird es kaum reichen.