Spionage im Ski alpin

08. Januar 2020 18:34; Akt: 08.01.2020 20:17 Print

Gegnerischer Trainer spioniert Shiffrin aus

Petra Vlhovas Coach nimmt das Training der Amerikanerin genau unter die Lupe. Mikaela Shiffrin ist davon genervt.

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Mikaela Shiffrin und Petra Vlhova enteilen im Slalom immer mehr der Konkurrenz. Ausser zu Saisonbeginn im finnischen Levi haben die Athletinnen in Killington, Lienz sowie am vergangenen Wochenende in Zagreb die Ränge eins oder zwei belegt. Zudem hat immer eine von beiden mit einem Vorsprung von über einer Sekunde gewonnen. Die drittplatzierte Katharina Liensberger hat in Zagreb sogar 3,49 Sekunden eingebüsst.

Das Rennen in der kroatischen Hauptstadt hat aber trotzdem ein Novum dargestellt: Vlhova hat zum ersten Mal in dieser Saison die 24-jährige Amerikanerin bezwungen. Auch wegen eines Fehlers Shiffrins im ersten Lauf hat die Slowakin ihr 1,31 Sekunden abgenommen.

Gemäss Ski-Racing gibt es aber einen weiteren Grund für den ersten Nichterfolg der Amerikanerin im Slalom. Das Internetportal spricht von Trainingsspionage. Die Amerikanerin werde systematisch ausspioniert. Wie Shiffrin gegenüber Ski Racing Media und NBC Sports gesteht, ist sie von diesem Vorgehen zunehmend frustriert. Sie spricht von ihrem eigenen Copyright. Zudem findet sie es nervend, dass ein Team jemanden zu ihren Trainingseinheiten schickt, obschon deren Athletin nicht einmal in derselben Skiregion trainiert.

Kein Shiffrin-Copyright

Shiffrin nennt zwar keine Namen. Doch es ist offensichtlich, wen sie meint: Petra Vlhovas Trainerstaff. Denn der Trainer der Slowakin, Livio Magoni, hat sich zu dieser Methode bereits geäussert. «Es ist wichtig, Mikaelas Training zu beobachten, weil sie die weltweit beste Skifahrerin ist. Wenn man intelligent ist, kann man von ihr und ihrem Trainingsstaff viel lernen. Als Trainer ist es wichtig zu wissen und zu sehen, wie andere ihre Teams führen.»

Und Magoni betont: «Ich weiss, dass es nicht gänzlich korrekt ist. Doch wir wollen von den Besten lernen und gehen nur unser Arbeit nach.» Verboten ist die Spionage im Skisport nicht, dies zeigt ein Blick in das Reglement des Internationalen Skiverbandes. Anders als in anderen Sportarten verfügen die Skifahrerinnen nicht über ein eigenes Trainingsterrain. Jeder Private kann ein Skiticket in einem beliebigen Skigebiet lösen und das Training der Skiprofis aus nächster Nähe beobachten. Ein Shiffrin-Copyright wird es also demnächst nicht geben.

Auf der Piste geht die Rivalität zwischen Shiffrin und Vlhova am 14. Januar in Flachau in die nächste Runde. In der Slalom-Disziplinenwertung führt Shiffrin 120 Punkten vor der Slowakin.

Wintersport

(cef)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Damisi am 08.01.2020 19:24 Report Diesen Beitrag melden

    löste ein Schmunzeln bei mir aus

    eine Amerikanerin die sich wegen ausspioniert werden beschwert....ja sowas aber auch...

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  • Von und zu Mehr Besser am 08.01.2020 19:47 Report Diesen Beitrag melden

    CH Trainer müssen frech sein!

    Da könnte der CH Trainer auch mal hin. Unsere Frauen hätten auch das Potential mit Vlhova mitzuhalten.

  • Arzt am 08.01.2020 21:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hust

    Entweder ist etwas verboten oder legal. Und da zuschauen offensichtlich gemäss FIS nicht verboten ist, ist es legal. Fertig gejammert.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Albert am 09.01.2020 06:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ethik

    Ist eine frage der ethik und ethik kennen nur noch wenige leute schon gar nicht skitrainer die sind alle mehr als schräg.

  • Ganjaflash am 09.01.2020 02:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
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  • Ganjaflash am 09.01.2020 00:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
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  • Mischu am 08.01.2020 22:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Logisch

    Wo Italien mitmischt (Trainer) ist Beschiss und Betrug immer dabei. Nein, es stört mich nicht. Nur Fakt und gehört dazu. Und ja, die Anderen sind keinen Deut besser.

  • Kirschtorte am 08.01.2020 22:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    keep cool

    ich finde die Argumentation legitim, vom Gegner zu lernen. (auch im Sinne des Sports.) es ist aber mindestens eben so legitim, sich darüber zu enervieren. aber beide Parteien sehen es sportlich.