Cuche am Ziel

16. März 2011 22:51; Akt: 16.03.2011 20:54 Print

So schön kann ein 4. Rang sein

von Marcel Allemann - Das perfekt inszenierte Happy End: Didier Cuche (36) gewinnt zum vierten Mal die kleine Abfahrts-Kristallkugel. Nur Franz Klammer war mit fünf Gesamtsiegen noch erfolgreicher.

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Die kleine Kristallkugel gehört Didier Cuche! Der Neuenburger schnappte im letzten Rennen Michael Walchhofer den Abfahrtstitel weg. (Key)

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Als Cuche am Dienstagabend auf der Lenzerheide erklärte, er würde seine Karriere fortsetzen, applaudierten die Medienleute spontan. Nach dem ganzen Ärger mit Fis-Rennchef Günter Hujara (siehe Artikel links) war das Balsam für die Seele des Gerechtigkeitsfanatikers. Der Neuenburger hat sich vorgestern perfekt inszeniert und dabei die Wertschätzung erfahren, die er verdient – und braucht. Sie hat ihm auch geholfen, den Hundertstel-Kampf gegen Michael Walchhofer gestern für sich zu entscheiden. Und das unter ganz schwierigen Voraussetzungen.

Denn bevor sich Cuche und Walchhofer anschickten, die kleine Kristallkugel untereinander auszufahren, zogen Wolken über die Piste. Es war klar, dass die Bestzeit des Franzosen Adrien Théaux bei diesen Lichtverhältnissen nicht mehr zu unterbieten sein würde – und so trugen Cuche und Walchhofer ihr Duell abseits der Podiumsränge aus.

Letztendlich entschieden 15 Hundertstel und 12 Punkte für Cuche, der für einmal erlebte, wie schön ein vierter Rang sein kann. «Das sind Emotionen pur. Es wird einige Tage dauern, bis ich realisieren werde, was da geschehen ist», freute sich der Romand, der seinen Triumph auf der unteren Streckenhälfte sicherstellte: «In den ersten vier, fünf Toren hatte ich etwas weiche Beine, da sagte ich mir, dass ich die Kugel so vergessen kann. Zum Glück habe ich den Knopf noch aufgemacht.»

Bitter war es dagegen für Walchhofer, der in der allerletzten Abfahrt seiner grossen Karriere als Elfter auf der Ziellinie noch abgefangen wurde. Mit viel Grösse sagte der Österreicher: «Es ist für mich fürchterlich ärgerlich, aber Hut ab vor Didier – er hat das super gemacht.»