WM-Schanze

23. Februar 2011 15:06; Akt: 23.02.2011 15:19 Print

So wurde der Holmenkollen «entjungfert»

von Herbie Egli - Vor einem Jahr wurde die neu gebaute Ski-Schanze in Oslo eingeweiht. Statt einer Frau sprang jedoch ein Mann zuerst hinunter und löste einen Skandal aus.

Für die Nordische Ski-WM in Oslo wurden sämtliche Anlagen neu gebaut. (Videoanimation: Youtube)
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Die älteste Skisprungschanze der Welt hat in ihrer 119-jährigen Geschichte schon einiges erlebt. 1892 wurde sie erstellt und bis heute 18-mal umgebaut. Für die Nordische Ski-WM, die am Donnerstag mit den Langlauf-Sprints sportlich eröffnet wird, wurde sie für rund 220 Millionen Euro sogar komplett neu gebaut. Die Anforderungen genügten dem Internationalen Skiverband FIS nicht mehr. Seit einem Jahr strahlt Oslos Wahrzeichen mit den 1000 Tonnen Stahl in neuem Glanz.

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Anfang März 2010 fand die feierliche Eröffnung statt. In einer Internetumfrage entschieden sich die User, dass Norwegens Skisprung-Pionierin bei den Frauen, Anette Sagen, den ersten Sprung auf der neuen Schanze absolvieren darf. Lokalmatador Björn Einar Romören landete bei der Umfrage auf dem 2. Platz.

Grosse Aufregung im Vorfeld

Damit die Eröffnungszeremonie mit Sagens Sprung reibungslos über die Bühne gehen konnte, musste am Vortag ein Testspringen durchgeführt werden. Dieses wurde vom lokalen Kollenhopp-Skisprung-Team organisiert. Jenem Verein gehört auch Romören an. Prompt hielt sich der damals 29-Jährige nicht an die Internet-Umfrage und sprang von der neuen Schanze. Damit löste er einen Sturm der Entrüstung aus. Vor allem Frauenbewegungen waren ob Romörens erstem inoffiziellem Sprung entsetzt. Der Athlet entschuldigte sich und nahm sich so aus der Schusslinie. Doch die Diskussion hielt Norwegen noch tagelang in Atem.

Sagen selbst hätte beim Testspringen am Tag vor der Eröffnungsfeier übrigens gar nicht dabei sein können. Sie war auf der Heimreise von einem Springen in Japan.