Tour de Ski

01. Januar 2016 15:27; Akt: 01.01.2016 19:18 Print

Starker Cologna stürzt im Sprint-Final

Für Dario Cologna beginnt die Tour de Ski mit einem kleinen Dämpfer. In Lenzerheide erreicht er zwar den Final des Skating-Sprints, bekundet dann aber Pech.

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Martin Johnsrud Sundby gewinnt die Tour de Ski zum dritten Mal in Serie. Der Norweger entscheidet das Mehretappenrennen vor seinem Landsmann Finn Haagen Krogh. Dritter wird der Russe Sergej Ustjugow. Nachdem Teamleader Dario Cologna vor der Schlussetappe aufgab, klassieren sich drei Schweizer in den Weltcup-Punkterängen. Jonas Baumann (20.), Toni Livers (23./Bild) und Curdin Perl (30.). Bei den Frauen gibt es einen norwegischen Dreifachtriumph. Therese Johaug (m.) gewinnt vor Ingvild Flugstad Östberg (l.) und Heidi Weng. Die Schweizerin Nathalie von Siebenthal belegt den 15. Schlussrang. Es fällt langsam schwer, weitere Superlative für Martin Johnsrud Sundby zu finden. Der Norweger gewinnt auch die 15 km klassisch von Val di Fiemme und kann es am Sonntag die Alpe Cermis fast schon gemütlich nehmen. Dario Cologna hingegen, hier noch an zweiter Stelle laufend, musste einen herben Dämpfer hinnehmen. Der Schweizer (m.) zog sich eine höhergradige Zerrung im tiefen Wadenmuskel zu, fiel weit zurück und wird zum Finale am Sonntag nicht mehr antreten. Cologna muss nun drei Wochen pausieren. Dario Cologna macht Boden gut im Gesamtklassement: Der Bündner läuft in der 6. Etappe über 10 km auf Rang 7. An Unterstützung mangelt es dem Schweizer nicht. Das war ganz knapp, Dario Cologna verpasst den Sieg in der fünften Etappe um Millimeter. Im Foto-Finish unterliegt der Bündner dem Kasachen Alexej Poltoranin. Trotzdem ein gutes Gefühl, wieder einmal auf dem Podest zu stehen. Nach einem Ruhetag geht es in Oberstdorf mit der 4. Etappe weiter. Es steht ein Sprint in der klassischen Technik auf dem Programm. Cologna bekundet Mühe, erreicht als 29. nur knapp die Viertelfinals. Dort scheitert er und verpasst den Halbfinal klar. Der Tagessieg geht überraschend an den Norweger Emil Iversen, der erstmals auf Weltcup-Stufe triumphiert. Der überragende Martin Johnsrud Sundy baut seinen Vorsprung in der Gesamtwertung als Vierter leicht aus. Bei den Frauen steht keine Schweizerin in den K.-o.-Runden. Nathalie von Siebenthal verpasst die Top 30 als 45. klar. Dario Colgona versucht alles, kommt nach dem Verfolgungsrennen über 10 km im Skating-Stil Leader Martin Johnsrud Sundby aber nicht wirklich näher. Immerhin verbessert sich der Bündner vom 10. auf den 8. Gesamtrang. Martin Johnsrud Sundby fährt weiter stark und muss aktuell keinen Kontrahenten fürchten. Der Norweger gewinnt auch die dritte Etappe. Die Taktik von Dario Cologna, von Beginn weg vorne mitzulaufen, ging nicht ganz auf. Der Schweizer wird über die 30 km im klassischen Stil 12. Eine Klasse für sich war Martin Johnsrud Sundby. Der Norweger lief der Konkurrenz davon und holte sich den Sieg. In Angriff genommen wurde das Rennen mit einem Massenstart. Schade! Dario Cologna stürzt im Final des Skating-Sprints in Lenzerheide und verpasst damit einen Podestplatz zum Auftakt. Trotzdem darf der 29-Jährige zufrieden sein mit dem ersten Wettkampf. Cologna, der die Halbfinals als Ziel ausgegeben hatte, holt wichtige Bonussekunden für den weiteren Verlauf der Tour de Ski. Und die Form stimmt auch: «Ich bin sehr zufrieden. Ich hatte schon vor dem Start der Tour de Ski ein gutes Gefühl und habe nun die Bestätigung dafür gekriegt. Es ist ein gutes Zeichen, wenn ich im Sprint bis in den Final vorstossen kann.» Cologna war der einzige Schweizer im Final. Für Jovian Hediger, Roman Schaad, Jöri Kindschi und Roman Furger war in den Viertelfinals Schluss. So weit kam Curdin Perl (Bild) nicht. Er blieb in der Qualifikation hängen. Der grosse Favorit auf den Gesamtsieg, Martin Johnsrud Sundby, verpasst den Sieg zum Auftakt. Den Sieg holt sich der Italiener Federico Pellegrino. Bei den Damen erreicht keine Schweizerin den Final. Laurien van der Graaff stiess in die Halbfinals vor. In der Vorschlussrunde musste sich die Schweizerin mit Rang 6 begnügen.

Fehler gesehen?

Kurz vor dem Jahreswechsel hatte Dario Cologna die Teilnahme an den Halbfinals als Ziel ausgegeben, rund 24 Stunden später war anlässlich der 1. Etappe der Tour de Ski gar der erste Finalvorstoss in einem Sprint seit Mitte Februar 2013 Tatsache. Der 29-Jährige sicherte sich vor 12'000 Zuschauern als Sechster 42 Bonussekunden - deutlich mehr als von vielen erwartet.

Die Tatsache, dass mit dem viertplatzierten Martin Johnsrud Sundby lediglich ein weiterer Anwärter auf den Gesamtsieg bis in die Runde der besten sechs vorzudringen vermochte, liess Cologna auch den Sturz zu Beginn der zweiten Runde im Final gut verkraften. In diesen war der Münstertaler auf Kosten von Petter Northug (7.) als einer von zwei Lucky Losern gestossen.

Die Form stimmt

«Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung. Grundsätzlich ist es natürlich schon mein Anspruch, auch in den Sprints weit zu kommen», sagte Cologna. Er spüre, dass seine Form gut ist. In Euphorie verfiel der dreifache Tour-de-Ski-Sieger selbstredend jedoch nicht. Cologna erinnerte daran, dass er vor Jahresfrist die erste Etappe in Oberstdorf gar gewonnen hatte. Ein Durchmarsch sei es deshalb in der Folge auch nicht geworden.

Für das Massenstartrennen vom Samstag (Start 15.00 Uhr) lautet die Devise des Schweizer Teamleaders, von Beginn weg an der Spitze präsent zu sein. Während den 30 km im klassischen Stil wird viermal um Bonussekunden für die besten zehn gesprintet.

Hediger im Pech

Jovian Hediger, der vor Weihnachten in Toblach mit Rang 4 sein bestes Weltcup-Ergebnis erreichte hatte, beklagte wie schon vor einem halben Monat in Davos Pech. Der Amerikaner Simeon Hamilton, der Sieger beim letzten Skating-Sprint in Lenzerheide, fuhr ihm von hinten über die Ski und brachte den Romand ins Straucheln. Neben ihm schieden auch Roman Schaad, Jöri Kindschi und Roman Furger in den Viertelfinals aus.

Einmal mehr, wenn in der Schweiz ein Weltcuprennen ausgetragen wird, grüsste Federico Pellegrino derweil von der obersten Stufe des Podests. Der Italiener verwies Sergej Ustjugow (RUS) und Finn Haagen Krogh (NOR) im Final auf die weiteren Ränge und hat nun sechs Weltcupsiege auf seinem Konto. Deren vier errang er im Kanton Graubünden.

Van der Graaff Elfte

Bei den Frauen zeichnete Laurien van der Graaff erwartungsgemäss für das beste Schweizer Ergebnis verantwortlich. Die nach wie vor durch eine Erkältung geschwächte Sprint-Spezialistin stiess bis in die Halbfinals vor, war dort jedoch chancenlos. «Mein Körper hat nicht mehr zugelassen», konstatierte Van der Graaff nach Platz 11. Mit Nadine Fähndrich und Nathalie von Siebenthal stiessen zwei weitere Athletinnen von Swiss-Ski in die K.o.-Runde vor.

Fähndrich, die alle drei Etappen in Lenzerheide bestreiten wird, überraschte in der Qualifikation als Dritte. Bei ihrem erst dritten Einsatz auf Weltcup-Stufe durfte sich die Luzernerin zum dritten Mal über eine Klassierung in den Punkterängen freuen. «In den K.o.-Duellen fehlt mir noch etwas die Erfahrung, vielleicht ist auch der Respekt vor den namhaften Gegnerinnen noch etwas zu gross», so Fähndrich.

Kleiner Fehlstart von Johaug

Der Tagessieg ging an die Norwegerin Maiken Caspersen Falla. Die Olympiasiegerin im Sprint triumphierte in der Biathlon-Arena von Lantsch/Lenz vor der Schwedin Ida Ingemarsdotter und ihrer Landsfrau Ingvild Flugstad Östberg.

Für die Tour-Favoritin Therese Johaug bedeuteten derweil die Viertelfinals Endstation. Die Norwegerin wird jedoch kaum auf viele Bonussekunden in den Sprints angewiesen sein, um die Konkurrenz in den kommenden Tagen deutlich zu distanzieren.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • B. Andencheck am 01.01.2016 16:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pech für Hediger

    Super Rennen von Hediger im Viertelfinal und dann fährt ihm einer von hinten auf den Ski. Klar, kann passieren, war aber schon sehr naiv vom Läufer hinten, der hatte ja absolut keine Chance an dieser Stelle irgendwie vorbeizukommen. Hopp Dario Cologna.

  • marko 30 am 01.01.2016 16:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sport

    Super

  • Ganjaflash am 01.01.2016 17:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieder der alte

    Lets go Dario du bist wieder zurück.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sarawak am 02.01.2016 10:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Mir tut Dario so leid, ein blöder Sturz aus Nervosität hat ihn zurückgeworfen. Ich hätte ihm ein Rennen ohne Zwischenfall so gegönnt.

  • Teddy am 02.01.2016 09:30 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Resultate der Schweizer

    Wenn man weiss da man wenige Langläufer in der CH hat die diesen Sport betreiben ,kann man froh sein über die Resultate der Schweizer .

    • Ich am 02.01.2016 12:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Teddy

      Machen mehr als du denkst( im verhältnis zu anderen Ländern)

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  • Ganjaflash am 01.01.2016 19:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aller Anfang ist schwer

    Sehr viel Pech hatte hier Cologna. Aber ein guter Auftakt in die Tour de Ski.

  • Fragender am 01.01.2016 18:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufarbeiten woran liegt das?????

    das jahr fängt mal wieder gut an.....ich frage mich schon warum er immer stürzt? Cloni ist einer der am meisten zu boden geht!!!

    • Forelle am 01.01.2016 18:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fragender

      Warum müssen wir Geld geben für solchen Sportler Ist im Alpin auch so Januar der soll Arbeit suchen

    • Renato am 02.01.2016 09:13 Report Diesen Beitrag melden

      Tatsache - der stürzende Cologna

      Ist mir schon mehrmals aufgefallen - er stürzt sehr oft, fast so oft wie Töfffahrer Tom Lüthy!!!

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  • Domi am 01.01.2016 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Norweger

    Die Norweger haben in nahezu allen Wintersportarten einen grossen Schritt nach vorne gemacht. Im Langlauf sind Luete wie Holund oder Gloeersen plötzlich am der Spitze, im Skispringen kamen Leute wie Gangnes, Tande oder Hauer mehr oder weniger aus dem nichts. Und Sundby hat derzeit einen nahezu unmenschlichen Antritt. Entweder trainieren die Norweger allesamt viel besser, oder aber...

    • Norsker am 01.01.2016 20:55 Report Diesen Beitrag melden

      oder aber...

      Klar, sie haben das multifunktionale Superdoping, hilft bei den Skispringern, Alpinen und Langläufern. Liegt wohl eher daran, dass in Norwegen Wintersport einen ganz anderen Stellenwert hat als sonst irgendwo auf der Welt.

    • Nachdenken am 02.01.2016 11:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Norsker

      So dominant wie Sundby......zumindest nachdenken darf man. Es erinnert mich an Lance

    • Fan am 02.01.2016 12:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nachdenken

      Bei northug ist es anders. Seine Sprint Fähigkeiten sind aussergewöhnlich, und er zieht auch mal einen schlechten Tag ein. Sundby hingegen läuft alle regelrecht in Grund und Boden

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