Abfahrt Lake Louise

30. November 2019 21:43; Akt: 04.12.2019 17:52 Print

Der Wunderberg Kanadas

von René Hauri, Lake Louise - Carlo Janka wird in der Abfahrt von Lake Louise zeitgleich mit Beat Feuz Dritter – Thomas Dressen siegt beim Comeback.

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Carlo Janka schleicht durch den Zielraum von Lake Louise. Vierzigster oder Podestplatz? Es ist seinem Gesicht nicht abzulesen. Es ist Letzteres, Platz 3, zum ersten Mal auf dem Podest seit fast drei Jahren und dem 3. Rang in der Abfahrt von Aspen.

Es war geradezu wundersam, was sich zugetragen hat in dieser Woche in den kanadischen Rocky Mountains, beim Saisonauftakt der Speedfahrer. Janka war nach Nordamerika geflogen, ohne zu wissen, ob «es überhaupt geht», so sagte das der Schweizer am Samstag. Der Rücken bereitete ihm wieder einmal eine Menge Probleme in der Vorbereitung, mit 20 statt 40 Skitagen war er angereist.

«An den Fahrten kann es kaum gelegen haben.»Carlo Janka

Es ging dann vorzüglich, in beiden Trainings war der 33-Jährige der Schnellste. Die Ski würden halt gut laufen, sagte der stoische Bündner nur, «an den Fahrten kann es kaum gelegen haben». Am Renntag bewies er, dass es doch deutlich mehr gewesen sein musste als nur die Ski. Zeitgleich mit Beat Feuz wurde er Dritter, nur geschlagen vom Deutschen Thomas Dressen und dem Südtiroler Dominik Paris.

Und es schien an diesem prächtig schönen Skitag, als würden sich auch alle Gegner freuen mit dem zuletzt Leidgeplagten, dessen Rücken schon zu zwicken begann, als in der Saison 2012/13 die Riesen­slalomski länger, der Radius weiter und die Belastung für den Oberkörper grösser wurden. 2011, ein Jahr nach seinem Traumwinter mit dem Gewinn des Gesamtweltcups und Olympiagold im Riesenslalom von Vancouver, hatte er sich wegen Herzrhythmusstörungen einer Operation unterziehen lassen müssen. Dann kamen die Mühen mit dem Rücken, die fortan jeden Sommer sein Programm mitbestimmten.

Janka schuftete im Kraftraum und legte damit die Basis

Im Oktober 2017 riss das rechte Kreuzband. Und in diesem Sommer meldete sich der Rücken wieder mit heftigen Schmerzen zurück, Janka musste das Training abbrechen. Davor aber hatte er im Kraftraum geschuftet wie lange nicht mehr, weil die Physis im letzten Winter seine grösste Hypothek gewesen war. Er legte so die Basis, die er brauchte für den Coup. «Ich habe nicht daran gezweifelt, dass ich noch Ski fahren kann. Dafür muss einfach der Rahmen stimmen», sagte Janka, der Rahmen, die körperliche Verfassung eben. Die stimmte überraschend gut.

Als Janka im Zielraum stand, kam Kjetil Jansrud angelaufen, der Abfahrtsweltmeister von Are. Der Norweger breitete die Arme aus und umarmte Janka. Dieser sagte: «Er ist halt aus meiner Generation, wir hatten immer einen guten Austausch, nun konnte er wieder einmal mir gratulieren. Und all die anderen, die gratulierten, taten das wohl aus Altersmitleid.» Das Wort mag es nicht geben, sagt aber, was Janka ist: ein Routinier. Einer, der sich jüngst auch einmal fragte, ob sein Körper überhaupt noch gemacht ist für diese Belastungen auf der Rennpiste. Die Antwort war eindrücklich.

Dressens perfektes Comeback

Jankas Podestplatz blieb nicht die einzige wundersame Geschichte an diesem Tag. Thomas Dressen schrieb die andere. Vor einem Jahr war der Deutsche in Beaver Creek fürchterlich gestürzt. Kreuzband, Innen- und Aussenmeniskus, Innenband, Knorpel: Alles war dahin. Zudem hatte es beim Sturz die linke Schulter aus der Gelenkpfanne gestossen, der 26-Jährige renkte sie sich noch auf der Piste ein, operiert werden musste sie aber ebenso wie das rechte Knie. Nun folgte die Rückkehr des Kitzbühel-Siegers von 2018. Dressen feierte in Lake Louise seinen dritten Sieg im Weltcup.

Noch am Mittwoch nach dem ersten Training war er nicht sicher, ob er antreten soll, eine Erkältung machte ihm zu schaffen. Er dürfte seinen Start nicht bereut haben. So waren zwei Fahrer die grossen Figuren, die ohne Erwartungen nach Kanada gereist waren. Vielleicht war gerade das ihr Erfolgsgeheimnis.

Wintersport

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ralph Meillermann am 30.11.2019 22:25 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Skistars

    Hurra! Janka ist wieder zurück! Und mit Beat Feuz und dem shootingstar Marco Odermatt wird das eine spannende Saison werden!

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  • Maler50 am 30.11.2019 20:17 Report Diesen Beitrag melden

    Hopp Swisskiteam

    Hopp Swissskiteam, jetzt heisst es Daumen drücken!

  • Maler50 am 30.11.2019 23:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wow

    Wow, was für ein Super Resultat unseren Swisskistars. Besonders freut es mich für Carlo Janka! Thomas Dressen kann man nur neidlos zu seinem Sieg gratulieren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Basileia am 01.12.2019 10:05 Report Diesen Beitrag melden

    Janka?

    Unter dem Strich hat es sich wohl nicht gelohnt, Janka für die erste Mannschaft ins Boot zu holen und nun schon 20 Jahre durchzufüttern. Auch wenn Carlo ein sympathischer Kerl ist und man es ihm gerade wegen seines ewigen Pechs extrem gönnt - bei Swiss Ski müsste man dringdnd mal über die Bücher, was Auswahlkriterien und Länge des Einsatzes anbelangt. Es kann nicht sein, dass Low Pdrformer jungen Talenten jahrelang vor der Sonne stehen und ohne Leistungsausweis mitgezogen werden.

    • Huso am 01.12.2019 10:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Basileia

      Unter dem Strich hat sich dein posting wohl nicht ausgezahlt. Wo die Neurosen blühen, will ich Landschaftsgärtner sein ...

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  • Aber nicht auf SRF am 01.12.2019 10:02 Report Diesen Beitrag melden

    Unterhaltung auf Spitzenniveau

    Und wer gerne witzige unterhaltsame Kommentatoren hört, schaut ORF! Auf SRF ist alles immer bierernst und knochentrocken, da löscht's mir bereits nach 30sek ab! Wenigstens sind die 2 Oberschlaftabletten inzwischen pensioniert, gähn!

    • brki87 am 01.12.2019 10:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Aber nicht auf SRF

      Nein Danke, dieser Dialekt geht gar nicht.

    • MadChengi am 01.12.2019 10:51 Report Diesen Beitrag melden

      @brki87

      Die Sprüche im Stakkato sind aber saulustig! ;O)

    • MadChengi am 01.12.2019 10:52 Report Diesen Beitrag melden

      @rbki87

      Oh ihr Schweizer, legt doch mal eure Engstirnigkeit zur Seite, ihr verpasst das beste im Leben durch diese ewigen Kategorisierungen.

    • brki87 am 01.12.2019 16:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @MadChengi

      Ich bin nicht engstirnig, ich kann den österreichern einfach nicht zuhören. Sonst mag ich die ja.. ;)

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  • MadChengi am 01.12.2019 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Hopp Schwiz

    Kein schlechter Saisonstart, weiter so!

  • Peter am 01.12.2019 09:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Recherche

    Für Thomas Dressen ist es nicht der zweite Sieg nach Kitzbühel, sondern nach Kitzbühel und Kvitfjell der dritte ...

  • Karl am 01.12.2019 09:09 Report Diesen Beitrag melden

    Verkehrte Dopinwelt

    Schon erstaunlich dass Dressen starten darf, denn bei Ihm wurde schon mehrmals kleinere Dopingsupstanzen gefunden. Steht im WADA Bericht. Wurde auf Druck vom Deutschen Ski Verband bei der FIS angezweifelt und jetzt darf er wieder dabei sein. Bei Sportler-/innen anderer Nationen braucht es nicht mal Beweise sondern nur einen Verdacht und man wird für Jahre gesperrt.

    • Fresner am 01.12.2019 09:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Karl

      Wollen Sie damit sagen, er schummelt und die anderen nicht?

    • Urs am 01.12.2019 11:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fresner

      Es schummeln vor allem alle anderen nur die Schweizer nicht.

    • Mara am 04.12.2019 09:12 Report Diesen Beitrag melden

      @Karl

      wo gibt es denn diesen WADA-Bericht? bitte verlinken, wenn hier schon solche Behauptungen aufgestellt werden... abgesehen davon, dass der DSV ein "kleines Licht" ist, die Schuld das zu tolerieren läge ebenso bei WADA & FIS

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