Riesenslalom

04. März 2011 18:17; Akt: 05.03.2011 14:44 Print

Vom OP-Tisch zuoberst aufs Podest

Carlo Janka gewinnt kurz nach seiner Herz-Operation sensationell den Riesenslalom von Kranjska Gora. Die weiteren Schweizer enttäuschen.

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Was für eine Rückkehr von Carlo Janka in den Weltcup: Nur zehn Tage nach dem Eingriff an seinem Herzen fährt er zuoberst aufs Podest und feiert damit zugleich seinen ersten Sieg in diesem Winter. Seine Reaktion auf den Sieg fällt wie üblich nüchtern aus: «Ich bin glücklich, dass es mir gesundheitlich wieder besser geht, das ist im Moment das Wichtigste. Wieder zuoberst zu stehen fühlt sich gut an.»

Perfektes Comeback

Riesenslalom-Olympiasieger Janka, der mit der Nummer 1 starten durfte, siegte mit zwei Hundertsteln Vorsprung vor dem Franzosen Alexis Pinturault. Der Junioren-Weltmeister im Riesenslalom fuhr im zweiten Lauf überlegene Bestzeit und klassierte sich im Weltcup erstmals auf dem Podest. Ted Ligety, Riesenslalom-Weltmeister von Garmisch-Partenkirchen, wurde Dritter und baute seine Führung in der Disziplinenwertung deutlich aus.

Carlo Janka war nach dem ersten Lauf bereits auf dem 2. Zwischenrang gelegen, mit allerdings bereits 0,65 Sekunden Rückstand auf den entfesselt fahrenden Österreicher Philipp Schörghofer. Doch der WM-Dritte von Garmisch schied im zweiten Lauf nur kurz nach dem Start aus, womit Janka das perfekte Comeback gelang.
«Ich bin ganz einfach glücklich, denn die Saison verlief für mich zuvor schwierig. Dass ich gleich gewinne, überrascht mich allerdings, denn die Vorbereitung war doch alles andere als optimal», so Janka, der sich erst vor anderthalb Wochen in einer Zürcher Privatklinik dem kleinen ambulanten Eingriff am Herzen unterzogen hatte. Dieser Eingriff soll ihm in Zukunft eine bessere Erholung nach einer Höchstleistung ermöglichen. Vom Gefühl her sei es bereits besser als zuvor gegangen, mehr ergebe dann die Auswertung des Messgeräts, welches er während des Rennens auf sich getragen habe, sagte Janka weiter.

Ted Ligety, Riesenslalom-Weltmeister von Garmisch-Partenkirchen, wurde hinter Janka und Pinturault Dritter und baute seine Führung in der Disziplinenwertung deutlich aus. Der Amerikaner besitzt vor dem letzten Riesenslalom auf der Lenzerheide 77 Punkte Vorsprung vor dem Norweger Aksel Lund Svindal, der in Kranjska Gora nur 22. wurde. Theoretisch besitzt mit 80 Zählern Rückstand auch Cyprien Richard (Fr) noch Chancen auf die kleine Kristallkugel.

Weitere Schweizer enttäuschten

Neben Janka qualifizierten sich nur zwei weitere Schweizer für den Finaldurchgang. Justin Murisier überstand im Riesenslalom erstmals den ersten Lauf (als 26.). Der mit Nummer 40 gestartete Teenager aus dem Wallis verbesserte sich am Nachmittag immerhin noch um fünf Positionen auf den 21. Rang. Marc Berthod, 16. nach halbem Pensum, fiel im zweiten Lauf trotz starkem Beginn noch weit zurück (27.).

Für Sandro Viletta lohnte sich der Abstecher nach Kranjska Gora in keinster Weise. Der Bündner schied noch vor der ersten Zwischenzeit aus. Auch Nachwuchshoffnung Manuel Pleisch schied bereits im ersten Lauf aus. Didier Cuche ging in Slowenien nicht an den Start. Der an der Hand verletzte Neuenburger schont sich für die Speed-Rennen von nächster Woche in Kvitfjell (No) und das Weltcup-Finale von Mitte März auf der Lenzerheide.

Kranjska Gora (Sln). Weltcup-Riesenslalom der Männer:
1. Carlo Janka (Sz) 2:27,05.
2. Alexis Pinturault (Fr) 0,02 zurück.
3. Ted Ligety (USA) 0,12.
4. Cyprien Richard (Fr) 0,48.
5. Thomas Fanara (Fr) 0,55.
6. Matts Olsson (Sd) 0,90.
7. Manfred Mölgg (It) 1,05.
8. Hannes Reichelt (Ö) 1,18.
9. Steve Missillier (Fr) 1,22.
10. Massimiliano Blardone (It) 1,52. Ferner: 21. Justin Murisier 2,69. 27. Marc Berthod 3,18.
Ausgeschieden: u.a. Sandro Viletta (Sz), Manuel Pleisch (Sz), Philipp Schörghofer (Ö).
Nicht am Start: Didier Cuche (Sz).

(sda)