Corinne Suter

11. Februar 2019 16:25; Akt: 11.02.2019 16:25 Print

Warum redet sie im ORF ständig Mundart?

Die zweifache WM-Medaillengewinnerin Corinne Suter bittet im Österreichischen Rundfunk darum, Dialekt reden zu dürfen.

Corinne Suter redet beim ORF so, wie sie es immer tut. (Video: ORF)
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Corinne Suter ist in Plauderlaune. Nach ihrem erneuten Medaillengewinn, diesmal ist es Silber in der Abfahrt, steht sie im Zielraum und beantwortet Reporterfragen. Die 24-Jährige redet über die Verlegung des Starts nach unten (faire Entscheidung), über die Suche nach ihren Eltern (noch nicht gefunden), über die emotionale Verausgabung nach Super-G-Bronze (zum Glück blieb genug Zeit zwischen den Rennen). Sie gibt ausführlich und gern Auskunft und tut das im Schwyzer Dialekt. So weit, so normal? Mitnichten.

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Die Szenerie hat einen kleinen Schönheitsfehler. Das Mikrofon, das Suter entgegengestreckt wird, trägt drei Buchstaben: nicht SRF, sondern ORF. Der Interviewer hat zuvor erklärt, dass Suter gefragt habe, ob das Gespräch auf Hochdeutsch stattfinden müsse. Muss es offensichtlich nicht. Vorarlberger Zuschauer dürften wenig Mühe gehabt haben, Suter zu verstehen. Ob es den Wienern ähnlich ergangen ist?

Die Bitte des Moderators

Später an diesem Sonntagnachmittag kommen die Österreicher noch einmal in den Genuss einer Schweizer Mundartlektion. Suter sitzt im ORF-Studio bei Ernst Hausleitner, der nach der ersten Antwort seines Gasts in die Kamera sagt: «Corinne Suter hat einmal mehr ersucht, das Interview in Schwiizertüütsch führen zu können.» Er habe um «moderates Schwiizertüütsch» ersucht. Und dann, wieder zu Suter: «Wir werden uns schon in irgendeiner Art und Weise verständigen.»


Suter im ORF-Studio. (Video: ORF)

Da stellt sich die Frage nach Suters Beweggründen. Denkt sie, die Österreicher verstünden ihren Dialekt ja sowieso? Hat sie einfach keine Lust, Hochdeutsch zu reden? Oder schämt sie sich – im Gegensatz zu vielen Politikern – für ihren Akzent? Die Vermutung liegt nahe, dass sich Suter einfach unwohl fühlt in der Schriftsprache. Ihr Ignoranz und/oder Arroganz zu unterstellen, wäre völlig verfehlt, weil das ihrem Charakter nicht im Entferntesten entspräche.

Suter, die am Montagabend in Kloten landet, hat sich noch nicht zu diesem Thema geäussert. Dass es auch anders geht, hat sie an der WM aber schon bewiesen. Im Westschweizer Fernsehen gab sie nach ihrer Silberfahrt Auskunft: auf Hochdeutsch.


Suter gibt ein Interview in Schriftsprache. (Video: RTS)


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