Klassiker im Berner Oberland

10. Januar 2020 15:01; Akt: 10.01.2020 15:02 Print

Yules Topform und Zenhäuserns Lieblingshang

von Carlo Emanuele Frezza - Das Schweizer Slalomteam reist mit breiter Brust nach Adelboden. Es winkt der erste Podestplatz seit dreizehn Jahren.

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Am Sonntag findet in Adelboden die Englische Woche der alpinen Slalomspezialisten ihren Höhepunkt. Nach Zagreb und Madonna di Campiglio steht bereits das dritte Rennen innert sieben Tagen auf dem Programm. Und es herrschen beste Voraussetzungen für ein Skifest mit Schweizer Beteiligung. Dies liegt zum einen am Sieg von Daniel Yule in Norditalien, zum anderen aber auch am immer stärker werdenden Männer-Slalomteam.

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Gibt es einen Schweizer Podestplatz beim Slalom von Adelboden?

Ein Podestplatz in Adelboden käme aber einer Ausnahme gleich. Erst elfmal stand ein Hiesiger am Chuenisbärgli auf dem Slalompodest. Zehn Podestplätze stammen aus der Zeit vor dem Weltcup – von 1955 bis 1961. Danach ist in Adelboden für 39 Jahre nur noch der Riesenslalom auf dem Programm gestanden.

Ernüchternde Bilanz

Seit der Adelbodener Slalom zu Beginn dieses Jahrhunderts ins Weltcupprogramm der Männer aufgenommen worden ist, hat es nur noch ein Schweizer auf das prestigeträchtige Podium geschafft. Marc Berthod hat sich 2007 mit der Startnummer 60 in einem spektakulären zweiten Lauf, auch dank den Witterungsbedingungen, von Position 27 zum Sieg katapultiert.

Nimmt man die Top-Ten-Platzierungen der Schweizer in den Adelbodener Slaloms seit 2000 unter die Lupe, wird die Bilanz erst richtig ernüchternd. In den siebzehn Rennen, die seither ausgetragen worden sind, haben sich die Schweizer nur zwölfmal in den Top Ten klassiert. Abgesehen vom Sieg von Berthod ist Ramon Zenhäusern dem Podest am nächsten gekommen – im vergangenen Winter als Fünfter.

Der Walliser aus Visp ist mit ein Grund, weshalb die Schweiz für den bevorstehenden Adelbodener Slalom Mut schöpfen kann. Neben der Variabel Z wie Zenhäusern verfügt das Slalomteam aber auch über die Variabel Y wie Daniel Yule. Beide sind ernste Kandidaten für einen Platz auf dem Podium an diesem Sonntag.

Zenhäuserns Lieblingsrennen

Ramon Zenhäusern ist nach ruhigen Festtagen in seinem Chalet in der Moosalpregion bei Bürchen, wo jüngst auch eine Piste nach ihm benannt worden ist, so in das neue Kalenderjahr gestartet, wie er das letzte abgeschlossen hat: Mit einem Spitzenresultat und einem Ausfall.

Die Ausfallquote des Oberwallisers ist in der laufenden Saison mit fünfzig Prozent zwar aussergewöhnlich hoch, doch wer genauer hinschaut, merkt schnell: Der 27-Jährige ist in einer bestechenden Form. Sowohl in Val-d'Isère im Dezember als auch am Mittwoch in Madonna di Campiglio ist er bis zum entscheidenden Fehler auf Podestkurs gewesen. Zum Saisonauftakt in Levi haben ihm als Vierter 0,27 Sekunden und in Zagreb als Zweiter 0,07 Sekunden zum Sieg gefehlt.

Zum Chuenisbärgli pflegt Zenhäusern eine gute Beziehung. Hier hat er vor sieben Jahren seine ersten Weltcuppunkte geholt und vor vier Jahren als Sechster eines seiner ersten Spitzenresultate erzielt. Sicherlich auch deshalb bezeichnet er das Rennen am Chuenisbärgli als sein Lieblingsrennen.

Yule besticht durch Konstanz

Der Mann der Stunde im Slalomteam der Männer ist aber ein anderer: Daniel Yule. Mit seinem Sieg in Madonna di Campiglio ist der Unterwalliser in einen exklusiven Kreis der Schweizer Skigeschichte vorgestossen. Zwei Siege in einem Slalom, das haben vor ihm in der Geschichte des Weltcups nur Didier Plaschy, Pirmin Zurbriggen und Dumeng Giovanoli hingekriegt.

Bei Yule sticht besonders seine Konstanz heraus. Sein letzter Ausfall datiert vom März 2018 in Kranjska Gora. Seither ist er in vierzehn Rennen zwölfmal in die Top Ten und fünfmal auf das Podest gefahren. Auch seine Platzierungen in Adelboden lassen sich sehen, auch wenn ein Spitzenresultat noch fehlt. In den letzten vier Jahren ist er im Berner Oberland 13., 8., 12. und 8. geworden.

Wer ist die Variable X?

Die bisherigen Leistungen und die Entwicklung der beiden Walliser zeigen: Die Zeit ist reif für einen Schweizer Podestplatz in Adelboden. Doch was, wenn sowohl die Variable Y als auch die Variable Z enttäuschen sollten? Wer ist die Variable X?

Gleich mehrere Fahrer könnten in die Bresche springen. Kaum einmal ist ein Schweizer Slalomteam so stark und so breit aufgestellt gewesen wie im Moment. Tanguy Nef, Sandro Simonet sowie Loïc Meillard sind Fahrer, denen der Sprung in die Top Ten zuzutrauen ist. Oder gelingt Luca Aerni, Reto Schmidiger oder Marc Rochat der langersehnte Turnaround?

Der Druck lastet nichtsdestotrotz auf den Schultern von Yule und Zenhäusern. Sie sind es, die die Schweizer Flagge wieder auf das Slalompodest von Adelboden bringen müssen.

Wintersport

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fier d'être am 10.01.2020 15:20 Report Diesen Beitrag melden

    Ober-valaisan

    Ramon ist zur Zeit der schnellste und vielseitigste Slalomfahrer der Welt. Wenn er die Einfädler weglässt, kämpft er um die Slalomkugel. Nicht auszudenken, wo er heute stünde, wären ihm diese 2 Patzer nicht passiert.

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  • Lulzim Dzeladini am 10.01.2020 15:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Horuschlittu

    Ramon Zenhäusern stammt nicht aus Visp. Bitte besser informieren. Trotz Gratis-Angebot dürfte man doch mindestens den Anspruch haben, korrekte Artikel zu verfassen. Hajde Bruder

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  • m.s.h. am 10.01.2020 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir sind gespannt...

    ....Wenn das Wörtchen WENN nicht wäre, Yule in TOP Form, der Lieblingshang von 2-Meter Mann aus dem Wallis, Ramon Zenhaeusern, das müsste ja rein theoretisch 2 Podestplaetze geben. Da bin ich dann gespannt und drücke dem Schweizer Team die Daumen! Hopp Schwiiz.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Oxygen. am 11.01.2020 14:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    MORGEN MUSS ES BESSER WERDEN...

    Nichts gewesen, ausser Spesen im Berner Oberland heute Samstag! Caviezel schon im 1. Lauf out -- Meillard in sehr guter Ausgangsposition, aber verbremst den zweiten Durchgang total und kam nicht mal in die Top-15. Ein schwarzer Tag für die CH. Ich hoffe sehr, dass es dann morgen beim Slalom eine totale Kehrtwende gibt...!?!

  • OiramXelor. am 11.01.2020 06:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SO IST ES!

    Meine Devise lautet: "Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben". Im Vorfeld zu viel Lob bringt nix, positiv denken ist okay, alles andere sind Spekulationen. Abwarten, Tee trinken, sich auf die kommenden Skirennen freuen, und gut ists. Daumen drücken jederzeit erlaubt und erwünscht!

  • Maler50 am 11.01.2020 06:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorfreude ist gross

    Ja unsere Skistars im Slalomteam sind so stark wie schon seit langer Zeit nie mehr y ein Podestplatz ist durchaus im Bereich des möglichen. Die Hoffnung ist berechtigt jedoch darf man nicht zu gross enttäuscht sein wenns dann doch nicht klappen sollte mit einem Podestplatz, die Spitze der möglichen Podestfahrer ist zur Zeit im Weltcup breit. Ich freue mich so oder so auf ein spannendes Slalomrennen! Hopp Swisskiteam

  • Schriftenmaler51. am 10.01.2020 20:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    HOPP SWISSSKITEAM!

    Yule y Ramon Z. y den anderen Schweizer viel Glück y Erfolg im Berner Oberland. Hoffen wir, dass es Podest Plätze gibt y niemand ein Einfädler hat. Bis bald y Hopp SWISSSKI-TEAM.

  • m.s.h. am 10.01.2020 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir sind gespannt...

    ....Wenn das Wörtchen WENN nicht wäre, Yule in TOP Form, der Lieblingshang von 2-Meter Mann aus dem Wallis, Ramon Zenhaeusern, das müsste ja rein theoretisch 2 Podestplaetze geben. Da bin ich dann gespannt und drücke dem Schweizer Team die Daumen! Hopp Schwiiz.