Ski wird zum Geschoss

22. Februar 2019 14:07; Akt: 22.02.2019 16:46 Print

Zwei Meter an der Katastrophe vorbei

Schon wieder Aufregung an der Bergisel-Schanze in Innsbruck. Diesmal um einen Ski, der Skisprunglegende Martin Schmitt nur knapp verfehlt.

Der estnische Kombinierer Kristjan Ilves stürzt bei der Landung. (Video: SRF)
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Dabei hatten sie doch extra ein Netz montiert. Nach dem Trainingsmissgeschick des norwegischen Skisprung-Junioren-Weltmeisters Thomas Aasen Markeng, der am Ende des Auslaufs der Bergisel-Schanze abgehoben hatte und in die Absperrgitter geprallt war, reagierten die Organisatoren der WM-Springen und brachten ein Provisorium an. Nicht, dass der tückische Gegenhang noch einen Athleten ungewollt zum Fliegen bringt.

Nun, das Netz stellte sich schon am nächsten Tag als suboptimale Lösung heraus. Um das zu illustrieren, brauchte es ein Missgeschick des Kombinierers Kristjan Ilves. Der Este ging mit der Nummer 25 auf Weitenjagd, hatte beste Windverhältnisse. Er segelte auf 118,5 Meter, verlor bei der Landung aber das Gleichgewicht, worauf die Bindung aufging und er hinfiel. Während der 22-Jährige schnell zum Stillstand kam, raste der rechte Ski in vollem Tempo weiter und wurde – mit dem Gegenhang als Rampe – zum gefährlichen Geschoss.


Für Junioren-Weltmeister Thomas Aasen Markeng endet das Training schmerzhaft. (Video: ORF)

Und das Netz? Nun, es hing zwar dort, bereit, seinen Job zu erledigen. Dummerweise war es aber zu grobmaschig, um den Ski abzufangen, weshalb dieser direkt in die Mixed-Zone flog und die Reporter von Eurosport nur knapp verfehlte. Martin Schmitt, einst Überflieger und heute Experte beim TV-Sender, sagte: «Der Ski kam hier durchs Netz gerauscht. Zwar etwa zwei Meter neben mir – aber auf Kopfhöhe ist das kein Spass.»

Verantwortlich ist der Athlet

Der Vorfall zog einen kurzen Unterbruch nach sich, Renndirektor Lasse Ottesen erklärte der Eurosport-Reporterin: «Wir wollen das Netz noch einmal mit unserem Experten anschauen und es erhöhen. Zudem muss es enger sein, sonst wird es gefährlich für dich und deine Kollegen.»

Und was, wenn der Ski jemanden ernsthaft verletzt hätte? Der frühere Skisprung-Weltmeister Andreas Küttel, der die Nordisch-WM als Experte für SRF begleitet, wies auf einen interessanten Punkt hin: «Die Athleten müssen einen Vertrag mit der FIS unterschreiben, dass sie dafür verantwortlich sind, wenn ihre Ski jemanden treffen.» Sein Urteil nach dem zweiten Zwischenfall in Innsbruck fiel vernichtend aus: «Das ist nicht gerade beste Werbung für den Veranstalter.»

Wintersport

(kai)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • lars am 22.02.2019 14:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ski zum geschoss ?

    ehhhm.. wo ist jetzt genau das problem..?

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  • Daniel am 22.02.2019 15:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Watte

    Hätte, wäre, könnte..... am besten alle Menschen in Watte einpacken...

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  • Ikarus am 22.02.2019 15:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Risiko

    Na ja. Ein gewisses Risiko ist bekannt, jeder Springer weiss das. Erinnere mich an Springen wo der Springer in der Luft nach dem Absprung in der Luft den Ski verliert. Auch nicht angenehm und jederzeit möglich.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • EIN Ruedi aus Basel am 23.02.2019 09:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fragen über Fragen

    wo ist der ski? welche Katastrophe ?

  • Hene am 23.02.2019 09:26 Report Diesen Beitrag melden

    Dramatisierung

    Diese ewige Dramatisierung der Medien nervt mich langsam gewaltig! Die Kollegen von Eurosport hätten den Ski fast abbekommen! Ich wäre heute vielleicht auch fast gestorben, nur weiss ich es nicht, da ich noch lebe!

  • ed am 23.02.2019 08:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wo ist der ski?

    was is nun mit dem ski?

  • MÖUK am 23.02.2019 07:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist eine Katastrophe

    Dringend den Wintersport vebieten. Ist sowieso Sinnlos und eine Schande für die Umwelt. Was da für Gebäude gebaut werden oder Wald abgeholzt um nur im Winter ein par mal darüber zu fahren.

  • Leser am 23.02.2019 07:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kopfhöhe

    Man muss ja nicht gerade in der Gefahrenzone stehen. Mitdenken erlaubt.