Schwingen

20. Dezember 2011 10:16; Akt: 20.12.2011 10:18 Print

Mario John designierter Nachfolger von Ernst Schläpfer

Der Eidgenössische Schwingerverband ESV hat nach der plötzlichen Rücktritts-Ankündigung seines umstrittenen Obmanns Ernst Schläpfer die Nachfolge so gut wie geregelt.

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Für die ausstehende Amtszeit von zwei Jahren wird an der kommenden Abgeordnetenversammlung vom März 2012 in Aigle Mario John als Kandidat vorgeschlagen. Der Auserkorene ist seit 2008 Präsident des Nordostschweizerischen Schwingerverbands NOS. Der 56-Jährige wohnt und arbeitet in Chur. Er ist ehemaliger Aktiver. Sein Stammklub ist in Mels SG beheimatet.

Wie der ESV in einem Communiqué mitteilt, wird Johns Kandidatur im Zentralvorstand von allen Teilverbands-Präsidenten und dem Eidgenössischen Technischen Leiter unterstützt. Deshalb könnte dessen Wahl im Frühling zur Formsache werden. Wegen der Kandidatur für das Amt des ESV-Obmanns wird John am 15. Januar an der nächsten NOS-Delegiertenversammlung in Waldstatt als Präsident seines Teilverbands zurücktreten.

Schläpfers Rücktritt kam überraschend

Der aktuelle ESV-Obmann Ernst Schläpfer kündigte Ende November Knall auf Fall seinen Rücktritt an, nachdem es an einer Sitzung des Zentralvorstands zu einem Eklat gekommen war. Der 56-jährige Appenzeller zeigte sich nicht einverstanden damit, dass der ZV einen Rekurs des zurückgetretenen dreifachen Schwingerkönigs Jörg Abderhalden gegen ein Urteil der Werbekommission gutgeheissen hatte. Schläpfer hatte sich bis zuletzt hinter das vorangegangene Urteil gestellt. In Werbe-Fragen stand er immer wieder im Clinch mit seinem Göttibub Abderhalden.

Schläpfer, seines Zeichens zweifacher Schwingerkönig, ging bislang in seiner Tätigkeit als Obmann Konfrontationen nicht aus dem Weg. Und hie und da sorgte er mit einem provokativen Spruch für Aufregung. Mit seiner hemdsärmligen Art eckte er mancherorts an. Schläpfers designiertem Nachfolger Mario John wird aufgrund seines diplomatischen Geschicks zugetraut, dass er mehr Ruhe in den ESV bringen kann.

Eigentlich hatte man in Schwinger-Kreisen damit gerechnet, dass Daniel von Euw die Nachfolge von Ernst Schäpfer antreten würde. Der Innerschweizer galt als Top-Kandidat für die ursprünglich für das Jahr 2014 vorgesehene Ablösung auf dem Obmanns-Posten. Weil die «Ära Schläpfer» früher als geplant endet, hätte er das Kommando zwei Jahre eher übernehmen müssen. In die Bresche springen will Von Euw aber nicht. Er macht für seinen Verzicht berufliche und familiäre Gründe geltend.

(sda)

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