Eiskunstlauf

13. März 2011 13:31; Akt: 13.03.2011 13:32 Print

Zahlreiche Eiskunstläufer wollen keine WM

Angesichts der in Japan drohenden Nuklearkatastrophe stehen die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften, die am 21. März in Tokio beginnen sollen, vor der Absage.

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Japan droht eine Nuklearkatastrophe, den Sportlern steht nicht der Sinn nach Eiskunstlaufen, nur der Weltverband ISU kann sich noch nicht zu einer Absage der Weltmeisterschaften, die am 21. März in Tokio beginnen sollen, durchringen und spielt auf Zeit. "Natürlich ist durch die Reaktorexplosion eine neue Situation entstanden. Aber wir benötigen weitere Informationen", sagte ISU-Präsident Ottavio Cinquanta bei der Eisschnelllauf-WM in Inzell. Es gebe viele Interessen zu berücksichtigen, meinte der Italiener weiter und hatte dabei wohl auch die Verbandssponsoren im Kopf.

Zwar ergab eine Untersuchung, dass die Yoyogi-Sporthalle das Erdbeben in der japanischen Hauptstadt nahezu unbeschädigt überstanden hat, doch das interessiert die Aktiven überhaupt nicht mehr. "Es würde uns sehr schwer fallen, jetzt in Tokio auf lustig zu machen. Die Menschen haben ganz was anderes im Kopf und ganz andere Sorgen als Eiskunstlaufen", sagte ein deutscher Trainer.

Die Deutsche Eislauf-Union (DEU) orientiert sich derzeit am kanadischen Verband, der es seinen Läufern freistellt, ob sie die Reise nach Japan wagen wollen. Einen Schritt weiter ging bereits die französische Föderation, die ihren Europameister Florent Amodio in die Heimat zurückbeorderte. Andere bereits nach Japan eingereiste Athleten wie die russischen Paarläufer Tatjana Wolososchar und Maxim Trankow wollen vorerst bleiben.

Vor genau 50 Jahren waren schon einmal Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften wegen eines tragischen Unglücksfalls gecancelt worden. Beim Landeanflug auf Brüssel stürzte ein aus New York kommendes Linienflugzeug ab. Unter den 73 Todesopfern war auch das 18-köpfige WM-Aufgebot der USA, die in Prag geplanten Titelkämpfe wurden daraufhin abgesagt.

(sda)

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