Pleiten, Pech und Pannen

20. Februar 2011 22:30; Akt: 21.02.2011 09:52 Print

Ein WM-Drama in 5 Akten

von Marcel Allemann - Nur einmal Silber. Noch schlechter war die WM-Bilanz in den letzten 35 Jahren nur 2005 beim Null-Medaillen-Albtraum in Bormio. Die Pleite in 5 Akten.

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1. Akt – Start mit vierten Plätzen: Zum WM-Auftakt stimmte die Form noch, bei den vier vierten Plätzen von Lara Gut (Abfahrt, Super-G), Didier Cuche (Super-G) und Dominique Gisin (Kombi) war auch Pech im Spiel. Doch ein idealer Start wurde so in den Sand gesetzt – und der Druck stieg.

2. Akt – die gefühlte Silber-Niederlage:
Didier Cuche hat mit Abfahrts-Silber zwar einen Nuller verhindert. Doch nach seinen grandiosen Abfahrts-Auftritten vor der WM war dieser zweite Platz eine gefühlte Niederlage.

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3. Akt – die Kombi-Stürze: Es kam die Super-Kombi, die Disziplin der Schweizer Hoffnung. Doch daraus wurde nichts: Lara Gut, Silvan Zurbriggen und Beat Feuz lagen zwar auf Kurs, mussten ihre Medaillenhoffnungen aber mit ihren Ausfällen im Slalom begraben.

4. Akt – Verletzte und Kranke: Der Misserfolg ging Hand in Hand mit den wenig erfreulichen ärztlichen Bulletins. Patrick Küng und Fabienne Suter erkrankten, Carlo Janka hat massive gesundheitliche Probleme, Lara Gut verletzte sich am Fuss, Didier Cuche brach sich den Daumen und auch Sandro Viletta war nicht fit. Die Schweiz wurde in dieser Hinsicht zwar nicht so hart geprüft wie Österreich, aber wir haben auch nicht die Breite unseres Nachbars.

5. Akt – das Debakel: In den technischen Disziplinen gerieten sogar die Leder­medaillen der ersten Woche ausser Reichweite. Der Team-Wettkampf (vier Niederlagen bei vier Fahrten), der Frauen-Riesenslalom (20. Gut) und die beiden Slaloms (21. Feierabend/25. Murisier) waren ein Debakel.

Epilog: Niemand war in der Lage, den Niederlagen-Schmerz mit einem Exploit in den letzten Tagen ein wenig zu lindern. Nicht der angeschlagene Janka, nicht der verletzte Cuche – und nicht der ausgepowerte Allrounder Silvan Zurbriggen im Slalom.