Didier Cuche

09. Februar 2011 13:44; Akt: 09.02.2011 15:43 Print

«Die nächste Chance kommt am Samstag»

von Alexandra Stäuble - Auch beim zweiten WM-Rennen geht die Schweiz leer aus. Didier Cuche konnte seinen Titel im Super-G nicht verteidigen. Er hofft nun auf einen Vollerfolg in der Abfahrt.

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Didier Cuche konnte seinen Titel im Super-G nicht verteidigen. (Bild: Keystone)

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Ein weiterer undankbarer vierter Rang für die Schweizer Ski-Delegation. Nach Lara Gut am Dienstag verpasste Didier Cuche tags darauf auf einer schwierigen und eisigen WM-Strecke eine Medaille um 0,31 Sekunden. Der Romand zeigte sich nach dem Rennen realistisch: «Es gab heute drei, welche schneller waren als ich.» Der Schweizer Hoffnungsträger hatte bereits am Start Zeit eingebüsst, lag aber im unteren Teil der Strecke trotzdem noch auf Medaillenkurs. Cuche büsste auf den italienischen Sieger Christof Innerhofer im Ziel 1,03 Sekunden ein - das reichte für Zwischenrang 3, von dem ihn aber bereits der nächste Fahrer, der Kroate Ivica Kostelic, verdrängte. «Ich habe mich schon vom Start weg nicht wohl gefühlt. Das erste flache Stück bin ich nicht zum Skifahren gekommen und das hat man danach an der Zeit gesehen», so Cuche. Allgemein habe es heute am guten Gefühl gefehlt, welches er in der ersten Kurve sonst kriege.

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Nun gilt es, den Super-G schnell abzuhaken. Morgen steht bereits das erste Training für die Abfahrt vom Samstag an. Cuche strebt jetzt einen Erfolg in der Königsdisziplin an. «Man muss schon ab morgen bei der Sache sein», sagt der grosse Favorit auf den WM-Titel in der Abfahrt und ist überzeugt: «Die nächste Chance kommt am Samstag.»

Janka: «War Kampf gegen den Ausfall»

Auch die anderen Schweizer fuhren klar am Podest vorbei. Carlo Janka wurde nach einer fehlerhaften Fahrt mit 1,72 Sekunden Rückstand Siebter, Silvan Zurbriggen klassierte sich lediglich auf Rang 13 (2,81 zurück). Tobias Grünenfelder und Sandro Viletta vermochten den anspruchsvollen Kurs, den der Schweizer Speed-Trainer Hans Flatscher gesetzt hatte, nicht zu Ende zu fahren. Vor allem Janka war nach seiner Zielankunft total ausgepowert. «Das war mehr oder weniger ein Kampf von oben bis unten», so der Obersaxner im Ziel. «Ab der Mitte war es sogar ein Kampf gegen den Ausfall.» An Können fehlt es dem Schweizer nicht, zu schaffen macht ihm derzeit immer noch eine Virus-Erkrankung vom letzten Sommer. Es fehlt ihm momentan einfach an der nötigen Substanz. «Jetzt muss ich mir gut überlegen, wie es weitergeht», so ein müder Janka. «Vielleicht lasse ich die Abfahrt und die Kombination aus und fahre nur noch den Riesenslalom. Ich weiss es noch nicht.»

Ein strahlender Sieger

Der WM-Sieg in Garmisch war zugleich der erste Sieg für Innerhofer in einem Super-G. Dass ihm dies ausgerechnet an einem solchen Grossereignis gelingt, macht ihn überglücklich. «Ich kann es einfach nicht glauben, ich strahle mehr als die Sonne.» Der 26-jährige Südtiroler hatte sich in dieser Saison im Super-G noch nie in den Top 3 klassiert. Mit Reichelt (Sieger in Hinterstoder) und Kostelic (Kitzbühel) standen immerhin zwei Super-G-Gewinner dieser Saison auf dem Podest. Den Namen Christof Innerhofer hatten heute wohl nicht viele auf der Rechnung. «Ich hatte in dieser Saison in der Tat immer Probleme, hundertprozentig zu fahren», sagt der frisch gebackene Weltmeister im Nachhinein. Für das heutige Rennen nahm er sich aber vor, über sich hinauszuwachsen. «Heute habe ich mir selber gesagt: Zeig heute, wie du Ski fahren kannst.»