Cuche und Janka

17. Februar 2011 19:03; Akt: 17.02.2011 19:09 Print

Schweizer Lazarett-Duo will Medaillen

von Herbie Egli, Garmisch - Didier Cuche und Carlo Janka gehen gesundheitlich angeschlagen in den WM-Riesenslalom. Gewinnt Cuche eine weitere Medaille, lässt er sich ohne Narkose operieren.

Didier Cuche und Carlo Janka wollen trotz gesundheitlichen Problemen eine Medaille. (Video: 20 Minuten Online)
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Didier Cuche bricht sich im Training den Daumen und Carlo Janka leidet an Herzrhytmusstörungen. Keine guten Voraussetzungen, um einen WM-Riesenslalom zu bestreiten. Doch die Schweizer Speed-Spezialisten lassen sich deswegen nicht unterkriegen. Beide trainierten am Donnerstag auf der Strecke. «Ich bin einige Tore gefahren. Wenn ich sie berühre, habe ich etwas Schmerzen. Aber ich beisse auf die Zähne», so Cuche. Janka zog sich wegen seinen gesundheitlichen Problemen bereits am letzten Wochenende nach Oberjoch im Allgäu zurück und erholte sich dort von den körperlichen Strapazen. «Es ist sicher noch nicht die Antwort auf alle Fragen, was meine Gesundheit angeht. Aber ich bin froh, dass man irgend etwas gefunden hat», sagt der Gesamtweltcupsieger.

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Bei Bronze Operation ohne Narkose

Die Gewissheit der Krankheit hält den Bündner Titelverteidiger im WM-Riesenslalom nicht davon ab, voll auf Angriff zu fahren. «Mein Ziel ist immer noch eine Medaille. Darum bin ich hier. Das hat sich wegen der Krankheit nicht geändert.» Auch Cuche möchte trotz seinem gebrochenen Daumen um Edelmetall kämpfen. Den WM-Titel hakt der Neuenburger aber ab. «Die Chancen, dass ich eine Medaille mache, sind natürlich gesunken. Gold ist vermutlich schwierig. Aber Bronze liegt drin.» Gewinnt Cuche nach Abfahrts-Silber tatsächlich seine zweite Medaille an dieser WM, lässt er am Wochenende Schmerzen über sich ergehen. «Ist das der Fall, muss der Doktor, der mich operiert, keine Narkose machen.»

Cuche lässt sich am Samstag um 15 Uhr, direkt nach seiner Rückkehr in die Schweiz, operieren. Auch Janka muss sich wegen seinen Herzrhytmusstörungen unters Messer legen. Sein Eingriff erfolgt allerdings erst nach Saisonende. Gemäss dem Schweizer Teamarzt Dionys Glenz wird Janka nach der Operation relativ schnell wieder auf den Beinen sein und die Vorbereitung auf die nächste Weltcup-Saison normal in Angriff nehmen können.