Lange unterschätzt

09. Mai 2010 19:28; Akt: 09.05.2010 19:35 Print

Damien Brunner, der grosse Irrtum

von Klaus Zaugg, Mannheim - Zugs Stürmer Damien Brunner (24) war bei seiner ersten WM-Partie gleich einer der besten Offensivspieler. Vor vier Jahren wurde er für internationale Einsätze als dienstuntauglich erklärt.

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Eigentlich hat sich der EV Zug während der Saison 2008/09 des Diebstahls schuldig gemacht. Der Tausch mit Kloten - Brunner gegen Thomas Walser - kann fast nur als Diebstahl bezeichnet werden. Zugs Trainer Doug Shedden brachte es auf den Punkt: «Es ist ein Wahnsinn, dass wir Walser gegen Brunner eintauschen konnten.»

Walser hat soeben seinen Wechsel in die 1. Liga zu Oberthurgau gemeldet. Brunner war beim WM-Starspiel der Schweiz gegen Lettland am Samstag fast nicht zu stoppen. Er orchestrierte die Tore zum 1:0 und zum 2:0.

Brunner trägt in der Nationalmannschaft die Nummer 96. Das flinke Kufentier mahnt ein wenig an Berns Christian Dubé, die berühmteste Nummer 96 der Liga. Brunner ist in Zug fester Bestandteil des ersten Sturmes um Josh Holden. Er ist schnell, er ist frech und er hat das Gespür für den «tödlichen» letzten Pass und eine Nase fürs Toreschiessen. Er war diese Saison Zugs bester Schweizer Skorer in der Qualifikation (47 Spiele, 23 Tore, 34 Assists) und in den Playoffs (13 Spiele, 10 Punkte).

Er ist nicht nur der grosse Irrtum der Kloten Flyers. Brunner hat auch vom U-20 Nationaltrainer Köbi Kölliker (heute technischer Koordinator) nie ein Aufgebot erhalten. Nicht einmal für ein Testspiel. Er ist also vom besten Kenner der Schweizer Nachwuchsszene übersehen worden. «Das ist richtig» bestätigt Köbi Kölliker gegenüber 20 Minuten Online. «Aber Brunner spielte damals in der 1. Liga bei Winterthur und hatte nicht die physischen Voraussetzungen um sich international durchsetzen zu können.» Brunner stehe als Beispiel dafür, wie wichtig es sei, im Laufe einer Karriere zum richtigen Zeitpunkt in die richtige Mannschaft zu kommen: «Wäre Brunner nicht von Kloten nach Zug transferiert worden, wäre er in Kloten versauert und wir würden heute wahrscheinlich seinen Namen nicht kennen.»