Guts Ex-Lover

09. Februar 2011 22:53; Akt: 09.02.2011 23:34 Print

Innerhofer: Sonnyboy wurde Goldboy

von Peter Berger, Garmisch - Christof Innerhofer ist nicht nur neuer Weltmeister im Super-G. Der Südtiroler gilt auch als Spassvogel und Schürzenjäger.

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Am Wochenende hatte in Hinterstoder (Ö) noch nichts auf einen Weltmeister namens Christof Innerhofer hingedeutet. Der Italiener hatte nur Platz 9 erreicht und viel Zeit auf ­Sieger Hannes Reichelt (Ö) verloren. «Damals hatte ich mit Hannes die Strecke besichtigt. Das war ein Fehler: Hannes zeigte mir unterwegs dauernd schöne Mädchen.» In Garmisch verzichtete Innerhofer auf Reichelts Begleitung während der Streckenbesichtigung – und prompt war er nun vor dem Österreicher platziert. «Ich wusste aber, dass es hier im Ziel viele schöne Frauen hatte, deshalb wollte ich schnell unten sein», scherzte der 26-Jährige.

Innerhofer gilt als Schürzenjäger und hatte vor zwei Jahren auch ein Techtelmechtel mit Lara Gut, das aber unromantisch endete. Innerhofer erklärte machohaft: «Als Liebhaberin muss Lara noch viel lernen.» Gut konterte: «Sehr wahrscheinlich war ich schlecht, weil ich nicht mit ihm ins Bett ging.»

Innerhofer ist aber nicht nur ein Sonnyboy, er fährt vor allem schnell Ski. Und das am liebsten auf eisiger, ruppiger Unterlage. Während alle anderen Fahrer über die Pistenverhältnisse herzogen und vom schwierigsten Super-G der Karriere sprachen (Ivica Kostelic), meinte der Speed-Spezialist trocken: «Mir hats gefallen.» Am Start habe er zu sich gesagt: «So Christof, auf gehts.» Auch unterwegs spornte er sich an: «Christof, Vollgas, dieses Rennen ist alle zwei Jahre. Du bist immer nur 80 Prozent gefahren, jetzt fährst du volle Pulle.»

Gesagt, getan. Innerhofer siegte mit deutlichem Vorsprung vor Reichelt und Kostelic und freute sich spitzbübisch. Bisher hatte er stets in den Trainings überzeugt, aber selten im Rennen. «Ab jetzt bin ich nicht mehr nur Trainingsweltmeister, sondern auch Super-G-Weltmeister.»