Zurbriggens krasse Daten

10. Februar 2011 22:59; Akt: 10.02.2011 22:35 Print

Bereits am Start ist der Puls auf 150

von Marcel Allemann - Auf der brutalen Kandahar-Piste wird den Körpern der Abfahrer alles abverlangt. Auch jenem von Silvan Zurbriggen. Wie sehr, weiss der Walliser, seit er in Kitzbühel durchgecheckt wurde.

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Michael Vogt, Trainingswissenschaftler bei Swiss-Ski, hat die Schweizer Skifahrer während des Kitzbühel-Wochenendes auf Herz und Nieren geprüft. Die auf den Körper einwirkenden Kräfte wurden ebenso gemessen wie die Beschleunigung, der Puls und die Laktatwerte. Zurbriggen stellt seine Daten, die er kürzlich erhielt, 20 Minuten zur Verfügung. Sie sind bemerkenswert.

Auf Zurbriggen wirkten in der schwierigsten Abfahrt der Welt, die er im 13. Rang beendete, fast in jeder Kurve Kräfte von rund 300 Kilogramm auf ein Bein ein. «Das spürt man jedoch nicht nur in den Beinen, sondern am ganzen Körper», erklärt der Sieger der Abfahrt von Gröden.

Erstaunlich sind auch die Pulsmessungen. Schon am Start – bevor Zurbriggen überhaupt körperlich in Erscheinung trat – hatte er einen Puls von 150. Darüber staunte er auch selbst: «Vor mir war Michael Walchhofer gestürzt. Deshalb musste ich fünf Minuten auf meinen Start warten, doch der Puls kam in dieser Zeit nicht mehr runter, sondern blieb konstant auf 150. Das zeigt, wie hoch die Anspannung im Körper ist.» Vogt dazu: «Es muss auch so sein, denn Adrenalin ist wichtig für die Energiebereitstellung.» Während der Fahrt steigerte sich Zurbriggen dann noch auf seinen Maximalpuls – 199 wurden gemessen.

Doch wozu sind diese Daten gut? «Sie sind vor allem hilfreich für die zukünftige Gestaltung des Konditionstrainings», sagt Vogt. Entsprechende Schlüsse in diese Richtung will auch Zurbriggen ziehen. Dem 29-Jährigen helfen sie aber auch schon in der laufenden Saison: «Seit ich weiss, welchen Belastungen mein Körper ausgesetzt ist, hat die Erholung für mich einen noch höheren Stellenwert als zuvor.»