Swiss-Ski-Bilanz

19. Februar 2011 17:40; Akt: 19.02.2011 18:49 Print

«Im Sport kann man nichts kaufen»

von Herbie Egli, Garmisch - Die Schweiz bleibt an der Ski-WM vermutlich auf einer Medaille sitzen. Die Verantwortlichen Chefs zogen bereits eine Abschlussbilanz und sind enttäuscht.

Die Cheftrainer Martin Rufener und Mauro Pini sowie Chef Leistungssport Dierk Beisel über das Abschneiden in Garmisch. (Video: 20 Minuten Online)
Zum Thema
Fehler gesehen?

«Wir haben, dazu müssen wir einfach stehen, nicht erreicht, was wir wollten.» Die Worte von Dierk Beisel, Chef Leistungssport bei Swiss Ski, sprechen eine klare Sprache. Für die Wintersportnation Nummer 2 im Weltcup-Zirkus ist die Medaillen-Ausbeute an der Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen zu schlecht ausgefallen. «Wenn unsere Topcracks, ausser Didier Cuche in der Abfahrt, aus diversen Gründen nicht reüssieren, dann sind wir noch nicht in der Lage, Top-Platzierungen zu erreichen und diese Lücke zu schliessen», ergänzt Beisel.

Umfrage
Sind Sie enttäuscht von der Schweizer WM-Leistung?
42 %
24 %
14 %
20 %
Insgesamt 3675 Teilnehmer

«Wir sind nicht so gestartet, wie wir wollten»

Für Martin Rufener war es die letzte WM. Der Herren-Cheftrainer tritt nach sechs Jahren zurück. Nach den erfolgreichen letzten beiden Weltmeisterschaften ist auch er mit dem jetzigen Event nicht zufrieden. «Wir sind sicher nicht so in diese WM gestartet, wie wir wollten», so Rufener. Es gab aber auch Dinge, die den Cheftrainer gefreut haben. «Es hat Highlights darunter, wie die Medaille von Didier (Cuche, Anm. d. Red). Auch Murisier (Justin, Anm. d. Red.) und Beat Feuz, der im Dezember noch im Spital lag, haben knapp eine Medaille verpasst.» Während Rufener das Herrenteam nach der Nullnummer an der WM 2005 in Bormio übernommen hat und zum Erfolg geführt hat, kann er es wenigstens mit einer Medaille verlassen, und nicht so, wie er es vor sechs Jahren antraf.

Für Mauro Pini war es die erste WM als Damen-Cheftrainer. Das seine Fahrerinnen kein Edelmetall gewannen, enttäuscht natürlich auch den früheren Privattrainer von Lara Gut. «Im Sport kann man nichts kaufen», sagt Pini. Der Tessiner weiss auch, dass in den nächsten Jahren eine schwierige Zeit auf ihn und sein Team zukommt. «Wir gehen nach Hause mit der Überzeugung, dass wir uns in verschiedenen Bereichen verbessern müssen. Wir müssen noch mehr arbeiten und überzeugt sein.»

Den gleichen Weg weiter gehen

Trotz der sehr mageren Bilanz hält die Verbandsspitze an Pini fest. Bei den Männern kommt mit Osi Inglin nächste Saison ein neuer Mann, der die schwierige Nachfolge von Rufener antritt. Die verschiedenen Trainingsgruppen, die erst auf diese Saison hin ins Leben gerufen wurden, werden jedenfalls beibehalten. Kleinere Änderungen werden vielleicht vorgenommen, wenn Swiss-Ski nach der WM eine Analyse des jetzigen Abschneidens erstellt hat. Bei der nächsten WM in zwei Jahren in Schladming wird von den Schweizer Athleten aber sicher mehr erwartet, als sie in Garmisch zeigten. Nicht nur von Verbandsseite her, sondern auch von der Öffentlichkeit.