Ski-WM

13. Februar 2011 22:34; Akt: 14.02.2011 12:49 Print

So darfst du nicht aufhören, Didier!

von Peter Berger - Mit 36 Jahren darf noch lange nicht Schluss sein. Nicht nur die Schweiz, sondern der gesamte Skisport braucht Didier Cuche noch.

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Holte die bislang einzige Medaille für Swiss-Ski: Der «Altersvorsitzende» Didier Cuche mit seiner silbernen Auszeichnung. (AFP)

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Als Einziger hat Cuche an der WM in Garmisch-Partenkirchen bisher für die Schweiz eine Medaille geholt. Auf den Neuenburger ist auch im Alter Verlass. Das ist der Hauptgrund, warum der Routinier noch nicht zurücktreten darf.

Aber es gibt viele andere Gründe: Nicht nur Swiss-Ski braucht seinen Vorzeigeathleten, auch die Fans wollen ihn weiter sehen. An der Siegerehrung in Garmisch erhielt nicht Weltmeister Erik Guay (Ka) am meisten Applaus, auch nicht Sonnyboy Christof Innerhofer (It/3.) – die uneingeschränkte Zuneigung gehörte Didier Cuche. Das war in seiner langen Karriere nicht immer so. Lange wirkte er zu verbissen. Doch der Romand hat mittlerweile nicht nur die Herzen der Zuschauer erobert, er ist bei den Fahrern ebenso beliebt. «Ich mag ihm die Medaille von Herzen gönnen, er ist der beste Abfahrer der Welt», sagt Teamkollege Silvan Zurbriggen.

Für Cuche ist das Rennen nach der Ziellinie nicht fertig. Der gelernte Metzger macht sich ständig Gedanken über den Skisport. «Die Fis muss sich überlegen, ob die besten Fahrer nicht zwischen den Nummern 8 und 15 starten sollen», kritisierte er die derzeitige Regel, die ihn am Samstag mit der hohen Startnummer 18 benachteiligt hatte. Die unruhige Piste bezeichnete Cuche wiederholt als «unfair». Schon vor einer Woche in Hinterstoder hatte er eine klare Meinung zum dortigen kurvenreichen Super-G. «Wenn alle Super-G so sind, schaut bald niemand mehr zu.»

Zu guter Letzt gibt es einen persönlichen Grund, um weiterzumachen: Er hat noch immer kein WM- oder Olympia-Gold in der Abfahrt gewonnen. Noch hat er sich nicht entschieden: «Im Moment macht es ­mir noch Spass, ich werde erst ­im Frühling überlegen, wie es ­weitergeht.»