Garmisch

07. Februar 2011 23:02; Akt: 08.02.2011 08:04 Print

Hoffnungsträgerin wehrt sich gegen Druck

von Peter Berger - Los gehts: Die Frauen eröffnen am Dienstag mit dem Super-G die WM in Garmisch-Partenkirchen. Lara Gut gehört zu den Favoritinnen.

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Findet Lara Gut beim heutigen Super-G zum Auftakt der WM die richtige Linie? (Foto: Keystone)

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Mit zwei Silbermedaillen rettete Lara Gut vor zwei Jahren an der WM in Val d’Isère die Bilanz der Schweizerinnen. Auch jetzt ruhen die Hoffnungen erneut auf der Tessinerin. Dabei geht fast vergessen, dass Lara Gut erst 19-jährig ist. Seit dem Knatsch mit dem Verband im Dezember – sie war wegen der Kritik an Cheftrainer Mauro Pini und dem Verstoss gegen die Kleidervorschriften von Swiss-Ski für zwei Rennen gesperrt worden – sind ihre Aussagen vorsichtiger geworden.

Trotzdem hat sich das Ausnahmetalent eine gewisse Unbekümmertheit bewahrt. Sie lacht immer noch viel und herzhaft. Aber wenn es um Einschätzungen zu den bevorstehenden Rennen geht, merkt man ihr die Nervosität an. So sagt sie schon fast trotzig: «Was 2009 in Val d’Isère war, spielt jetzt keine Rolle.» Sie wisse auch nicht, ob sie damals lockerer war als jetzt. «Ich kann mich nicht mehr erinnern.»

Gut reduziert den Grossanlass auf einen Punkt: «An einer WM herrscht mehr Rummel und mehr Chaos. Aber im Grunde bleibt alles gleich: Ich muss schneller fahren als die anderen.» Das ist ihr in dieser Saison schon einmal gelungen. In Altenmarkt-Zauchensee gewann sie mit dem Super-G ihr zweites Weltcup-Rennen. «Auch das bedeutet nichts. An einer WM zählt es nichts, wenn man zuvor zehnmal auf dem Podest gestanden hat.»

Lara Gut trainierte vergangene Woche wie gewohnt mit ihrem eigenen Team. Erst am Sonntag ist sie in Garmisch zu Swiss-Ski gestossen. Zu viel Druck lässt sie sich aus dem Umfeld nicht aufladen. «Jede, die gut Ski fährt, kann gewinnen», betont sie. Entsprechend will Gut auch nichts davon wissen, dass sie für die Schweiz wie 2009 die Kohlen aus dem Feuer holen muss: «Am Start muss ich fahren, nicht die Schweiz.» Es würde die Nation aber freuen, wenn sie dies heute so erfolgreich täte wie vor zwei Jahren.