Pinkeldruck

12. Februar 2011 12:46; Akt: 12.02.2011 14:15 Print

Cuches originelle Erklärung für Silber

Nach dem Gewinn der Silbermedaille in der Abfahrt zeigte sich Didier Cuche im Interview zwar froh – nicht aber euphorisch. Denn eigentlich musste er so schnell wie möglich gehen.

Didier Cuche und Co. über Abfahrtssilber.
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«Für Erich Guay ist es ein schöner Tag – ein bisschen weniger für mich», gestand Didier Cuche nach dem Rennen. Der Schweizer Top-Favorit für den Abfahrtstitel musste sich wie vor zwei Jahren nur von einem Kanadier bezwingen lassen. So endet die Krondisziplin der Ski-WM für den Neuenburger mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Die erste Medaille 2011 ist Tatsache, Gold ist es leider nicht geworden. Er gab sich trotzdem zufrieden: «Das ist kein verpasster Sieg, sondern eher ein gewonnener zweiter Platz.» Auch seine Teamkollegen freuten sich für ihren Routinier (siehe Video oben).

«Zu Beginn kam ich nicht gut zurecht mit den vielen Schlägen auf dieser Strecke, heute war sie zwar etwas weicher, dafür war es schwieriger von hinten noch aufzuholen», gab der Silbermedaillengewinner zu bedenken. Die Startnummer als Handicap? Diese Meinung teilte Teamkollege Beat Feuz (9. Platz): «Ich sah Guays Fahrt im Fernsehen – sie war perfekt. Didiers Fahrt war aber beinahe noch perfekter. Dann kam aber die Sache mit der Startnummer.»

Mit voller Blase unterwegs

Startnummer hin oder her, Top-Favorit hin oder her – Didier Cuche muss sich heute keine Vorwürfe machen. Er hat zum richtigen Zeitpunkt die bestmögliche Leistung abgerufen und schlussendlich rang auch er sich zu einem positiven Feedback durch: ««Ich bin sehr froh über diesen zweiten Platz und die Medaille.»

Durch eine sturzbedingte Unterbrechung vor seinem Start, wusste der 36-Jährige nicht genau, wann es lsogehen würde. Darauf angesprochen hatte er gegenüber dem «ORF» eine originelle Antwort bereit: «Dann hat es aber doch nur fünf Minuten gedauert. Wenn es länger gedauert hätte, wäre ich nochmal pinkeln gegangen, weil ich Druck hatte. Aber dann ging es los und musste ich mit Druck fahren.» Stand der «Pinkeldruck» am Ende der Goldmedaille im Weg?

Historischer Rekord

Mit dieser Silbermedaille schlägt Didier Cuche ein ganz eigenes Kapitel in den Geschichtsbüchern des alpinen Skisports auf. Noch nie ist es einem Athleten gelungen, in drei verschiedenen Jahrzehnten an Grossanlässen Medaillen zu erringen - bis heute. Nach Nagano 1998 (Silber im Super G an den Olympischen Spielen), Are 2007 (Bronze im Riesenslalom an Weltmeisterschaften), Val-d'Isère 2009 (Gold im Super G und Silber in der Abfahrt an Weltmeisterschaften) ist das dem Oldie nun gelungen. Gratulation.