Herren-Abfahrt

12. Februar 2011 08:11; Akt: 12.02.2011 08:12 Print

Ärgert Feuz die Abfahrts-Favoriten?

von Herbie Egli, Garmisch - Mit der Herren-Abfahrt steigt an der Ski-WM die Königsdisziplin. Der junge Beat Feuz will den Medaillen-Anwärtern einen Strich durch die Rechnung machen.

Der junge Berner Beat Feuz will in der WM-Abfahrt die grossen Fahrer ärgern. (Video: 20 Minuten Online)
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Für Beat Feuz wäre eine WM-Medaille das perfekte Geburtstagsgeschenk. Der Junioren-Abfahrtsweltmeister von 2007 feierte gestern seinen 24. Geburtstag. Im Weltcup tastet sich der Emmentaler immer mehr an die Spitze in den Speed-Disziplinen. Früher wurde er oft verletzungsbedingt zurückgeworfen. Diesen Winter blieb er bis auf eine Meniskus-Verletzung bei der Abfahrt in Lake Louise von solchen Rückschlägen verschont. Im gestrigen Abschlusstraining für die heutige WM-Abfahrt fuhr der 24-Jährige als zweitbester Schweizer auf Rang 9. Er verlor auf den Schnellsten, den Franzosen Adrien Theaux, knapp eine Sekunde. Didier Cuche war als bester Eidgenosse mit sieben Hundertstelssekunden Zweiter.

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Feuz hätte ursprünglich um den vierten Schweizer Startplatz - Cuche, Carlo Janka und Silvan Zurbriggen waren gesetzt - ein Ausscheidungsrennen mit Patrick Küng und Ambrosi Hoffmann fahren müssen. Weil Küng krankheitshalber auf die Abfahrt verzichtete und Janka wegen seinen Herzproblemen eine Pause einlegte, rutschte der Emmentaler zusammen mit Hoffmann als Fixstarter nach. «Für das Abschlusstraining ist der Druck nun weg. Ich muss nun auf dieser schwierigen Piste nicht voll angreifen und 100 Prozent geben», sagte Feuz vor dem letzten Training.

«Es ist eine blinde Piste»

Dem Berner kam es also gelegen, dass er sich im Abschlusstraining auf andere Sachen, als die interne Qualifikation konzentrieren konnte. Denn die Kandahar-Strecke fordert den Fahrern alles ab. «Von oben bis unten holpert es. Weil es schattig ist, sieht man die kleinen Schläge nicht. Das ist das Problem. Es ist eine blinde Piste», urteilt Feuz über die WM-Strecke. Mit dem 9. Platz im letzten Training scheint er die vielen kleinen Unebenheiten relativ gut gemeistert zu haben. Für das Rennen ist ein solcher Rang für Feuz aber uninteressant. «Ich probiere das Beste zu geben und fahre Vollgas. An einer WM zählt bis am Schluss nur die Medaille. Wenn alles aufgeht, ist alles möglich.»

Man darf gespannt sein, ob Feuz in der Abfahrt ein Top-Resultat gelingt. Aus Schweizer Sicht ist es aber egal, wer eine Medaille gewinnt. Hauptsache es gibt das erste Edelmetall und nicht wie in den ersten drei WM-Rennen nur 4. Plätze und lederne Auszeichnungen.