Ski-WM in Garmisch

14. Februar 2011 07:09; Akt: 14.02.2011 16:22 Print

Schweizer Debakel - Svindal Weltmeister

Trotz aussichtsreicher Ausgangslage geht die Schweiz in der Super-Kombi erneut leer aus. Sowohl Silvan Zurbriggen als auch Beat Feuz scheiden nach einem Einfädler aus.

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Sinnbildlich für das schlechte Abschneiden des Schweizer Ski-Teams: Silvan Zurbriggen schied aus. Auch eine Variante: Über die Stange statt neben ihr vorbei - vorgeführt vom Franzosen Steve Missilier. Hoffentlich macht ders besser: Der deutsche Hoffnungsträger Felix Neureuther schaut Teamkollege Fritz Dopfer nach seinem Ausfall zu. Den Hang vor der Linse: Der britische Fotograf Mitch Gunn im Schottenrock am Gudiberg. Marlies Schild kann ihren Gold-Triumph im Slalom kaum fassen. Disziplinen-Dominatorin Schild fand den schnellsten Weg durch den Stangenwald. Auch Wildkatzen traten zum WM-Slalom am Gudiberg an: Die Rumänin Sandra-Elena Narea. Ted Ligety: Bei der Siegerehrung noch andächtig... ...um danach seinen Triumph mit der ganzen Welt zu teilen. Stehaufmännchen: Didier Cuche war nach der ersten Enttäuschung schon bald wieder nach Lachen zumute. Tina Mazes Welt steht Kopf: Die Freude über den Riesenslalom-Titel ist gross. Federica Brignone freut sich kurz nach ihrem Lauf über die Medaille. Tessa Worley (rechts) zeigte im zweiten Lauf eine unglaubliche Aufholjagd: Von Platz 19 zu Bronze. Strahlende Sieger auf dem Podest. Sechs glückliche Franzosen geben die Marseillaise zum Besten. Beim Team-Event musste sich niemand am Skilift hinten anstellen. Anja Pärson geniesst die Fahrt nach oben. Die Kroatin kommt gewaltig ins Straucheln. Das Schreien hat sich ausbezahlt: Schweden gewinnt Bronze. Küsschen für den Kombi-Sieger: Aksel Svindal mit Freundin Julia Mancuso. Grosser Ärger hingegen bei Beat Feuz. Der Berner fädelte im Slalom ein. Er lag knapp in Führung, eine Medaille war in Reichweite. Den Schweizer Fans blieb der Jubel auf den Lippen kleben. Dafür durfte sich Christof Innerhofer über seine dritte Medaille freuen. Zusammen jubelt es sich besser. Die Piste musste intensiv präpariert werden. Elisabeth Görgl gewinnt die Frauen-Abfahrt vor Lindsey Vonn (mit den schönen Schuhen) und Maria Riesch. Lindsey Vonn ist enttäuscht, dass es nicht für einen Sieg gereicht hat. Lara Gut schreit im Ziel ihre Freude heraus. Am Schluss reicht es doch nur für Platz 4. Innige Umarmung von Vonn und Görgl: Die Amerikanerin gratuliert ihrer Konkurrentin zum Sieg. Medaillenfeier von Didier Cuche im Swiss House. Die ist echt: Didier Cuche und seine silberne Medaille von der Abfahrt bei der offiziellen Siegerzeremonie. Didier Cuche (l.) mit seiner Silbermedaille neben Sieger Erik Guay und dem drittplatzierten Christof Innerhofer. Didier Cuche gewinnt in der Abfahrt die Silbermedaille. Nach seinem schnellen Lauf, kracht Didier Cuche mit voller Wucht in die Auffang-Kissen im Zielraum. Diese erste Schweizer Medaille sorgt wohl nicht nur bei Didier Cuche für Erleichterung. Erik Guay geniesst den Moment zuoberst auf dem Podest. Keine optimale Haltung bei Christof Innerhofer - trotzdem gabs Bronze. Viele Fahrer war im Ziel völlig ausgepumpt: So zum Beispiel Natko Zrncic-Dim, ... ... Andrej Sporn oder ... ... der Italiener Werner Heel. Schweizer Fans konnten erstmals jubeln. Bode Miller enttäuschte seinen Anhang dagegen leicht. Gespenstische Stimmung vor der Super-Kombination der Frauen. Aurelie Revillet im Schneegestöber. Laurenne Ross zeigt ihre Zunge. Diese Jacke gehört einem der Exoten, nämlich ... ... Jean-Pierre Roy, der als erster Haitianer an den Start einer Ski-WM gehen wird. Er wird sich im Riesenslalom versuchen. Didier Cuche einsam und allein auf dem Sessellift. Marion Rolland knallt im Ziel in die Absperrung und muss befreit werden. Lindsey Vonn hat's da schon besser. Sie will im Abfahrtstraining keine Risiken eingehen und ist deshalb dick eingepackt. Super-G-Weltmeister Christof Innerhofer macht im Abfahrtstraining keine gute Figur. Didier, was siehst du denn da? Bode Miller kommt mit nur einem Stock ins Ziel. Wieder einmal hat der Amerikaner Pech mit dem Material. Viele Fotografen warten auf das Siegerfoto. Der frischgebackene Weltmeister spielt aber nur mit der Fernsehkamera. Trotz Rang 4: Didier Cuche zeigt seinen Special. Julia Mancuso läuft über den Laufsteg, äähh zum Podest. Bronze-Küsschen für Maria Riesch. Ga und Pa sollen im Zielraum für den einen oder anderen Lacher sorgen. Mehr Aufsehen erregt allerdings dieser Ziegen-Fan. Mit Feuerwerk werden in Garmisch-Patenkirchen die Ski-Weltmeisterschaften begrüsst. Die Zeremonie findet beim Aufsprunghügel der Olympia-Schanze in Partenkirchen statt und dauerte rund 45 Minuten. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (links) posiert mit Maria Riesch (Mitte) und Felix Neureuther. Die Schweizer Fahrer zeigen sich zuvor bei der Pressekonferenz im Schweizer Haus. Von links: Sandro Viletta, Tobias Grünenfelder, Silvan Zurbriggen, Carlo Janka und Didier Cuche. Weitere Bilder der Eröffnungsfeier.

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Keine WM-Medaille für die Schweiz in der Super-Kombination der Männer: Silvan Zurbriggen und Beat Feuz fädeln im Slalom ein und vergeben so ihre Chancen auf einen Podestplatz.
Aksel Lund Svindal verteidigte seinen Titel souverän. Der Norweger setzte sich vor den beiden Südtirolern Christof Innerhofer und Peter Fill durch. Innerhofer komplettierte nach Gold im Super-G und Bronze in der Abfahrt seinen Medaillensatz.

Die WM in Garmisch-Partenkirchen steht für das Schweizer Team weiterhin unter keinem günstigen Stern. Die grösste der verbliebenen Medaillenhoffnungen erfüllte sich nicht. Am Ende tauchte die Schweiz in der Super-Kombination der Männer nicht einmal im Klassement auf - im Gegensatz etwa zu Bosnien, Kasachstan, Polen oder Andorra. Nach den Forfaits von Carlo Janka und Sandro Viletta standen nur zwei Schweizer am Start. Diese kämpften immerhin bis zuletzt um die Medaillen - bis zu ihren Ausfällen am Gudiberg, dem steilen Slalom-Hang.

Eine Welt zusammengebrochen

Für Silvan Zurbriggen schien trotz einer suboptimalen Leistung in der Abfahrt und dem 6. Zwischenrang alles möglich. Doch der Olympia-Dritte konnte seine Zurückhaltung im Slalom nicht abstreifen, büsste bis zur zweiten Zwischenzeit die Hälfte seiner Reserve auf den zu diesem Zeitpunkt führenden Benjamin Raich (am Ende Vierter) ein und fädelte wenig später ein. «Für mich ist eine kleine Welt zusammengebrochen», sagte Zurbriggen im Fernsehinterview. Er musste wie schon vor zwei Jahren in Val d'Isère, wo er das Podest um die Minimaldifferenz von 0,01 Sekunden verpasst hatte, mit einer bitteren Enttäuschung fertig werden. Bronze wäre für Zurbriggen noch dringelegen.

Nach dem Ausfall des grössten Schweizer Trumpfs galt das auch für Beat Feuz. Der Emmentaler hatte als Zweiter in der Abfahrt geglänzt und überzeugte auch im Slalom. Beinahe hätte er die Kohlen für das Swiss-Ski-Team noch aus dem Feuer geholt. Doch auch Feuz wurde von einem Einfädler gestoppt. 0,15 Sekunden lag er bei der zweiten Zwischenzeit noch vor Christof Innerhofer. Die grosse Enttäuschung wird bei Feuz aber schon bald der Erkenntnis weichen, dass er sich an diesen Weltmeisterschaften endgültig in der Weltspitze etabliert hat. Nach seiner Verletzungsserie ist der dreifache Junioren-Weltmeister endgültig wieder auf Kurs.

Svindal verteidigt Titel

Aksel Lund Svindal holte sich seinen bereits vierten WM-Titel, den zweiten in der Super-Kombination nach 2009. Der 28-jährige Norweger fuhr in der Abfahrt vor Beat Feuz Bestzeit. In der Spezialabfahrt gehörte Svindal noch zu den vielen Sturzopfern im Zielraum, weshalb er das Stadion ziemlich «groggy» verlassen hatte. Zwei Tage später präsentierte sich der Freund von Julia Mancuso in alter Frische. Eindrücklich war insbesondere, wie souverän Svindal seinen Vorsprung im Stangenwald verteidigte.

Selbstverständlich war das nicht. Denn Peter Fill und vor allem Christof Innerhofer, der weniger als sieben Zehntel auf Benjamin Raich einbüsste, hatten mit starken Slalom-Leistungen vorgelegt und nicht zum ersten Mal bewiesen, dass sie auch mit den kürzesten Ski bestens zurechtkommen. Mit einem kompletten Medaillensatz ist Innerhofer bis jetzt die grosse Figur dieser WM. Fill gewann seine zweite WM-Medaille, nachdem er in Val d'Isère hinter Didier Cuche Zweiter im Super-G geworden war. Dieser Didier Cuche ist nach sechs von elf WM-Rennen immer noch der einzige Schweizer Medaillengewinner in Garmisch-Partenkirchen.

Garmisch-Partenkirchen (De). WM-Super-Kombination der Männer:
1. Aksel Lund Svindal (No) 2:54,51.
2. Christof Innerhofer (It) 1,01
3. Peter Fill (It) 1,90.
4. Benjamin Raich (Ö) 2,17.
5. Ondrej Bank (Tsch) 2,39.
6. Paolo Pangrazzi (It) 2,84.
7. Lars Elton Myhre (No) 2,99.
8. Natko Zrncic-Dim (Kro) 3,20.
9. Andreas Romar (Fi) 3,54.
10. Kjetil Jansrud (No) 3,91.
11. Georgi Georgjev (Bul) 4,35.
12. Joachim Puchner (Ö) 4,45.
13. Björn Sieber (Ö) 4,93.
14. Mirko Deflorian (It) und Tim Jitloff (USA) 5,78.
16. Ferran Terra (Sp) 6,50.
17. Martin Vrablik (Tsch) 6,97.
18. Tin Siroki (Kro) 7,01.
19. Jaroslav Babusiak (Slk) 7,79.
20. Juri Daniloschkin (WRuss) 7,86.
Ausgeschieden. Im Slalom: Silvan Zurbriggen (Sz), Beat Feuz (Sz), Ted Ligety (USA), Bode Miller (USA), Dominik Paris (It). - In der Abfahrt: Hans Olsson (Sd), Romed Baumann (Ö).