Nach Abfahrtssilber

12. Februar 2011 14:47; Akt: 12.02.2011 21:31 Print

Ist Cuches Medaille die Initalzündung?

von Herbie Egli, Garmisch - Endlich ist sie da, die erste Schweizer Medaille an der Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen. Dieses Edelmetall kann für die weiteren Rennen Gold wert sein - im wahrsten Sinn des Wortes.

Die Silbermedaille von Didier Cuche tut der Schweiz sehr gut. (Video: 20 Minuten Online)
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Vergesst die Schweizer an der Ski-WM 2005 in Bormio oder die österreichischen Ski-Herren an den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver: Beide Nationen mussten die jeweiligen Anlässe ohne eine Medaille im Gepäck wieder verlassen. An der Ski-WM im Freistaat Bayern wird die Schweiz jedoch nicht leer ausgehen. Seit heute werden die Eidgenossen im Medaillenspiegel zusammen mit der USA und Slowenien auf dem 4. Rang geführt. Gott - oder Didier Cuche - sei Dank. Hätte es auch in der Herren-Abfahrt wieder eine «Lederne» wie in den ersten drei Rennen oder Nichts gegeben, der Druck auf die Athleten von Swiss Ski wäre immer grösser geworden. «Wenn man eine Medaille gewinnt, ist es gut, dass die Medien beruhigt sind. Das Team arbeitet genau gleich weiter. Wichtig ist, dass wir uns von euch nicht aus dem Konzept bringen lassen», sagt der Neuenburger Silbermedaillen-Gewinner quasi als Seitenhieb.

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Auch Teamkollege Ambrosi Hoffmann, der auf den 10. Rang fuhr, ist froh, dass der Hunger vorerst gestillt ist. Er glaubt sogar, dass Cuches Silber bei den Schweizern Kräfte frei macht. «Es ist super. An einem Grossanlass dreimal ein vierter Platz fuxt schon ein bisschen. Der Druck nach Medaillen ist da. Jetzt haben wir eine und das kann den Knoten lösen», meint der 33-jährige Davoser. Beat Feuz klassierte sich als Neunter noch einen Rang vor Hoffmann. Für den 24-jährigen Emmentaler ist Cuches Silber sehr viel wert. «Diese Medaille motiviert alle. Es zeigt, dass die Schweiz nicht nur vierte Plätze machen kann.» Auch Silvan Zurbriggen stösst ins gleiche Horn, obwohl er von seiner heutigen Abfahrtsleistung sehr enttäuscht war. «Wir hatten in den letzten Rennen mit den drei vierten Plätzen etwas Pech. Es ist super, dass Didier diese Medaille gewonnen hat», so der Walliser.

Lässt sich Zurbriggen inspirieren?

Die nächste Schweizer Herren-Medaille könnte es schon am Montag geben. Dann findet die Super-Kombination statt. Zurbriggen zählt zum erweiterten Favoritenkreis. Der Walliser weiss aber, dass er nur mit einer guten Abfahrt allfälliges Edelmetall gewinnen kann. «Ich muss die Fehler verbessern. Es ist eine neue Chance und es fängt wieder bei Null an», so ein niedergeschlagener Zurbriggen nach der Spezialabfahrt.

Bereits morgen Sonntag sind die Frauen mit ihrer Spezialabfahrt an der Reihe. Nach den guten Trainingsleistungen und Resultaten in der Super-Kombinations-Abfahrt durch Dominique Gisin und Lara Gut könnte in diesem Rennen die zweite Schweizer Medaille Tatsache werden. Ob Gut wegen ihrer Innenband-Zerrung am linken Knie, die sich sich beim Saltosturz in der Super-Kombination zugezogen hat, startet, wird erst nach dem Einfahren entschieden.