WM-Abfahrt

11. Februar 2011 18:15; Akt: 12.02.2011 14:16 Print

Erste Medaille - Cuche holt Silber

Endlich ist der Schweizer Fluch der 4. Plätze überwunden: Didier Cuche gewinnt hinter dem Kanadier Erik Guay in der Abfahrt Silber.

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Sinnbildlich für das schlechte Abschneiden des Schweizer Ski-Teams: Silvan Zurbriggen schied aus. Auch eine Variante: Über die Stange statt neben ihr vorbei - vorgeführt vom Franzosen Steve Missilier. Hoffentlich macht ders besser: Der deutsche Hoffnungsträger Felix Neureuther schaut Teamkollege Fritz Dopfer nach seinem Ausfall zu. Den Hang vor der Linse: Der britische Fotograf Mitch Gunn im Schottenrock am Gudiberg. Marlies Schild kann ihren Gold-Triumph im Slalom kaum fassen. Disziplinen-Dominatorin Schild fand den schnellsten Weg durch den Stangenwald. Auch Wildkatzen traten zum WM-Slalom am Gudiberg an: Die Rumänin Sandra-Elena Narea. Ted Ligety: Bei der Siegerehrung noch andächtig... ...um danach seinen Triumph mit der ganzen Welt zu teilen. Stehaufmännchen: Didier Cuche war nach der ersten Enttäuschung schon bald wieder nach Lachen zumute. Tina Mazes Welt steht Kopf: Die Freude über den Riesenslalom-Titel ist gross. Federica Brignone freut sich kurz nach ihrem Lauf über die Medaille. Tessa Worley (rechts) zeigte im zweiten Lauf eine unglaubliche Aufholjagd: Von Platz 19 zu Bronze. Strahlende Sieger auf dem Podest. Sechs glückliche Franzosen geben die Marseillaise zum Besten. Beim Team-Event musste sich niemand am Skilift hinten anstellen. Anja Pärson geniesst die Fahrt nach oben. Die Kroatin kommt gewaltig ins Straucheln. Das Schreien hat sich ausbezahlt: Schweden gewinnt Bronze. Küsschen für den Kombi-Sieger: Aksel Svindal mit Freundin Julia Mancuso. Grosser Ärger hingegen bei Beat Feuz. Der Berner fädelte im Slalom ein. Er lag knapp in Führung, eine Medaille war in Reichweite. Den Schweizer Fans blieb der Jubel auf den Lippen kleben. Dafür durfte sich Christof Innerhofer über seine dritte Medaille freuen. Zusammen jubelt es sich besser. Die Piste musste intensiv präpariert werden. Elisabeth Görgl gewinnt die Frauen-Abfahrt vor Lindsey Vonn (mit den schönen Schuhen) und Maria Riesch. Lindsey Vonn ist enttäuscht, dass es nicht für einen Sieg gereicht hat. Lara Gut schreit im Ziel ihre Freude heraus. Am Schluss reicht es doch nur für Platz 4. Innige Umarmung von Vonn und Görgl: Die Amerikanerin gratuliert ihrer Konkurrentin zum Sieg. Medaillenfeier von Didier Cuche im Swiss House. Die ist echt: Didier Cuche und seine silberne Medaille von der Abfahrt bei der offiziellen Siegerzeremonie. Didier Cuche (l.) mit seiner Silbermedaille neben Sieger Erik Guay und dem drittplatzierten Christof Innerhofer. Didier Cuche gewinnt in der Abfahrt die Silbermedaille. Nach seinem schnellen Lauf, kracht Didier Cuche mit voller Wucht in die Auffang-Kissen im Zielraum. Diese erste Schweizer Medaille sorgt wohl nicht nur bei Didier Cuche für Erleichterung. Erik Guay geniesst den Moment zuoberst auf dem Podest. Keine optimale Haltung bei Christof Innerhofer - trotzdem gabs Bronze. Viele Fahrer war im Ziel völlig ausgepumpt: So zum Beispiel Natko Zrncic-Dim, ... ... Andrej Sporn oder ... ... der Italiener Werner Heel. Schweizer Fans konnten erstmals jubeln. Bode Miller enttäuschte seinen Anhang dagegen leicht. Gespenstische Stimmung vor der Super-Kombination der Frauen. Aurelie Revillet im Schneegestöber. Laurenne Ross zeigt ihre Zunge. Diese Jacke gehört einem der Exoten, nämlich ... ... Jean-Pierre Roy, der als erster Haitianer an den Start einer Ski-WM gehen wird. Er wird sich im Riesenslalom versuchen. Didier Cuche einsam und allein auf dem Sessellift. Marion Rolland knallt im Ziel in die Absperrung und muss befreit werden. Lindsey Vonn hat's da schon besser. Sie will im Abfahrtstraining keine Risiken eingehen und ist deshalb dick eingepackt. Super-G-Weltmeister Christof Innerhofer macht im Abfahrtstraining keine gute Figur. Didier, was siehst du denn da? Bode Miller kommt mit nur einem Stock ins Ziel. Wieder einmal hat der Amerikaner Pech mit dem Material. Viele Fotografen warten auf das Siegerfoto. Der frischgebackene Weltmeister spielt aber nur mit der Fernsehkamera. Trotz Rang 4: Didier Cuche zeigt seinen Special. Julia Mancuso läuft über den Laufsteg, äähh zum Podest. Bronze-Küsschen für Maria Riesch. Ga und Pa sollen im Zielraum für den einen oder anderen Lacher sorgen. Mehr Aufsehen erregt allerdings dieser Ziegen-Fan. Mit Feuerwerk werden in Garmisch-Patenkirchen die Ski-Weltmeisterschaften begrüsst. Die Zeremonie findet beim Aufsprunghügel der Olympia-Schanze in Partenkirchen statt und dauerte rund 45 Minuten. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (links) posiert mit Maria Riesch (Mitte) und Felix Neureuther. Die Schweizer Fahrer zeigen sich zuvor bei der Pressekonferenz im Schweizer Haus. Von links: Sandro Viletta, Tobias Grünenfelder, Silvan Zurbriggen, Carlo Janka und Didier Cuche. Weitere Bilder der Eröffnungsfeier.

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Wie 2009 in Val d'Isère gewinnt Didier Cuche an den Weltmeisterschaften in Garmisch-Partenkirchen Silber in der Abfahrt, erneut hinter einem Kanadier. Es ist der grosse Tag des Erik Guay.
Der Bann ist gebrochen, die erste Medaille für die Schweiz im Trockenen. Doch der Traum von Abfahrtsgold an einem Grossanlass hat sich für Didier Cuche wieder nicht erfüllt - sehr wahrscheinlich endgültig nicht erfüllt. 0,32 Sekunden hinter Erik Guay und 0,44 Sekunden vor Super-G-Weltmeister Christof Innerhofer aus Italien gewann der 36-jährige Neuenburger auf der Kandahar Silber. Vor zwei Jahren hatte Cuche vier Hundertstel auf Sieger John Kucera verloren.

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Im Gegensatz zu Kucera ist dessen Landsmann Guay alles andere als ein Sensationssieger. Der 29-Jährige gehörte zum erweiterten Favoritenkreis, obwohl er sich in dieser Weltcup-Saison nur als Dritter im Super-G von Val Gardena unter den ersten zehn klassiert hat. Doch Guay ist ein Kandahar-Spezialist. Zwei seiner drei Weltcupsiege hat er in Garmisch-Partenkirchen gefeiert, 2007 in der Abfahrt, 2010 im Super-G. An Grossanlässen hatte Guay das Podest zuvor gleich mehrfach hauchdünn verpasst. Einmal fehlten zwei Hundertstel, zweimal drei Hundertstel, einmal ein Zehntel. Nun schlug seine grosse Stunde. Die erste Medaille ist gleich aus Gold.

Kleine Unsicherheit kostete ihn den Sieg

Für Didier Cuche ist es die fünfte Medaille an einem Grossanlass nach Olympia-Silber im Super-G 1998 in Nagano, WM-Gold im Super-G und -Silber in der Abfahrt 2009 sowie WM-Bronze im Riesenslalom 2007 in Are. Bei der letzten Zwischenzeit lag Cuche nur 0,09 hinter Guay zurück, eine kleine Unsicherheit kurz vor dem Ziel bedeutete dann das Ende seiner Titelchancen.

Als zweitbester Schweizer wurde Beat Feuz Neunter - 0,01 Sekunden vor dem positiv überraschenden Ambrosi Hoffmann. Silvan Zurbriggen belegte den 12. Platz.

Schlussklassement:
1. Erik Guay (Ka) 1:58,41.
2. Didier Cuche (Sz) 0,32 zurück.
3. Christof Innerhofer (It) 0,76.
4. Romed Baumann (Ö) 1,10.
5. Aksel Lund Svindal (No) 1,42.
6. Andrej Sporn (Sln) 1,84.
7. Michael Walchhofer (Ö) 1,87.
8. Johan Clarey (Fr) 1,94.
9. Beat Feuz (Sz) 2,06.
10. Ambrosi Hoffmann (Sz) 2,07.
11. Klaus Kröll (Ö) 2,17.
12. Silvan Zurbriggen (Sz) 2,34.
13. Steven Nyman (USA) 2,39.
14. Peter Fill (It) 2,40.
15. Bode Miller (USA) 2,42.
16. Hannes Reichelt (Ö) 2,58.
17. Andrej Jerman (Sln) 2,75.
Ferner: 20. Dominik Paris (It) 3,14. 21. Werner Heel (It) 3,38.

Ausgeschieden:
Patrik Järbyn (Sd), Adrien Théaux (Fr).

(sda)