Damen-Super-G

07. Februar 2011 17:07; Akt: 07.02.2011 17:14 Print

«Durch Himmel und Hölle ins Ziel»

von Herbie Egli, Garmisch - Mit dem Super-G der Damen wird die Ski-WM so richtig lanciert. Die Schweizerinnen - allen voran Lara Gut - zählen zu den grossen Medaillenanwärterinnen.

Lara Gut und Dominique Gisin zur Ausgangslage vor dem Super-G. (Video: 20 Minuten Online)
Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Sieg - und damit auch die erste Goldmedaille an der Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen - kann eigentlich nur über die Saison-Dominatorin Lindsey Vonn führen. Nach einem Trainingssturz in der Vorwoche ist allerdings noch unklar, ob die Amerikanerin überhaupt an den Start gehen wird. Die «Speed-Queen» übte am Vortag des ersten Rennens harte Kritik an der eisigen Piste und wollte noch nicht sagen, ob sie im Super-G wirklich dabei sein wird.

Umfrage
Wieviele Medaillen holt die Schweiz an der Ski-WM in Garmisch?
21 %
46 %
26 %
7 %
Insgesamt 4029 Teilnehmer

Die Amerikanerin gewann drei von vier Super-G-Austragungen in diesem Winter. Nur einmal stand sie nicht zuoberst auf dem Podest. In Zauchensee schnappte ihr Lara Gut den Sieg weg. Die 19-jährige Tessinerin möchte diesen Coup am liebsten wiederholen. Einfach wird es aber nicht. «Alle, die hier sind, starten, um eine Medaille zu gewinnen. Ich will mein Bestes geben und nichts anderes», sagt Gut zur Ausgangslage. Falls die Piste sehr eisig ist, kommt das der jungen Draufgängerin entgegen.

An der letzten WM vor zwei Jahren in Val d'Isère fuhr Gut im Super-G ebenfalls angriffig und wurde belohnt. Sie gewann die Bronzemedaille. Gold sicherte sich Vonn, die wieder zu den absoluten Top-Favoritinnen zählt. Mit der einheimischen Maria Riesch, die vor zwei Jahren im WM-Super-G Silber gewann, ist ebenfalls zu rechnen. Im Vergleich zur letzten WM habe sich jedoch viel geändert, sagt Gut. «Ich bin zwei Jahre älter, habe eine Hüftluxation erlitten und nun sind wir in Garmisch und nicht in Val d'Isère. Das macht schon viel aus.»

Premiere für Gisin

Mit Dominique Gisin hat die Schweiz, was die Medaillenvergabe betrifft, ein weiteres heisses Eisen im Feuer. Die Disziplin Super-G ist für die 25-jährige Engelbergerin an einer WM jedoch Neuland. «Ich freue mich riesig, das erste Mal an einem Super-G bei einem Grossanlass dabei zu sein. Es war immer ein grosses Ziel.» Die Nomination für das Rennen hat sich Gisin unter anderem mit dem 3. Platz in Zauchensee gesichert, als sie neben der Siegerin Lara Gut auf dem Podest stand.

Gisin will aber nicht einfach nur mitfahren, sondern um Edelmetall kämpfen. «Ich versuche so schnell wie möglich, vom Start durch Himmel und Hölle ins Ziel zu kommen», sagt sie mit einem Lächeln. «Es liegt eine Medaille drin. In Zauchensee war es noch nicht die Traumfahrt und hier gebe ich mein Bestes.» Bereit sind sie also, die Schweizerinnen. Nun müssen sie ihre Vorhaben nur noch in die Tat umsetzen. An der Vorbereitung soll es nicht scheitern. Die Speed-Frauen genossen vor der WM gemäss Gisin zwei geniale Trainingstage im Guldental im Tirol.